Olten

Säli-Schlössli steht wieder ohne Pächter da

Wieder verlassen: das Säli-Schlössli

Wieder verlassen: das Säli-Schlössli

Nach knapp dreieinhalb Jahren streichen die Event-Köche im Säli-Schlössli die Segel. Die Zukunft des Hauses ist wieder ungewiss, die Nachfolge noch keineswegs gesichert.

Vom Mai 2010 stammt die letzte Personalmeldung vom Säli-Schlössli, wie die Liegenschaft im Besitz der Bürgergemeinde Olten im Volksmund liebevoll genannt wird. Damals übernahm der Verein «Event-Köche» mit Dominik Jenni, Roger Kissling und Adrian S. Kiefer als Pächter das Lokal; das Trio wollten auf dem Säli über Olten vom traditionellen Speckplättli bis zum Hochzeitsmahl die breite kulinarische Palette anbieten. Jetzt hat das Trio die Segel gestrichen. Ende 2013 hat der Verein den Pachtvertrag aufgelöst.

Suche gestartet

Ein Umstand, den die Bürgergemeinde veranlasste via spezialisierten Treuhänder sofort die Suche nach potenziellen Pächtern zu starten, so Bürgerschreiberin Arlette Mauer. Dies in der Hoffnung, den Betrieb im März oder April wiedereröffnen zu können.

Doch daraus wurde nichts. «Die Suche gestaltet sich als sehr schwierig», weiss Maurer, die eigentlich nicht davon ausgeht, dass der Restaurationsbetrieb seine Pforten in den nächsten Wochen wird öffnen können.

Aber die täglichen Telefonate von Schlössli-Besuchenden, die dort oben vor verschlossenen Türen stehen und sich nach dem Schicksal des Hauses erkundigen, beweisen: Das Lokal hat seine Kundschaft. «Im Moment ist das Wetter natürlich auch gut», sagt Arlette Maurer.

Schwierig

Für Dominik Jenni waren nicht in erster Linie wirtschaftliche Gründe für den Rückzug verantwortlich, wie er auf Anfrage erklärte. Obwohl: Er gesteht gerne ein, dass es sehr schwierig sei, den Betrieb im Schlössli wirtschaftlich rentabel zu gestalten.

Am ehesten sieht er eine Chance für den Betrieb, wenn ein gestandener Unternehmer mit einer breiten Basis das Restaurant saisonal führt. «Wichtig ist halt, dass man dort oben situativ handeln und kurzfristig reagieren kann», weiss Jenni.

Die Frequentierung des Restaurants sei stark von Wetter und Jahreszeit abhängig. Zudem seien die Arbeitswege lang, was einen personalintensiven Betrieb notwendig mache. «Und was dann, wenn keine Gäste kommen?», fragt er rhetorisch.

Für ihn ist die Phase im Schlössli abgeschlossen. Der primäre Grund für den Weggang: Er wendet sich neuen Ufern zu und spielt mit dem Gedanken, auszuwandern. Nach Tansania, wie er verrät. Und wenn nicht alles täuscht, wird er auch dort gastronomisch tätig werden. Jedenfalls schliesst er das nicht aus.

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