Open Fly-In
Die grosse Freiheit der Modellflieger über Oberbuchsiten

Der Modellflugverein Gäu konnte sein traditionelles Open Fly-In nach einer Coronapause wieder durchführen.

Lavinia Scioli
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Ein Schleppflugzeug zieht das 16 Kilogramm schwere Segelflugzeug mit 5 Metern Spannweite von Hans Gratwohl in die Höhe.

Ein Schleppflugzeug zieht das 16 Kilogramm schwere Segelflugzeug mit 5 Metern Spannweite von Hans Gratwohl in die Höhe.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Am vergangenen Samstag lud der Modellflugverein Gäu in Oberbuchsiten zum jährlichen Open Fly-In, dem freien Fliegen, ein. Mit Fernsteuerung führten und steuerten die Piloten ihre Kunststücke vom Boden aus. Während Sonnenstrahlen auf den grünen Flugplatz fallen, ziehen über dem Jura erste Wolken auf. Über die Lautsprecheranlagen erklingt Musik. Zuschauer unterhalten sich und essen gemeinsam zu Mittag.

Im Vordergrund ertönt der Klang der Flugmodelle. Rund 40 von ihnen fanden am Samstag auf der Piste ihren Platz: von Kunstfliegern, die sich durch ihre Snap-Figuren auszeichnen, bis hin zu Jets, die einen etwas ruhigeren Stil fliegen.

Freies Fliegen ohne festes Programm

Am Open Fly-In in Oberbuchsiten werden befreundete Vereine und Piloten vom Modellflugverein Gäu einmal im Jahr zum freien Fliegen eingeladen, erklärt der aus Selzach stammende Vereinspräsident Roger Soom. Denn in Oberbuchsiten kann immer noch das ganze Spektrum vom Modellflug angeboten werden: Benzin-, Elektro- und Turbinenmodelle. Es gibt kein festes Programm am Open Fly-In. Auch eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Auf einer Tafel können sich Piloten zum Fliegen ein- oder austragen. Denn der Anlass soll ganz unter dem Motto des freien Fliegens stattfinden können, erzählt Soom.

So werden auch der Flugstil, die Kunststücke und die Manöver ganz dem Piloten überlassen. Ein Modellflieger wirbelt in der Luft herum. Die Zuschauer klatschen mit dem Motorengeräusch im Einklang. Zusätzlich wird der Flug kommentiert, um den Zuschauern die wichtigsten Informationen über den Piloten und das Modell zu übermitteln. Die

Impressionen von Samstag.

Impressionen von Samstag.

Bruno Kissling

Sicherheit steht an oberster Stelle

Ein Sicherheitsnetz trennt den Flugplatz von den Zuschauern ab, denn «die Sicherheit ist das oberste Dekret», erklärt Soom, als sich zwei F-16 Jets beim Startflug auf der grünen Wiese durch ihren Klang bemerkbar machen. Auf der Südseite der Piste in Richtung Autobahn herrscht Flugverbot, um einen sicheren Betrieb gewährleisten zu können, denn die Flugbewegung findet immer zum Jura hin statt, erzählt Soom.

Das Sicherheitsnetz trennt die Zuschauer vom dreieinhalbjährige David Affolter-Isch aus Hessikofen mit seiner Trojan T28 und sein Vater Daniel Affolter mit einer L-39 Albatros.

Das Sicherheitsnetz trennt die Zuschauer vom dreieinhalbjährige David Affolter-Isch aus Hessikofen mit seiner Trojan T28 und sein Vater Daniel Affolter mit einer L-39 Albatros.

Bruno Kissling

Durchschnittlich wird mit 16 Jahren aktiv begonnen zu fliegen, «gegen oben ist es dann offen», erklärt der 58-Jährige. Soom selber hat mit 14 Jahren angefangen: «Es ist ein interessantes Metier. Man bewegt sich im Dreidimensionalen. Bereits mein Vater war vom Modellfliegen begeistert, sodass das Flieger-Gen von zu Hause kam.»

Bei leichtem Wind starten drei Modellflieger. Benzingeruch verteilt sich auf dem Feld: «Das ist das Feeling. Jetzt riecht es nach Modellfliegerei», erklärt Elsbeth von Rohr. Vor 43 Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann Oskar den Modellflugverein Gäu gegründet. Kurt Ruf, Vizepräsident des Vereins und Hauptorganisator des Open Fly-In, wird von Kindern umgeben, die vor dem Sicherheitsnetz stehen und die Kunststücke der Piloten bestaunen.

Die Begeisterung für den Modellflug bekam der Wolfwiler durch seinen Vater. Bereits mit 17 Jahren fing er mit dem Fliegen an. Der 62-Jährige erklärt, dass er den Zusammenhalt im Verein und die geteilte Leidenschaft für den Modellflug besonders schätzt.

Früh übt sich: Der dreieinhalbjährige David Affolter-Isch aus Hessikofen mit seiner Trojan T28 und sein Vater Daniel Affolter mit einer L-39 Albatros.

Früh übt sich: Der dreieinhalbjährige David Affolter-Isch aus Hessikofen mit seiner Trojan T28 und sein Vater Daniel Affolter mit einer L-39 Albatros.

Bruno Kissling

Der 16-jährige Jonas Lerch kam ebenfalls durch seinen Vater zum Modellfliegen. Einmal nahm er seinen Kollegen Tim Jäggi mit auf den Flugplatz. Die beiden Lostorfer kennen sich bereits seit der ersten Klasse. Schnell fand der 17-jährige Tim ein Hobby im Modellflug. Seither verbindet die beiden ihre Freundschaft und ihre gemeinsame Leidenschaft für den Modellflug.

Im vergangenen Jahr konnte der Open Fly-In coronabedingt nicht stattfinden. Dennoch wollte der Verein mit seinen 75 Mitgliedern die Dankbarkeit zum Ausdruck bringen: «Piloten, die uns jahrelang treu waren, haben wir persönlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf Vereinsbasis eingeladen», erzählt Soom. Die Anlassbewilligung der Gemeinde und Auflagen des Bundesamts für Gesundheit ermöglichten es, dass der Anlass jetzt wieder öffentlich stattfinden konnte.

Ein Schleppflugzeug zieht das 16 Kilogramm schwere Segelflugzeug mit 5 Metern Spannweite von Hans Gratwohl in die Höhe.
23 Bilder
Das Schleppflugzeug bereit für den Start
Volle Konzentration bei den Modellflugpiloten
Eurosport Carf mit 1,68 Metern Spannweite von Sandro Tanner beim Vorbeiflug
Eurosport Carf mit 1,68 Metern Spannweite von Sandro Tanner beim Vorbeiflug
Eurosport Carf mit 1,68 Metern Spannweite von Sandro Tanner beim Vorbeiflug
Eurosport Carf mit 1,68 Metern Spannweite von Sandro Tanner beim Vorbeiflug
Eurosport Carf mit 1,68 Metern Spannweite von Sandro Tanner beim Vorbeiflug
Thomas Hoffmann (2.v.l.) aus Oberhofen mit seinem 21 Kilogramm schweren Segelflieger "Super Salto", ein Modell mit Turbine. 6 Meter Spannweite - 200 Kilometer/h Höchstgeschwindigkeit
Vereinspräsident Roger Soom (links) mit Maik (nicht Mike!!!) Stuber aus Biezwil und seinen zwei L39-Albatros Trainingsjets.
Ein Modell schöner und imposanter als das andere reihen sich neben dem Flugfeld für ihre baldigen Flüge auf
Maik (nicht Mike!!!) Stuber aus Biezwil und sein SohnSamuel mit dem Modell P47 Thunderbolt, einem 2. Weltkriegs-Flugzeug mit Sternmotor.
Absturz - mit Verlust muss man rechnen, doch die Ursache wird genaustens eruiert.
Impressionen vom Open Fly Inn am Samstag
Impressionen vom Open Fly Inn am Samstag
Impressionen vom Open Fly Inn am Samstag
Impressionen vom Open Fly Inn am Samstag
Impressionen vom Open Fly Inn am Samstag
Hohe Schule des Modellflugs mit zwei Düsenjets aus Deutschland über dem Himmel von Oensingen und Oberbuchsiten
Perfektion bis ins letzte Detail
Früh übt sich: Der dreieinhalbjährige David Affolter-Isch aus Hessikofen mit seiner Trojan T28 und sein Vater Daniel Affolter mit einer L-39 Albatros.
Niko Fräulin aus Deutschland wartete mit beeindruckenden Manövern mit seiner "Extras 300" auf. Das Flugzeug hovert sich senkrecht gen Himmel.
Impressionen vom Open Fly Inn am Samstag

Ein Schleppflugzeug zieht das 16 Kilogramm schwere Segelflugzeug mit 5 Metern Spannweite von Hans Gratwohl in die Höhe.

Bruno Kissling

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