Olten

Schwimmer müssen sich gedulden: Hallenbad-Saisonstart verzögert sich

So sieht das Hallenbad derzeit aus: Das Chromstahlbecken ist eingebaut. Die Eröffnung ist nun einen Monat später für den 28. November geplant

So sieht das Hallenbad derzeit aus: Das Chromstahlbecken ist eingebaut. Die Eröffnung ist nun einen Monat später für den 28. November geplant

Das Hallenbad der Kantonsschule Olten geht erst Ende November auf. Unter anderem weil während der Sanierung Asbest freigesetzt wurde, verzögern sich die Renovationsarbeiten um einen Monat.

Die Oltner müssen sich noch etwas länger gedulden, bis sie auch im Winter wieder ihre Längen ziehen oder einfach im Wasser planschen können. Das Hallenbad an der Kantonsschule Olten, das im Rahmen der Gesamtsanierung des Gebäudekomplexes seit letztem Herbst erneuert wird, eröffnet erst Ende November seine Tore. Ursprünglich hatte der Kanton den Saisonstart auf 23. Oktober gesetzt, nun wirds mit dem 28. November einen Monat später fertig.

Es gibt drei Gründe für die Verzögerung des Saisonstarts, wie Gesamtprojektleiter David Brunner an der letzten Baustellenbesichtigung vergangenen Freitag erwähnte. Der Hauptgrund ist Asbest. Das Material, welches in der Schweiz bis 1990 verbaut und danach aus gesundheitlichen Gründen verboten wurde, ist in gebundener Form keine Gefahr.

Sobald die Fasern bei Renovationsarbeiten freigesetzt und eingeamtet werden, kann eine geringe Konzentration laut der Suva bereits zu Lungenkrebs führen. Während der Hallenbad-Sanierung tauchte mehr Asbest auf, als dass die Voruntersuchungen gezeigt haben. «Wir sind ziemlich erschrocken», sagt Brunner im Rückblick.

Baustelle Hallenbad

Baustelle Hallenbad

Ein geräuschintensiver Eindruck rund zwei Monate vor der Wiedereröffnung. Gesamtprojektleiter David Brunner erläuterte an der Begehung vergangene Woche unter anderem den Entscheid für ein Chromstahlbecken.

Das führte zum einen dazu, dass die Asbest-Sanierung sechs Wochen länger dauerte als geplant, zum anderen ergaben sich dadurch Mehrkosten von rund 70 000 Franken. Eine Gefährdung bestand für die Bauarbeiter allerdings nie. Zum Zeitpunkt, als zusätzlicher Asbestkleber an den Bassinwänden aufgetaucht ist, waren die Spezialisten für deren Sanierung noch immer auf Platz.

Die Arbeiten im Hallenbad wurden mit Mehrfachschleusen gesichert. Der gesundheitsgefährdende Stoff wird zudem auch bei der Innensanierung zum Thema. Bei den WC-Anlagen, den Turnhallengarderoben und der Mensaküche wurde damals ebenfalls Asbest als Plättlikleber benutzt. Diese Sanierungsarbeiten werden derzeit ausgeschrieben und ab 2018 während der Ferienzeiten ausgeführt.

So sieht das fertige Hallenband von innen aus: Vorne das grosse Schwimmbecken, hinten rechts der Lehrschwimmbecken.

Visualisierung

So sieht das fertige Hallenband von innen aus: Vorne das grosse Schwimmbecken, hinten rechts der Lehrschwimmbecken.  

Die beiden weiteren Gründe für die Verzögerung sind die verspätete Lieferung eines Metallteils für den Abschluss bei den grossformatigen Fenstern sowie der bewusste Verzicht aus Qualitäts- und Kostengründen, ein Arbeitsgerüst mehrmals zu de- und montieren. Mitte August hat der Kanton entschieden, den Eröffnungstermin um einen Monat zu verschieben.

Die Qualität und die Kosten haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. «Auf dem Termin zu beharren, hätte zu Mehrkosten von mehreren Zehntausend Franken geführt», sagt Gesamtprojektleiter Brunner. Wegen des späteren Saisonstarts werden auch die Preise für die Saisonabos nach unten angepasst, wie es auf der Homepage der Stadt Olten heisst. Wie hoch die Reduktion sein wird, ist nicht klar. Der zuständige Mitarbeiter von der Baudirektion war gestern nicht erreichbar.

Chromstahl statt Mosaikplättli

Beim neuen Hallenbad gibts zudem eine weitere Änderung, allerdings in positiver Hinsicht. Statt aus Mosaikplättli wie bisher wird beim Hauptbecken Chromstahl gebraucht. Das ist hygienischer und führt zu weniger Chlorgebrauch und Reinigungsaufwand. Die Mehrkosten von 100 000 Franken sollen laut Brunner aufgrund der geringeren Betriebs- und Unterhaltskosten bis in 15 Jahren amortisiert sein.

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