Zwischen 2015 und 2016 vernachlässigte der 56-jährige Besitzer seine Tiere und fütterte sie nicht mehr richtig. Dabei starben 17 seiner 26 Kühe und Rinder qualvoll. Im Dezember 2017 wurde der Mann von der Staatsanwaltschaft wegen Tierquälerei und Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz angeklagt. Am Montag musste er sich nun vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen verantworten. 

Die Anklage war im «abgekürzten Verfahren» erfolgt. Will heissen, dass der 56-Jährige in einem Deal mit der Staatsanwaltschaft den vorgeworfenen Sachverhalt eingesteht, der Anklageschrift zugestimmt und eine Strafe akzeptiert hatte. 

Boninger Tierdrama wird gesühnt

Boninger Tierdrama wird gesühnt

17 tote Rinder und weitere verwahrloste schockierten vor 2 Jahren. Der Hofbesitzer wurde nun vom Gericht verurteilt. Er muss für 6 Monate in Haft.

Die Rinder starben unter schlimmen Umständen und wurden dann einfach im Stall liegen gelassen. Einige Tiere fand man bereits verwest und vertrocknet im Stall vor. Im Magen eines Tieres, welches man später einschläfern musste, fand man 13 Kilogramm Siloballenfolie.  

Depressionen mildern Urteil

Für Tierquälerei wie in diesem Fall wäre mit einer Strafe von bis zu drei Jahren zu rechnen. Dennoch wurden sich Staatsanwaltschaft und die Verteidigung des Beschuldigten über eine weitaus geringere Strafe einig. Der Landwirt wird zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten und einer Busse von 1300 Franken verurteilt. Sechs Monate davon muss er ins Gefängnis. 

Für Staatsanwältin Stefanie Humm hat der tragische Fall zwei Seiten. Die Vorwürfe der Tierquälerei würden schwer wiegen. «Wir haben viele Tiere, die gelitten haben. Und das über eine längere Zeit», sagt sie gegenüber «TeleM1». Strafmildernd wirkt hier aber die Situation des Beschuldigten, denn der Bauer litt offenbar unter Depressionen. 

Der Bauer erscheint vor dem Amtsgericht.

Der Bauer erscheint vor dem Amtsgericht.

Bauer entschuldigt sich oft

Vor Gericht konnte der Beschuldigte nicht sagen, weshalb er sich keine Hilfe geholt und die toten Kühe einfach im Stall liegen gelassen hatte. Der Bauernhof und die tägliche Arbeit seien ihm über den Kopf gewachsen. Er sprach von einem Tunnelblick und dass er sich nicht eingestehen konnte, nicht mehr zurecht kommen. Bei den Richtern entschuldigte sich der Bauer oft und sagte, wie leid ihm das Ganze tue. Am Schluss der Verhandlung brach er kurz in Tränen aus.

Verteidigerin Corinne Saner spricht gegenüber «Radio32» von einem harten Urteil. «Es ist aber angemessen angesichts des Leides der Tiere.»

Tierdrama von Boningen

Tele M1 berichtet über das Tierdrama von Boningen.

Der 56-Jährige befindet sich momentan in psychiatrischer Behandlung. Danach wird er seine sechsmonatige Gefängnisstrafe antreten müssen.

Ende Mai 2016 hatten Kantonspolizei und kantonaler Veterinärdienst nach entsprechenden Hinweisen auf dem Boninger Bauernhof mehrere tote Rinder vorgefunden. Ein weiteres Tier wurde wegen seines kritischen Zustandes durch den Veterinärdienst getötet. Neun Tiere konnten noch gerettet werden. (ldu)

So sahen die Kühe auf dem Boninger Bauernhof aus: