Olten

Strompreise 2015: Starke Teuerung für die Stadt Olten

In der Übersicht die unterschiedlichen Stromversorger der Region Olten.

In der Übersicht die unterschiedlichen Stromversorger der Region Olten.

Fast überall in der Region werden die Preise im kommenden Jahr steigen, ausser im Untergäu und in Kienberg. Dort müssen die Kunden sogar weniger für den Strom ausgeben.

«Wie jedes Jahr investierten wir auch dieses Jahr wieder in unser Verteilnetz. Diese Kosten – sowie die Mehrkosten der vorgelagerten Netze (Swissgrid) – werden auf die Netzkosten für die Kunden abgewälzt», erklärt Beat Erne, Sprecher der Aare Energie AG (a.en), die höheren Netzpreise für das Jahr 2015 in der Stadt Olten, die im Verteilernetz der städtischen Betriebe Olten (sbo) ist. Dafür könne das Unternehmen die 2014 gesunkenen Energiepreise auch für das kommende Jahr unverändert belassen. «Da die Marktpreise auf tiefem Niveau verharren, können wir bei unserem Lieferanten Alpiq Energie immer noch zu tiefen Einstandspreisen beziehen», so Erne.

Trotz des unveränderten Energiepreises wird es in der Stadt Olten eine allgemeine Strompreiserhöhung von 4,8 Prozent geben, inklusive der gesetzlich vorgegebenen, erhöhten Abgabe KEV (kostendeckende Einspeisevergütung). «Bei einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden, was etwa bei einem Haushalt mit vier Personen der Fall ist, entspricht die Teuerung bei bisher durchschnittlichen 22 Rappen und ab 2015 etwa 23 Rappen pro Kilowattstunden etwa 45 Franken mehr im Jahr.»

Für die Strombezüger aus der Umgebung Olten, deren Gemeinde im Verteilnetz der Alpiq Versorgungs AG (AVAG) liegt, hingegen, steigt der Strompreis um zwei Prozent, da die eigenen Netzkosten leicht gesenkt werden können. Dies ergibt beim gleichen Beispiel etwa 0,44 Rappen pro Kilowattstunde, also etwa Fr. 19.80 mehr im Jahr.

Eine ähnliche Teuerung können die Gemeinden im Versorgungsgebiet der onyx Energie Mittelland erwarten. Im Haushaltssegment wird diese durchschnittlich 2,5 Prozent betragen. Ausschlaggebend für den Gesamt-Strompreis sind die Netznutzungskosten, die nächstes Jahr leicht steigen werden, heisst es in einer Mitteilung.

Teurer wird es auch bei der IBAarau. Die Firma profitiere zwar von tieferen Energiebeschaffungskosten, dennoch würden die Strompreise für das kommende Jahr steigen. Begründet wird die Preiszunahme mit steigenden Kosten für die Netznutzung und mit der Abgabe KEV. Ein Vierpersonen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch müsse deshalb bei der Teuerung von insgesamt 6,4 Prozent mit einem Mehrpreis von 3.50 Franken im Monat rechnen.

Tieferer Strompreis im Untergäu

Ganz anders sieht es beim Energieversorger Eug Elektra Untergäu in Kappel aus. Dort wird der Strompreis unter dem Strich 2015 sogar tiefer ausfallen. «Je nach Verbrauchsverhalten wird die Senkung zwischen minus 4,5 und 7 Prozent liegen», so Marcel Schaller, Leiter Rechnungs- und Personalwesen. Dies sei möglich, weil das Unternehmen sehr günstig Strom einkaufen kann – «vorwiegend bei der Alpiq».

Zudem seien die Unterhaltskosten ihres Netzsystems etwa gleich geblieben und die Vorliegerkosten durch fremde Netzanbieter leicht gestiegen. «Wäre die Abgabe KEV nicht derart angehoben worden, wäre die Senkung sogar um die minus 8 Prozent ausgefallen», schätzt Schaller. «Am Beispiel eines Einfamilienhauses: Wer dieses Jahr eine Stromrechnung von etwa 1192 Franken bezahlt, wird nächstes Jahr etwa 63 Franken weniger zahlen – dies entspricht einem Minus von 5 Prozent.» Grossbetriebe werden hingegen etwa eine 4 Prozent tiefere Rechnung zahlen.

Auch die Kunden der AEW Energie AG werden im Jahr 2015 ein bisschen weniger für den Strom ausgeben. Der Energieversoger aus Aarau kündet beim Strompreis eine Senkung von immerhin durchschnittlich 0,7 Prozent an. Bei einem Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunde mache es auf die Jahresrechnung etwa 6 Franken aus. Diese Reduktion sei dank niedrigerer Beschaffungskosten aufgrund der gesunkenen Marktpreise und «hoher Kostendisziplin» möglich. So könne die vom Bund erhöhte Abgabe von 0,50 auf neu 1,10 Rappen/Kilowattstunde fast komplett durch die reduzierten Energiepreise kompensiert werden.

Leichte Preissenkung bei AEK

Gewinner gibt es auch in der Nähe von Solothurn: «Wir senken die Strompreise (inklusive Netznutzung und Abgaben) per 2015 für Privat- und Gewerbekunden im Durchschnitt um 0,6 Prozent», schreibt die AEK Energie AG in Solothurn in einer Medienmitteilung. Die Spanne betrage minus 2,5 bis plus 1 Prozent. Dank tieferen Beschaffungskosten und «konsequentem Kostenmanagement» würden die Strom- und Netzkosten sinken.

Dagegen steigen die Abgaben, «die wir nicht beeinflussen können», heisst es bei der AEK. So erhöht sich die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) von 0,5 auf 1 Rappen pro Kilowattstunde. Wie wenig die Veränderung insgesamt ausmacht, zeigt das Beispiel eines 4-köpfigen Haushaltes mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden. Der Haushalt wird, wenn er Kunde der AEK ist, pro Jahr Fr. 3.70 oder 0,4 Prozent weniger bezahlen.

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