Auf Paul Mariampillais Gesicht ist stets ein Lächeln zu entdecken. Er grüsst jede und jeden mit Herzlichkeit und der Frage ob es gut geht. Die Frage nach dem Wohlergehen ist dabei nicht nur oberflächlich, sondern er interessiert sich wirklich für das Befinden seines Gegenüber. Das lässt Paul Mariampillai sofort sympathisch erscheinen.

Er nimmt sich stets Zeit für ein kurzes Gespräch, auch wenn er meist in Eile ist, denn schliesslich wartet Arbeit auf ihn. Während des Adventsmarkts besonders viel. Es herrscht vier Tage Ausnahmezustand. «Normalerweise bin ich alleine in der Küche, am Adventsmarkt sind wir zu viert.» Das sei aber kein Problem. Das Küchenteam habe es untereinander gut, der Spass komme nicht zu kurz, die Atmosphäre sei hervorragend.

Seit 24 Jahren in der Schweiz

Paul Mariampillai stammt ursprünglich aus Sri Lanka. Vor 24 Jahren kam er mit seiner Familie aus politischen Gründen in die Schweiz. Daraufhin arbeitete er im Winter im Bahnhof Buffet und im Sommer im der Badi Olten als Koch. Ausserdem hatte er quasi seit seiner Ankunft in der Schweiz Kontakt zum Kloster. So half er als Nicht-Bruder gelegentlich in der Klosterküche aus, wenn der damalige Koch Bruder Justin abwesend oder in den Ferien war.

Vor sieben Jahren sei es Bruder Justin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen für die Klostergemeinschaft zu kochen, erzählt Paul Mariampillai. Als er angefragt wurde, ob er den Posten übernehmen möchte, habe er ohne mit den Wimpern zu zucken zugesagt und seither ist die Klosterküche sein persönliches Reich.

Rechtzeitig alles neu

Apropos Küche: Vor Kurzem konnte der 46-Jährige die komplett renovierte Küche in Beschlag nehmen. Die neue Küche vereinfache natürlich einiges. «Vorher habe ich mit einer Holzheizung kochen müssen - die optimale Koch-Temperatur zu finden war nicht einfach. Ausserdem gab es immer enorm viel Staub», erzählt Mariampillai. Allen Vorteilen und Vereinfachungen zum Trotz, etwas fehlt ihm doch: «Der Holzbackofen! So gut wie dort drin, wird der Braten mit dem elektrischen Backofen nicht mehr», meint er mit einem Lächeln.

Zumindest für den Adventsmarkt spielt das keine Rolle. Dort gibt es nämlich keinen Braten. Die Menüs sind ohnehin seit der ersten Ausgabe vor fünf Jahren stets dieselben. Das sei in Ordnung so, weil die Besucherinnen und Besucher das vorhandene Angebot schätzten, wie Paul Mariampillai weiss. «Eine Änderung muss nicht her!»

Alles bereit

Die Menüs mögen zwar immer dieselben sein, er mag den Adventsmarkt gleichwohl. Es sei eine Abwechslung zum Alltag. «Es ist für ihn sicherlich schön, einmal nicht nur für die alten Männer vom Kloster kochen zu müssen», meint OK-Präsident und Klosterbruder Josef Bründler scherzhaft. Ebenfalls mag der seit vier Jahren eingebürgerte Schweizer die Begegnungen mit Kollegen am Adventsmarkt.

Aber klar, es sei auch stressig. «Am Morgen stehe ich ab sieben Uhr in der Küche und komme oft erst weit nach Mitternacht ins Bett», meint Paul Mariampillai mit einem vielsagenden, verschmitzten Lächeln. Voller Einsatz also für den Adventsmarkt. Den geben bis heute Abend auch die Zivilschützer. Laut Bauchef Fridolin Fleischli verlaufen die Arbeiten nach Plan, sodass heute Abend alles bereit sei für die fünfte Ausgabe des Adventsmarktes im Klostergarten.