Die Gemeindeversammlung Fulenbach genehmigte die Jahresrechnung 2017 und erteilte dem Gemeinderat einstimmig die Décharge. Die Erfolgsrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 85'875 Franken ab, nachdem das Budget noch mit einem kleinen Defizit gerechnet hatte. Das positive Endergebnis kam allerdings nur durch einen ausserordentlichen Ertrag zusammen. Vor sechs Jahren war nämlich beschlossen worden, eine Vorfinanzierung für die Sanierung des Fahrrains zu bilden.

Die Instandhaltung der Strasse samt Hangsicherung in diesem Gebiet hängt allerdings mit dem Aareübergang Fulenbach-Murgenthal zusammen. Dieses Projekt ist aber nicht spruchreif. Deshalb ist auch mit einer Realisierung der Fahrrainsanierung in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Gemäss Vorgaben muss das Geld aus Vorfinanzierung innerhalb von fünf Jahren für das betreffende Vorhaben ausgegeben werden, oder aber die Rückstellung muss aufgelöst werden. Somit muss auch die Vorfinanzierung «Fahrrain» im Betrag von 200'000 Franken verflüssigt und zugunsten der Erfolgsrechnung aufgelöst werden. Durch diesen buchhalterischen Vorgang entstand aus dem Defizit der erwähnte Ertragsüberschuss.

Der grösste Einnahmenposten, die Steuern im Betrag von 5,028 Millionen liegen mit einem Zuwachs von 86'000 Franken leicht höher als budgetiert. Grundsätzlich befinden sich die Fulenbacher Gemeindefinanzen im Gleichgewicht, wie Gemeindepräsident Thomas Blum feststellen konnte. Auch die Spezialfinanzierungen wie Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallbeseitigung sowie Forstwesen weisen positive Resultate auf. Das gleiche gilt für die gemeindeeigene Elektrizitätsversorgung EFU, welche den Gewinn von gut 100'000 Franken dem Eigenkapital gutschreibt. Sämtliche Rechnungen und Nachtragskredite wurden von den 36 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig genehmigt.

Grünes Licht für Renovation

Beim separaten Kredit über 285'000 Franken stimmten ebenfalls alle Anwesenden mit Ja. Mit diesem Geld sollen Dachgeschoss und Keller des alten Schulhauses umgebaut werden. Die ehemalige Abwartswohnung unter dem Dach kann damit besser schulisch und kulturell genutzt werden, so unter anderem auch als Sitzungszimmer für Vereine oder die Chutzenköche, ein Freizeitverein. Keine Opposition erwuchs auch dem Kredit für die neuen Büros der Sozialregion in den ehemaligen Motorola-Gebäuden in Hägendorf.

Statutenänderung befürwortet

Problemlose Zustimmung erfuhr auch die Statutenrevision des Zweckverbands der Kreisschule Gäu mit Standort Neuendorf. Unverändert bleibt die Hauptaufgabe der Kreisschule mit dem Angebot der Klassen der Sekundarstufe 1 in den Niveaus B (Basis), E (erweitert) und P (Progymnasium). Angepasst wurden vor allem die finanziellen Kompetenzen. Der Vorstand des Zweckverbands verfügt über eine Ausgabenkompetenz bis zu 30'000 Franken. Für Ausgaben über 1 Million Franken besteht das fakultative Referendum, über Ausgaben höher als 2,5 Millionen Franken stimmen die Gemeinden ab, wenn der Kredit in der Delegiertenversammlung das Quorum von 2/3 der Delegiertenstimmen nicht erreicht.

Der Fulenbacher Gemeinderat hat in einer Klausurtagung ein Leitbild 2030 erarbeitet. Es soll die Grundrichtung angeben und Ziele aufzeigen, welche sich der Rat für die nachhaltige Entwicklung von Fulenbach setzt. Das Leitbild dient ihm in der laufenden Legislaturperiode als Grundlage für die Besorgung der anstehenden Geschäfte. Kernpunkte sind eine möglichst energietechnische Eigenversorgung, ein attraktiver, lebendiger Dorfkern und die Entlastung des Dorfes durch eine neue Aarebrücke. Im Zuge der 800-Jahr-Feier soll ein neues kulturelles Begegnungszentrum für die Bevölkerung und speziell die Vereine – Stichwort Doppelturnhalle – realisiert werden können.