Einstimmig hat das Oltner Gemeindeparlament an seiner gestrigen Sitzung der Sanierung der 50-m-Beckenanlage im Strandbad zugestimmt. Kostenpunkt: 1,695 Mio. Franken. Die Sanierungsarbeiten sind angezeigt, weil während der vergangenen knapp 30 Jahre, seit den letzten grossen Sanierungsarbeiten an den Becken, diese durch Chlorwasser und Reinigungsarbeiten arg gelitten haben.

Die vor fünf Jahren erfolgte Spachtelung der Beckenoberfläche mit zementösem Material hatte gar eine vermehrte Algenbildung zur Folge, welche mittlerweile auch chemisch nicht mehr vollständig verhindert werden kann.

Bestritten war das Vorhaben im Grundsatz nicht. Allerdings stellte sich im Lauf der kurzen Debatte doch heraus, dass einige Fraktionen in der Botschaft gerne einen effektiven Kostenvergleich gesehen hätten. Der Stadtrat hatte beantragt, das grosse Becken mit einer Chromstahlverkleidung zu versehen. Die Kosten für diese Art der Sanierung seien zwar etwas höher. Dafür würden in den nächsten Jahrzehnten kaum weitere Unterhaltskosten anfallen.

Von andern Sanierungsvarianten wie die der Verlegung von Keramikplatten oder der Beschichtung mit Kunststofffolien nahm der Stadtrat dezidiert Abstand. Urteil: ungeeignet. Keramikplatten etwa seien unter anderem nicht frostsicher, Kunststoffbeschichtungen zwar angenehm weich, aber anfällig für Beschädigungen. Argumente, die überzeugten.

Kritische Stimmen

Die grössten Einwände, wenn man überhaupt davon sprechen mag, artikulierten die Vertreter der bürgerlichen Parteien. Allen voran jene der SVP. Die Summe von 1,695 Mio. sei doch beträchtlich, meinte Christian Werner. «Und eigentlich hätten wir gerne einen Kostenvergleich unter den möglichen Sanierungsvarianten präsentiert bekommen», so sein Verdikt.

In diesem Fall scheine die Strategie des stadträtlichen Papiers im Voraus erkennbar. «Es war ganz klar, dass man die Variante der Chromstahlauskleidung will», schlussfolgerte Werner. In die selbe Kerbe schlug Daniel Kissling (Olten jetzt!). Auch er wäre für eine Gegenüberstellung der drei Varianten dankbar gewesen; dies im Sinne einer umfassenden Information.

Einer anderen Fragestellung widmeten sich die Freisinnigen. Reto Grolimund wollte wissen, ob bei diesem Geschäft nicht die Einheit der Materie verletzt werde. «Es sieht doch so aus, als würden sich alle übrigen Becken im selben schlechten Zustand befinden und deshalb einer Sanierung bedürfen.» Würden alle Sanierungsschritte zusammen genommen, so ergebe sich eine Summe von über 5 Mio. Franken. «Ein Kreditbegehren in dieser Höhe müsste vom Volk an der Urne bewilligt werden», gab Grolimund zu bedenken.

Baudirektor Thomas Marbet vermochte die Zweifel zu zerstreuen. «Die Sanierung des einen Beckens bedingt nicht zwingend die Sanierung des zweiten Beckens», gab er zu verstehen. Es sei unberechtigt, in dieser Vorgehensweise des Stadtrats auch nur ansatzweise die im Volksmund so oft zitierte «Salamitaktik» zu vermuten. «Wir konzentrieren uns deshalb vorerst auf das grosse Becken, weil die Finanzlage keine grösseren Einzelinvestitionen zulässt», so Marbet.

Nachhaltigkeit unbestritten

Für Heidi Ehrsam (CVP) stand wie bei grundsätzlich allen Fraktionssprechern die Langlebigkeit der anvisierten Lösung im Vordergrund. «Die Kunststofffolie kostet rund 60 Prozent der Chromstahllösung, hält aber bloss 15 Jahre, während Letztere mit einer mehr als dreifachen Lebensdauer der Kunststofffolie aufwarten kann. Da ist die Rechnung in unserer Fraktion doch schnell gemacht.»

Am knappsten hielt sich die Fraktionssprecherin der Grünen, Myriam Frey. «Das ist jetzt mal ein Geschäft, zu dem wir einfach Ja sagen können: Also, durchwinken.»