Die Nervosität ist spürbar auf dem Platz vor der St.-Marien-Kirche, obwohl es bereits das zweite Mal ist, dass sich die 20 Kinder mit ihren Eltern dort versammeln. Wie schon am Vorabend geht es nach Zürich, doch weder in den Zoo noch zum Shopping auf die Bahnhofstrasse, sondern ins Hallenstadion, ans Konzert des weltberühmten Robbie Williams.

Nicht irgendwo unter den rund 13 000 Zuschauern, sondern auf der grossen Showbühne werden die Kids auch an diesem Abend wieder stehen. Die Acht- bis Zehnjährigen aus der Region Olten bilden nämlich den Kinderchor, welcher Robbie Williams bei seiner Performance von Frank Sinatras Lied «High Hopes» begleitet.

«Es war mega cool»

Mit von der Partie sind die achtjährigen Sara und Giorgia sowie der neunjährige Beda, allesamt aus Starrkirch. Die drei sind von ihrem ersten Auftritt am Montag ganz begeistert. «Ich war vorher den ganzen Tag nervös», meint Giorgia, die anderen beiden stimmen zu. Heute sei es schon besser, meinen sie, doch man merkt, wie sich so kurz vor der Abfahrt unter den langsam eintrudelnden Chorkindern die Aufregung wieder breitmacht.

(Quelle: youtube/Reto Baumgartner)

Oltner Kinderchor singt mit Robbie Williams

Gegen das Lampenfieber hilft natürlich auch, die Eltern oder die Geschwister im Publikum zu wissen. «Mein Mami stand in der ersten Reihe», freut sich Giorgia, auch Saras Eltern waren am ersten Abend im Publikum. Bedas Familie würde am heutigen Abend dabei sein, um mit ihrem Sohn mitzufiebern.

Ein nass geschwitzter Superstar

Über Robbie Williams wissen die drei Chormitglieder nicht sehr viel zu erzählen. Verständlicherweise hatten die beiden Mädchen ihn vorher noch gar nicht, der ein Jahr ältere Beda nur vom Hörensagen gekannt. «Wir haben sein Kind gesehen», berichten sie, wobei sie sich über dessen Grösse und Alter nicht ganz einig werden, «und er hat uns einen Handklatsch gegeben.» Was ihnen dabei am besten in Erinnerung geblieben war: «Er hat von Kopf bis Fuss geschwitzt, sein Gesicht war ganz nass.»

Rundum zufrieden

Kinderliedermacher Christian Schenker hat den ersten Auftritt sehr positiv empfunden. «Es war unvergesslich, schwer zu beschreiben. Eine Mischung aus Herzklopfen, Übermut, Freude und Lampenfieber.» Er war es, der den Chor speziell für diese zwei Konzerte auf die Beine gestellt und mit den Kindern – mithilfe von Chorleiterin und Musicaldarstellerin Michaela Gurten – seit einem Monat wöchentlich geprobt hat. Die Chorleiterin wird von Beda, Sara und Giorgia in den höchsten Tönen gelobt. «Es gibt einen Trick, mit dem die Proben nicht anstrengend sind», erzählen die beiden Mädchen, «er heisst Michaela.»

Doch auch umgekehrt sind die Chorleiter mit ihrem Chor zufrieden. Trotz ihrer jungen Jahre sei es ein Vergnügen, mit den Kindern zu arbeiten, so Schenker. Einige seiner Sänger hat er schon von früheren Projekten her gekannt, andere neu für dieses dazugewinnen können. «Fast alle haben schon Chor-Erfahrungen gesammelt und kennen sich mit grösseren Auftritten aus.» Der Chor wird nach dem gestrigen Auftritt sehr wahrscheinlich nicht mehr in dieser Formation zu sehen sein, meint Christian Schenker. «Ausser natürlich, Robbie lädt uns nach Amsterdam ein.»