Olten

Stadtrat geht auf Anwohner-Wünsche bei Sälipark nicht ein: Keine Zufahrt nur über Sälistrasse

Die Zufahrt über die Sälistrasse zum Parkhaus des Säliparks ist heute nur eine von mehreren Möglichkeiten.

Die Zufahrt über die Sälistrasse zum Parkhaus des Säliparks ist heute nur eine von mehreren Möglichkeiten.

Der Mitwirkungsbericht zum Sälipark 2020 wurde am Dienstag veröffentlicht. Der Oltner Stadtrat hält dabei an der bisherigen Erschliessung des Einkaufszentrums über Bifangstrasse, Von-Rollstrasse und Sälistrasse fest. Anwohner schlugen eine rückwärtige Erschliessung nur über die Sälistrasse vor.

Der am Dienstag veröffentlichte 71-seitige Mitwirkungsbericht zum Sälipark 2020 zeigt, dass das 100-Millionen-Projekt in den 29 eingegangenen Stellungnahmen grundsätzlich begrüsst wird. Am meisten zu diskutieren gibt die vorgeschlagene Verkehrsführung der Stadt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Vorschläge:

Von Anwohnern, von den Grünen, aber auch vom Verband VerkehrsClub Schweiz VCS wird angeregt, die Zufahrt für den Sälipark ausschliesslich über die Sälistrasse vorzusehen.

Bisher ist die Zufahrt zum Sälipark über drei Achsen möglich: südseitig über die Sälistrasse, nordseitig über die Bifang- und die Von Rollstrasse. Der Stadtrat lehnt es nach erneuter Prüfung zusammen mit Verkehrsplanern und dem Kanton aber ab, an der bisherigen Erschliessung etwas zu ändern. Dies aus zwei Hauptgründen: Zum einen komme der Sälikreisel schon heute an seine Kapazitätsgrenzen.

Derzeit fahren 40 Prozent aller Kunden über die Sälistrasse, 60 Prozent über Bifang- und Von Rollstrasse zum Sälipark. Mit dem Sälipark 2020 soll die Verteilung leicht ändern: 45 Prozent sollen über die Sälistrasse zufahren, 55 Prozent über Bifang- und Von Rollstrasse. Zum anderen würde eine alleinige Erschliessung über den Sälikreisel gemäss den Verkehrsplanern zu mehr Schleichverkehr durchs Quartier führen.

Um dies zu unterbinden, wären «harte Massnahmen» nötig, die zu «unerwünschten Einschränkungen für die Quartierbewohner» führen würden. Eine solche harte Massnahme wäre etwa die Sperrung der Engelbergstrasse für den Durchgangsverkehr. Aus Sicht der Planer ist die geplante Durchfahrtssperre auf der Riggenbachstrasse oberhalb der Zufahrt ins neue Sälipark-Parkhaus aber ausreichend und bringt den Quartierbewohnern die geringsten Einschränkungen.

Vorgeschlagen wird von den Grünen und der SP eine Verbindung der beiden Parkhäuser Sälihof und Sälipark, damit eine Zufahrt nur über die Von Rollstrasse und eine Wegfahrt über die Sälistrasse möglich wäre.

Die Stadt schreibt, dass eine Verbindung zwischen den Parkhäusern zwar technisch möglich sei, «aber nur über eine steile und schmale Rampe im zweiten Untergeschoss des Sälihofs». Eine solche Verbindung sei bereits beim Neubau des Sälihofs 2010 geprüft und verworfen worden. Zudem würde diese Variante zu Mehrverkehr auf der Von Rollstrasse führen. Der Konflikt der Autofahrer mit dem Fussgänger- und Veloverkehr im Bereich der Abzweigung Von Rollstrasse/Riggenbachstrasse beim Restaurant Pavillon wäre da besonders gross. Zudem würde diese Variante laut den Planern auch den Busverkehr stärker behindern.

Von verschiedener Seite wird kritisiert, dass die Verkehrszunahme von 9 Prozent beim Autoverkehr mit dem Sälipark 2020 als zu gering eingeschätzt wird.

Die Zahl der Parkplätze steigt von 625 auf 685, die Autofahrten sollen laut Berechnungen von 5600 auf 6100 Fahrten pro Tag steigen. Die Stadt sagt dazu, dass alle oberirdischen Parkplätze aufgehoben werden und dass es für die Angestellten praktisch keine Parkplätze mehr geben wird. Zudem soll mit dem neuen Sälipark eine Parkgebühr ab der ersten Minute eingeführt werden (bisher ab einer Stunde), was zu einer Verlagerung auf das ausgebaute Busangebot sowie den Fuss- und Veloverkehr führen soll. Falls es zu mehr Autofahrten käme, als im Gestaltungsplan vermerkt, müssten Massnahmen getroffen werden.

Die geplante Begegnungszone vor dem Sälipark 2020 auf der Riggenbachstrasse soll erweitert werden.

Eine Erweiterung der Begegnungszone mit Tempo 20 und Vortritt für die Fussgänger auf die Alte Aarauerstrasse, Bifangstrasse, Riggenbach- und Von Rollstrasse will die Stadt prüfen. Auch soll die Verkehrsführung auf dem Bifangplatz verbessert werden, zu einem autofreien Raum wird der Platz aber nicht.

Weitere Vorschläge gab es auch zum Wochenmarkt – der soll im Bifang-Quartier bleiben –, zum künftigen Ladenmix, zum Mietzinsniveau der 75 Wohnungen oder der Ruf nach einer Wohngenossenschaft wurde laut. Für diese Vorschläge ist die Stadt aber nicht zuständig respektive betrifft das Nutzungsplanverfahren nicht. Nachdem der Kanton den Nutzungsplan geprüft haben wird, soll er im November 2016 publiziert werden. Dann sind Einsprachen möglich.

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