Der in London lebende 55-jährige schweizerisch-englische Doppelbürger war als Achter des Hauptturniers I hinter sieben nichttitelberechtigten Ausländern mit dem knappstmöglichen Vorsprung bester Schweizer. Der sechsfache Schweizer Meister totalisierte ebenso 5 Punkte aus sieben Runden wie Branko Filipovic (Basel), wies aber einen halben Buchholz-Punkt mehr auf. Mit einem weiteren halben Punkt Rückstand in der Zweitwertung wurde der 15-jährige Noah Fecker (Eggersriet) drittbester Schweizer. Der ebenfalls 5 aus 7 aufweisende Christophe Rohrer (St-Imier) folgte mit einem weiteren Buchholz-Punkt Rückstand.

Der Zusammenschluss wurde möglich, weil Gallagher die spannende Schlussrunde gegen Grossmeister Mihajlo Stojanovic (Ser/6.) verlor, während Fecker gegen Manuel Valles (Fr/7.) remisierte und Filipovic gegen Bruno Kamber (Olten/18.) sowie Rohrer gegen Nicolas Curien (Bern) gewannen.

Sieger des Hautturniers I war wie 2017 in Olten der topgesetzte französische Grossmeister Christian Bauer, der als einziger der 96 Spieler 6 Punkte holte. Sein Landsmann Niels Willems und Grossmeister Michail Kasakow (Ukr), die je 5½ Punkte totalisierten, komplettierten das Podest.

Bruno Kamber bester Oltner

Bruno Kamber, der mit einer unerwarteten Niederlage gegen seinen Oltner Klubkollegen Adrian Kamber ins Turnier startete, danach eine Aufholjagd hinlegte, den mit Rang 16 unter seinen Erwartungen gebliebene Schweizer Nationalspieler Nico Georgiadis (Schindellegi) schlug und vor der letzten Runde gar noch Chancen auf seinen fünften Bundesmeister-Titel hatte, wurde mit 4½ Punkten bester Vertreter des Schachklubs Olten. Daniel Reist holte 3½ Punkte, Oliver Angst 3, Adrian Kamber und Kevin Jaussi je 2½, Stephan Büttiker 2.

Im Hauptturnier II war der zehnjährige Suvirr Malli mit 4 aus 7 bester Oltner – vor Peter Schmid und Bruno Bosco (je 3). Im Hauptturnier III kamen Stephan Boog auf 4½ aus 7, Shiivesh Malli auf 4 und Walter Flury auf 3½. Bei den Senioren I erzielte Walter Stegmaier mit 2½ aus 5 ebenso ein 50-Prozent-Resultat wie Fritz Jäggi bei den Senioren II. Im Hobbyturnier schaffte mit Erik Nicolas Hänggi (3½ aus 5.) gar ein SKO-Junior als Dritter den Sprung aufs Podest.

Mit 350 Spielerinnen und Spielern in den sechs verschiedenen Kategorien – einer mehr als vor zwei Jahren an gleicher Stätte – wurden die Erwartungen des das Bundesturnier zum vierten Mal organisierenden Schachklubs Olten übertroffen. Ein grosser Erfolg war auch die Simultanvorstellung von Noah Fecker am Vorabend des ersten Turniertags im Hotel «Arte». Der dreimalige Schweizer Nachwuchsmeister (U12 2016, U14 2017, U16 2018) spielte an 13 Brettern gleichzeitig gegen Behörden, Sponsoren sowie Vertreter des Schweizerischen Schachverbandes und des Schachklubs Olten.

Ein Dutzend Gegner hatte er bereits besiegt, als ihm doch noch einer hartnäckigen Widerstand leistete: Der Oltner Gemeinderat Dieter Ulrich, seit seiner Jugendzeit Mitglied des Schachklubs Olten, in den vergangenen Jahren aber nicht mehr aktiv am Schachbrett, sah seine nachmittägliche Vorbereitung der Französischen Eröffnung belohnt. Nach 90 Minuten bot ihm Noah Fecker ein Remis an – was Simultangeber in der Regel nur tun, wenn sie keinen Weg mehr zum Gewinn sehen.