Olten

Stark von der Krise getroffen: Stadttheater und andere städtische Firmen beantragen Kurzarbeit

Das letzte Konzert, das in dieser Saison bisher noch stattgefunden hat: Regula Mühlemann mit den Chamber Artists.

Das letzte Konzert, das in dieser Saison bisher noch stattgefunden hat: Regula Mühlemann mit den Chamber Artists.

Alle drei öffentlich-rechtlichen Unternehmen, die in städtischer Hand sind, haben bereits Kurzarbeit beantragt. Am schlimmsten trifft die Krise das Stadttheater.

Edith Scott ist derzeit ab und zu in ihrem Büro anzutreffen, obwohl der Betrieb der Stadttheater-Geschäftsführerin seit drei Wochen ruht. Sie sei in der Vorbereitung für nächste Saison, zudem ist sie in Kontakt mit Agenturen und Veranstaltern. Einige Vorstellungen, die in dieser Saison noch geplant gewesen wären, konnte sie mittlerweile verschieben – zwei davon sogar auf nächste Saison, andere fallen ganz aus. Die Chefin hat zwar noch einiges zu tun, andere Bereiche wie die Technik aber gar nicht mehr. Daher hat Scott ihr Team von sieben Mitarbeitern des Oltner Stadttheaters vorerst für den April auf Kurzarbeit gesetzt. «Wir haben sehr schnell reagiert und sollten so die Einnahmenausfälle stemmen können», sagt sie. Falls das Veranstaltungsverbot länger Bestand hat, kann sie sich aber auch vorstellen, finanzielle Unterstützungen bei Bund und Kanton für den Betrieb zu prüfen. Nicht geplant ist hingegen, von der Stadt Olten höhere Subventionen zu fordern, um die Ausfälle zu kompensieren. Düster sieht es vor allem beim Tagungsbetrieb aus. Zuerst versuchten Veranstalter laut Scott, ihre Anlässe zu verschieben, jetzt wird vieles schon abgesagt.

Sportpark Olten AG: «Noch nicht so tragisch»

Ebenfalls Kurzarbeit beantragt hat die Sportpark Olten AG. Vier Mitarbeiter sind betroffen, die in den nächsten drei Monaten ab Mitte April um 25 Prozent weniger arbeiten werden, weil der Sommerbetrieb eingeschränkt ist oder ganz wegfallen könnte. Noch unklar ist derzeit etwa, wie es mit der Inlinesaison aussieht, die Anfang April hätte gestartet werden sollen. Normalerweise trägt der HC Laupersdorf seine Meisterschaftsspiele im Stadion Kleinholz aus. «Derzeit ist die Situation noch nicht so tragisch», sagt Geschäftsführer Viktor Müller auf Anfrage. Anders würde es aussehen, wenn die Coronakrise auch Folgen hätte für den Eishockeybetrieb ab August.

Noch weniger stark betroffen ist das dritte öffentliche Unternehmen, welches im Besitz der Stadt Olten ist: Die Städtischen Betriebe respektive deren Tochtergesellschaft Aare Energie AG hat für zwei Mitarbeitende Kurzarbeit beantragt. Es betrifft den Bereich mit dem häufigsten Kundenkontakt, die Zählerablesung. Anders sähe die Situation aus, wenn auch die Baustellen geschlossen würden. «Davon gehen wird derzeit aber nicht mehr aus», sagt Beat Erne, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

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