Stellen Sie sich vor: Sie betreiben in Ihrem Dorf mit Ihrem lokalen Verein einen Skilift. Keine grosse Skisportanlage, aber genug gross, um nicht nur die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, sondern um auch einige Auswärtige zu beglücken. Jedes Jahr fallen Fixkosten an für den Stromanschluss und für die Versicherungen. Diese müssen bezahlt werden, egal wie viel Schnee und wie viele das kleine Schneeparadies besuchen.

Aber das tun Sie gerne, genauso gerne wie Sie mit den anderen Vereinsmitgliedern einen halben Tag lang den Skilift aufbauen und am Ende der Saison wieder abbauen. Oder bei Schneefall mit einem kleinen Ratrac über die Piste fahren. Oder in der kleinen Skihütte Früchtetee und «Öpfuchüechli» den Besuchern anbieten. Das tun Sie gerne, solange alle daran Freude haben. Solange es schneit.

Gastrobetrieb genauso wichtig

Aktuell reicht der Schnee bei allen Anlagen nicht zum Skifahren aus. Bei Wiesen-Untergrund braucht es mindestens 20 Zentimeter der weissen Pracht. Also sicher mehr als das aktuelle «Flümli». Daher gabs diese Saison noch keinen einzigen Skitag in der Region.

Petrus streikt. Hartnäckig. Höchstens ein «leichter Schneefall» oder «Schneeregen» ist in nächster Zeit laut den Prognosen zu erwarten. Was tun die Betreiber also jetzt? Warten? Beten? Verzweifeln? Oder nach kreativen Alternativen suchen?

In der Region gehen die Skilift-Betreiber teilweise ganz unterschiedlich mit dem Schneemangel um. Einige haben sogar eine Lösung gefunden, wie sie auch ohne Schnee eine erfolgreiche Saison verzeichnen können. Wie zum Beispiel die Skiriege Oltingen, die den Lift auf der Schafmatt betreibt. «Wir sind nicht unbedingt auf Schnee angewiesen», sagt Christoph Gysin, Kassier der Skiriege Oltingen.

Der Verein hat rund zwanzig Mitglieder zwischen 26 und 80 Jahren. Um die Finanzierung des rund 30-jährigen Betriebs zu sichern, setzt die Riege nicht nur auf den Skiliftbetrieb. Würde sie dies tun, wäre sie davon abhängig, dass es 10 bis 15 Skitage geben würde.

Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Deshalb setzt die Riege etwa gleich stark auf den Gastrobetrieb in ihrer Skihütte. Diese ist im Winter an Sonntagen geöffnet, auch wenn kein Skibetrieb läuft. Jeden Sonntag gibt es ein anderes Menü. Sei es Gulaschsuppe, wie diesen Sonntag, oder Fleischkäse mit Kartoffelsalat, wie nächsten Sonntag. «Bis jetzt wurden wir sehr gut besucht», sagt Gysin zufrieden. «Durchschnittlich 30 bis 40 Portionen verkaufen wir pro Tag.» Lohnkosten hat der Verein keine, da die Mitglieder ihren Einsatz ehrenamtlich leisten.

Werbung auf Facebook

Eine ähnliche Strategie verfolgt der Skiliftverein Gsahl, der den Lift in Hauenstein/Ifenthal betreibt. Auch er will die Schneesportanlage nicht von einem Standbein abhängig machen.

Um sicher zu sein, dass die Kosten im Winter gedeckt werden können, organisiert der Verein Ende Juli das Sommernachtsfest. «Die Fixkosten des Skilifts decken wir mit den Einnahmen des Festes ab», sagt Andreas Lindegger vom Skiliftverein.

Auch die Kaffeestube mit Snacks und Getränken laufe gut, wenn der Skilift in Betrieb ist. Wann er in Betrieb genommen wird, vermeldet der Verein unter anderem auf seiner Facebook-Seite.

In der Vorbereitungsphase posten sie dort Fotos von Hintergrundarbeiten rund um den Skilift. Über 260 Personen gefällt die Seite. Dies entspricht über zwei Dritteln der Einwohner des 315-Seelen-Dorfes Hauenstein-Ifenthal. «Es ist zwar schade, dass es zu wenig Schnee gibt, aber das ist für uns kein wirtschaftliches Drama», sagt Lindegger.

Hoffnung auf Schnee noch da

Andere Skilift-Betreiber hingegen sind finanziell stärker vom Schnee abhängig. Die Anlage in Welschenrohr zum Beispiel finanziert sich über die Eintrittsgelder. «Rund 1000 Franken müssen wir Ende Saison einnehmen, damit die Rechnung aufgeht», sagt Andreas Scheuner von der Skiliftgesellschaft Welschenrohr, die aus 15 Mitgliedern und 3 Helfern besteht. Darunter gebe es auch jüngeren Nachwuchs. Scheuner hat noch Hoffnung, dass der grosse Schnee kommt. «Letztes Jahr hatten wir auch Glück: Es schneite genau die zwei Wochen im Februar, als Sportferien waren», sagt er. Damit konnten sie innert kurzer Zeit genug Geld verdienen.

In Mümliswil wird der Skilift Sebleten und ein Skihüttli vom Ski-Club Mümliswil-Ramiswil betrieben. «Sobald genügend Schnee liegt, wird der Skilift in Betrieb genommen», heisst es auf der Website der Gemeinde. «Wenn der Skilift läuft, wird er sehr gut genutzt», sagt Gemeindepräsident Kurt Bloch. Vom Ski-Club war niemand für nähere Auskünfte zum Betrieb erreichbar.