Olten

Sälipark 2020: Anwohner und VCS wollen die Verkehrsführung nicht akzeptieren

Eine Zufahrt zum Sälipark 2020 nur über die Sälistrasse ist aus Sicht des VCS möglich: Der Stadtrat dokumentiere nirgends die angebliche Überbelastung des Sälikreisels.

Eine Zufahrt zum Sälipark 2020 nur über die Sälistrasse ist aus Sicht des VCS möglich: Der Stadtrat dokumentiere nirgends die angebliche Überbelastung des Sälikreisels.

Gegen den vom Oltner Stadtrat genehmigten Gestaltungsplan zum Projekt Sälipark 2020 gingen drei Beschwerden ein. Neben einer Anwohnerin und dem Verkehrs-Club der Schweiz haben auch die Pallas Kliniken ihre Einsprache an den Regierungsrat weitergezogen.

Mitte Juni hat der Oltner Stadtrat den Gestaltungsplan zum Ausbauprojekt Sälipark 2020 genehmigt und 40 Einsprachen abgelehnt oder ist nicht darauf eingetreten. Nun wurden drei Einsprachen als Beschwerden an den Regierungsrat weitergezogen, wie es beim kantonalen Bau- und Justizdepartement auf Anfrage heisst.

Die Solothurner Sektion des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) beharrt auf der Zufahrt ins Einkaufszentrum nur via Sälikreisel und Sälistrasse. «Diese Lösung entspricht sowohl einer guten Erschliessung für die Autos und wird auch den Bedürfnissen und Sicherheitsansprüchen des Fuss- und Veloverkehrs sowie der Wohnbevölkerung gerecht», heisst es in der Beschwerde. Konflikte mit dem Langsamverkehr im Bifangquartier würden nämlich so vermieden. Das Gegenargument, dass der Sälikreisel bereits heute zu den Stosszeiten überlastet ist, nimmt der VCS dem Stadtrat nicht ab: Die angebliche Überlastung sei nirgends dokumentiert.

Zudem fordert der Umweltverband, die auf der Riggenbachstrasse geplante Begegnungszone mit Tempo 20 und Vortritt für den Fuss- und Veloverkehr auf die Bifang- und Von-Roll-Strasse auszudehnen. Die Begegnungszone sei so kein Stückwerk mehr und werde von den Autofahrern auch besser eingehalten. Das führe zu weniger Unruhe als ein ständig von Strassenabschnitt zu Strassenabschnitt wechselndes Verkehrsregime. VCS-Vorstandsmitglied Heinz Flück schreibt auf Anfrage, dass das Ausbauprojekt nicht verhindert werden soll. «Der VCS findet es grundsätzlich gut, dass ein solches Einkaufszentrum an einer so zentralen Lage steht und auch für den Fuss- und Veloverkehr noch attraktiver werden soll.»

Auch eine Anwohnerin bemängelt das Vorhaben im Namen mehrerer Quartierbewohner, die ihr beim Schreiben der Beschwerde geholfen haben. Neben den vom VCS vorgebrachten beiden Punkten verlangt sie in ihrer Beschwerde unter anderem, dass das Gesamtvolumen und die Höhe des Ausbauprojekts verkleinert werden. Der Sälipark 2020 solle nicht höher sein als die Fachhochschule und das Hotel Arte. Das Projekt sei «angesichts der engen Zufahrtswege und der Nähe zum Wohnquartier den Schulhäusern zu gross», heisst es in der Beschwerde. Die Anwohner befürchten Mehrverkehr zum Einkaufszentrum, mehr Schleichverkehr im Quartier, ein noch grösserer Missbrauch der Blauen-Zone-Parkplätze als bisher und eine Wertminderung der eigenen Liegenschaften. Zudem wird die Sperrung der Riggenbachstrasse mit Pollern auf Höhe des Kindergartens verlangt sowie ein Monitoring und verstärkte Kontrollen gegen den Schleichverkehr.

Fachhochschule zieht Einsprache nicht weiter

Ebenfalls Beschwerde erhoben haben die Pallas-Gruppe für die Kliniken und das Hotel Arte als unmittelbarer Nachbar. Sie unterstützen das Projekt zwar grundsätzlich, doch zwei Hauptpunkte sollten in ihren Augen vor Baubeginn gelöst sein: Zum einen muss der Klink- und Hotelbetrieb während der Bauphase weitergeführt werden können. Die Pallas Kliniken erwarten Erschütterungen, Geruchs- und Lärmimmissionen, was für den Betrieb von Klinik und Hotel existenzbedrohende Folgen haben könnte. Zum anderen brauche es genügend Parkplätze für die beiden Betriebe auch nach dem Ausbau des Säliparks.

«Beide Probleme sind lösbar», sagt Rechtsvertreter Markus Spielmann auf Anfrage. Doch bisher sei es mit der Bauherrin Giroud Olma trotz mehrerer Versuche nicht zu einer Einigung gekommen. «Der gute Wille von unserer Seite ist vorhanden und wir sind für Gespräche weiterhin bereit», sagt Spielmann.

Ihre Einsprache nicht weitergezogen hat hingegen die Fachhochschule Nordwestschweiz, als unmittelbare Nachbarin des Säliparks. «Wir geben dem Bauprojekt so grünes Licht», sagt Standortleiter Ruedi Nützi auf Anfrage. Man werde nun Vorbereitungen treffen, damit die negativen Auswirkungen der Bauphase auf das betroffene Institut für Optometrie erträglich gestaltet werden könnten. «Wir prüfen mehrere Optionen, auch ein Umzug in dieser Zeit ist eine Variante», sagt Nützi.

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