Olten

Sälischlössli-Wirtin: «Es läuft besser als erwartet»

© Patrick Lüthy

«Es läuft besser als erwartet», zieht Karmen Müller eine erste Bilanz. Die Mittfünfzigerin, die einst das Stadionrestaurant des FC Grenchen betrieb, übernahm im März die Bewirtung des Sälischlössli. Seither habe sie ausreichend zu tun: Müller bekocht und bedient die Gäste, putzt die Schlossräumlichkeiten – alles grösstenteils im Alleingang.

Seit zwei Wochen ist Müller gar nonstop im Einsatz. Denn in den Sommermonaten ist das Schlössli täglich geöffnet, die Wirtin somit fast ständig vor Ort, um ein wenig «Extremsport» zu betreiben, wie sie es nennt. Immerhin bei grösserem Gästeaufkommen am Wochenende oder bei Banketten wird sie von ein bis zwei Serviererinnen unterstützt, ab und zu steht ihr ein zusätzlicher Koch zur Seite. «Ich hätte aber gerne noch einen weiteren Koch hier, der am Wochenende helfen könnte», äussert Müller den einzigen Wunsch, der momentan noch unerfüllt ist.

«Bislang nur positives Echo»

Ansonsten scheint es kaum etwas zu bemängeln zu geben. «Die Leute sind zufrieden, ich bin zufrieden», sagt Müller. Lediglich zu Beginn des Betriebs sei sie einmal etwas überrannt worden von den in unerwartet hoher Zahl ankommenden Gästen. Man habe kaum die Tür öffnen können, schon seien die Leute reingestürmt, beschreibt Müller die ersten Erfahrungen auf dem Schlössli. «Aber jetzt bin ich drin, jetzt läuft’s», versichert sie.

Auch die Bürgergemeinde Olten als Eigentümerin des Sälischlössli zeigt sich zufrieden mit der neuen Führung. «Wir haben Freude, dass es jetzt wieder gut läuft», sagt Bürgerpräsident Felix Frey. Es sei zudem noch zu keinen Reklamationen gekommen, was bei vorangehenden Pächtern immer der Fall gewesen sei, in grösserem oder geringerem Ausmass. Auf Müller habe es bislang nur positives Echo gegeben. Und etwas anderes scheint man auch nicht befürchten zu müssen, denn «Frau Müller geht sehr positiv auf die Kunden zu und ist darum bemüht, ihre Wünsche zu erfüllen», erklärt Frey.

«Wir schätzen dieses Einfache»

Seitens Gemeinde klingt es ebenfalls nach Zufriedenheit: «Grundsätzlich sind wir froh, dass man oben etwas konsumieren kann und Ausflügler und Gäste vor offenen Türen stehen», sagt Stadtrat Thomas Marbet. Auch er hat sich vorgenommen, dem Schlössli in seinen Ferien wieder einmal einen Besuch abzustatten.

Nicht nur Leute aus Olten finden aufs Sälischlössli, auch wenn sie die Mehrheit der Gäste auszumachen scheinen: «Oltner gibt es viele, sie machen auch die meisten Stammgäste aus», erläutert Müller. Doch auch aus den anderen umliegenden Gemeinden kommen wieder Gäste nach oben. Ein Beispiel hierfür sind Jacqueline Kohlmann und Ruth Käser aus Oftringen, die zum ersten Mal seit der Wiedereröffnung hier sind. «Ich finde es sympathischer als zuvor», sagt Käser. Kohlmann ergänzt: «Die Atmosphäre ist sehr angenehm.» Zwar gilt auf der Terrasse Selbstbedienung, dies sei aber klar kommuniziert und funktioniere auch zügig, sobald man drinnen an der Theke steht. «Wir als Wanderer schätzen dieses Einfache, dieses Willkommensein», so Kohlmann. Auch die Preise seien vernünftig, weshalb man durchaus einmal zum Essen heraufkommen könnte. Lediglich das Confiserie-Angebot könne man vielleicht noch erweitern, meint Kohlmann, die selbst Konditorin ist.

Betrieb die nächsten drei Jahren

«Ich finde, das ist gut gelöst mit der Selbstbedienung», sagt Mark Hirt aus Wangen bei Olten. Schliesslich stelle Müller den Betrieb ja meist auch alleine sicher. Seine Partnerin Bea Zimmerli zeigt sich ebenfalls froh, dass wieder geöffnet ist, nicht zuletzt wegen der «sehr schönen Aussicht», die das Sälischlössli biete. Eine andere Besucherin, aus Olten kommend, weist zudem auf die teils bemerkenswerten Wanderwege hin, die zum Schlössli führen. Komme man von Nordosten her, gehe einer davon an einem versteckten Kräutergarten entlang, wie sie verrät – «etwas Wunderbares», findet sie.

Am Ende des Wanderweges ein geöffnetes Sälischlössli vorzufinden, das soll den Gästen nun mindestens drei Jahre lang vergönnt sein: So lange will Müller sicher für den Betrieb sorgen. «Und dann schauen wir, ob ich noch fit bin.» Sie sei schliesslich auch nicht mehr die Jüngste, sagt sie lachend.

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