Olten

Schulzentrum hat kein Interesse mehr an Olten SüdWest – das hat Folgen

Der provisorische Schulstandort am Cementweg 48 in Olten SüdWest wird nun vollständig von der Stadt Olten genutzt. Der Kanton hat eine Absage erteilt.

Der provisorische Schulstandort am Cementweg 48 in Olten SüdWest wird nun vollständig von der Stadt Olten genutzt. Der Kanton hat eine Absage erteilt.

Der Kanton ändert seine Pläne: Statt nach Olten SüdWest zügelt das Heilpädagogische Schulzentrum aufs Giroud-Olma-Areal in die Räumlichkeiten der ehemaligen Migros Klubschule. Der Entscheid hat Folgen für den provisorischen Schulstandort am Cementweg 48.

Von einer «dreifachen Win-win-Situation» oder vom «Fünfer und Weggli»: Davon sprachen die Parlamentarier, als sie die Vorlage lobten, die in Olten SüdWest provisorischen Schulraum vorsah. In der Sitzung Ende Januar wurde die Variante Mietausbau daher auch mit grossem Mehr angenommen. Damals ging die Stadt allerdings noch davon aus, dass sich der Kanton mit dem Heilpädagogischen Schulzentrum einmietet. Dies, weil am bisherigen Standort an der Aarauerstrasse 20 Platznot herrscht. Doch nun macht der Kanton ein Rückzieher, wie die Stadtkanzlei am Dienstag mitteilt.

Das Hochbauamt tritt von der Absichtserklärung zurück, ein Teil des früheren Bürogebäudes des Zementwerks zu nutzen. Statt in Olten SüdWest werden die rund 40 Kinder und Jugendlichen ab diesem Sommer auf dem Gelände der Giroud Olma in der ehemaligen Migros Klubschule unterrichtet, wie Regierungssprecherin Andrea Affolter auf Anfrage schreibt. Der neue Standort weist gegenüber jenem in Olten SüdWest gleich mehrere Vorteile auf: Er sei in Gehdistanz zum Hauptstandort an der Aarauerstrasse, Betriebsabläufe könnten verbessert werden und er sei nur «unwesentlich teurer».

Der Standort in Olten SüdWest war «in baulicher und betrieblicher Hinsicht leider ungeeignet», schreibt Affolter weiter. Die Stadt Olten habe dem Kanton das Angebot unterbreitet, als die Planung noch nicht abgeschlossen war. «Der Kanton hat gegenüber der Stadt Olten immer offen kommuniziert, dass man auf der Suche nach einer umfassenden Lösung für die Heilpädagogische Sonderschule ist.»

Kein Mietzins des Kantons: Was heisst das für Olten?

Für die Stadt Olten hat der Entscheid des Kantons eine «grosse Tragweite», sagt der Oltner Gesamtschulleiter Thomas Küng. «Natürlich sind wir enttäuscht und hätten eine stärkere Verbindlichkeit erwartet.» Müsste das Parlament unter den neuen Voraussetzungen nicht nochmals über die Vorlage befinden können? Küng dazu: «Wir haben die Vorlage im Januar nach damals bestem Wissen und Gewissen präsentiert.»

Mit dem Rückzug des Kantons fällt die geplante Untermiete des Heilpädagogischen Schulzentrums von knapp 89000 Franken pro Jahr weg. Beim Variantenvergleich in der damaligen Vorlage ans Gemeindeparlament fällt jene mit dem Mieterausbau bei den Betriebskosten nun viel schlechter aus: Von der finanziell günstigsten Lösung wird sie plötzlich zu einer der teuereren.

«Allerdings nur auf den ersten Blick», relativiert Küng. Abgerechnet werde erst nach zehn Jahren – so lange läuft der Mietvertrag mit der Besitzerin Terrana AG Rüschlikon. Küng weist nämlich darauf hin, dass mit der veränderten Ausgangslage auch Geld gespart wird, weil nun mehr Klassenräume in Olten SüdWest zur Verfügung stehen als ursprünglich geplant, daher Mietverhältnisse aufgelöst und bei anstehenden Sanierungsprojekte in anderen Schulhäusern künftig Provisorien gespart werden könnten.

Das war bisher nicht möglich, weil das Heilpädagogische Schulzentrum den Standort in Olten SüdWest für voraussichtlich sieben Jahre genutzt hätte. Einen neuen Untermieter zu suchen, kam für Küng nicht infrage: «Uns läuft die Zeit davon. Die Schuljahres- und Stundenplanungen laufen und die Eltern wollen wissen, wo ihre Kinder ab diesem Sommer zur Schule gehen.»

So hat die Bildungsdirektion die Zuteilungen der Klassen neu vorgenommen. Diese sollen solange wirksam sein, bis das neue Schulhaus Kleinholz voraussichtlich im Schuljahr 2024/25 in Betrieb geht. Neu werden ab August die Kindergärtler, die bisher ins Sälischulhaus transportiert wurden, sowie die Erst- und Zweitklässer im Hübelischulhaus unterrichtet.

Ab Schuljahr 2021/22 kommen die beiden Kindergartenzüge aus dem Kleinholz hinzu. Das Mietverhältnis wird aufgelöst. Die Dritt- bis Sechstklässler gehen ab diesem Sommer neu am Cementweg 48 zur Schule. Mit der gewählten Lösung bekommen vor allem die Kinder mit längerer Erfahrung im Strassenverkehr einen neuen Schulweg.

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