Busbetrieb Olten Gösgen Gäu

So macht Pendeln Spass: Seit Montag verkehrt der Weihnachtsbus

«Lasst uns froh unter munter sein» – das dachten sich die Mitarbeitenden des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu und verwandelten einen Linienbus in einen Weihnachtsbus. Er wird bis am 25. Dezember auf dem Liniennetz der BOGG verkehren und täglich seine Fahrgäste «bescheren».

Für einmal wollen alle Bus fahren. Nicht etwa, weil sich nun jeder als Neujahrsvorsatz zum grünen Lebenswandel bekannt hat. Sondern wegen dem Weihnachtsbus des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu (BOGG). Seit Montagmorgen verkehrt er auf dem Liniennetz der drei Bezirke und macht Pendeln fast schon ein bisschen zum Genuss. Von Sitzlehnen in Samichlaus-Maskierung, über Weihnachtsbeleuchtung, roten Teppich, bis hin zu Geschenkpäckchen inklusive Weihnachtsbaum ist der Bus mit allem dekoriert, was vorweihnachtliche Freude in die Gesichter der Fahrgäste zu zaubern vermag.

Diese «Weihnachtsaktion» ist erstmalig für die BOGG, wie Direktor Toni von Arx auf Anfrage mitteilt. Und das Echo nach dem ersten Tag sei «einfach überwältigend». Die eigene Freude über den dekorierten Bus schwingt gleich mit in seinen Worten als er hinzufügt, dass er seit dem Start am Montagmorgen Anrufe von begeisterten Fahrgästen und Mitarbeitenden erhalte. «Die Leute finden es einfach toll», sagt er und lacht. «Sie machen Selfies mit dem Chauffeur und drehen nochmals eine Runde im Bus.» Sogar die Chauffeure würden sich um die Dienste im Bus reissen.

Was sich wie ein raffinierter PR-Gag der BOGG anhört, entstand in Wirklichkeit durch die Eigeninitiative von Mitarbeitenden des Betriebs: Sie wünschten sich einen Weihnachtsbus und die Geschäftsleitung stellte jenen BOGG-Wichteln etwas Zeit und rund 1000 Franken für die Dekoration zur Verfügung. Über das Wochenende vor dem Fahrplanwechsel verwandelten die fünf Freiwilligen anschliessend einen der Busse des Fahrzeugparks in ein Weihnachtswunderland. Der Aufwand war nicht zu unterschätzen. «Das Auslegen des roten Teppichs dauerte am längsten», erinnert sich von Arx. Rund sieben Stunden hätten sie dafür gebraucht.

Der Fahrplan bleibt geheim

Die Idee des Weihnachtsbusses ist allerdings nicht ganz neu: Bei den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) im Kanton Zürich beispielsweise hat sich die Aktion gewissermassen bereits zur Tradition entwickelt, wie 20 Minuten letztes Jahr berichtete. Dieses Jahr lockt die VBG ihre Fahrgäste sogar mit einem Wettbewerb. Das Ziel der BOGG allerdings sei es, die Leute dazu zu motivieren, für ihren Weihnachtseinkauf auf das Auto zu verzichten und stattdessen den Bus zu nehmen. Auch um die Parkplatzsuche zu vermeiden. «Wir hoffen natürlich, dass sich der eine oder andere so für den Bus entscheidet», sagt von Arx. Nach einem Gläschen Glühwein werde es ohnehin bald einmal schwierig mit dem Autofahren, fügt er hinzu.

Wann und wo der Weihnachtsbus vorfahren wird, bleibt allerdings geheim. «Es soll jedes Mal eine Überraschung für die Fahrgäste sein», sagt von Arx. Der Bus wird bis am 25. Dezember, jeweils täglich von 6 bis 19 Uhr auf dem gesamten Liniennetz der BOGG unterwegs sein. Der Direktor versichert jedoch, dass er mindestens einmal auf jeder Linie eingesetzt wird. «Wer regelmässig Bus fährt, wird ganz sicher auch einmal das Vergnügen haben.»

Wer Angst hat, dass die Dekorationen einem bei der nächsten roten Ampel um die Ohren fliegen werden und das Vergnügen zum Albtraum wird, den kann der Geschäftsführer beruhigen: Alle Gegenstände seien niet-und nagelfest angebracht und in dieser Hinsicht auch mit Sorgfalt ausgesucht worden. Sie sollen schliesslich nächstes Jahr wieder in Einsatz kommen. «Aufgrund der positiven Reaktionen werden wir nächsten Winter ziemlich sicher wieder einen Weihnachtsbus haben.» Die Anzahl der dekorierten Busse aufzustocken, käme allerdings nicht in Frage: «Es soll eine Überraschung bleiben und nicht die Wirkung verlieren.»

So viel Freude er auch bereitet, der Weihnachtsbus: Ein Billet muss man dennoch lösen. Spitzfindige hätten laut dem Direktor bereits mit Singen eine Gratisfahrt aushandeln wollen. «Singen darf man, aber zahlen muss man trotzdem», scherzt er. Passende Weihnachtsmusik gäbe es denn auch keine, wie von Arx zugeben muss. Zum Trost dürfe man sich aber an den Guetzli bedienen.

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