Olten
Plastik wird schön inszeniert: Fotografin Flavia Schaub hat einen anderen Blick auf den Wertstoff

Die Fotografin Flavia Schaub ist in Olten aufgewachsen und zeigt im Lokal Mokka-Rubin eine Arbeit, die in der Coronazeit entstanden ist.

Fabian Muster
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Flavia Schaub zeigt im «Mokka-Rubin» sieben Bilder aus der Fotoserie «Strukturen».

Flavia Schaub zeigt im «Mokka-Rubin» sieben Bilder aus der Fotoserie «Strukturen».

Bruno Kissling

Für Flavia Schaub ist es eine Art Rückkehr: Sie hat in ihren Anfängen als Fotografin einst im früheren Fotostudio von Heinz Rubin einige Handgriffe in der Reprofotografie erlernt. «Es ist schön, dass die Fotografie nun wieder ins ‹Mokka-Rubin› zurückkehrt», sagt Schaub, die zwar in Olten aufgewachsen ist, aber seit über zehn Jahren in Basel lebt und dort auch ihr eigenes Fotostudio hat.

In ihrer Ausstellung sind sieben Fotos aus ihrer Serie «Strukturen» im Lokal zu sehen. Die 37-Jährige inszeniert Plastik. «Der Ursprungsgedanke war, dass Plastik in der Umwelt anzutreffen ist, wo er nicht hingehört, etwa im Meer oder als Littering.» Plastik werde heute einfach als Wegwerfartikel betrachtet, aber eigentlich müsste die Gesellschaft mit dem Wertstoff einen anderen Umgang finden, sagt sie. Für ihre Fotos hat Schaub unterschiedliche Plastikgegenstände wie Schrumpffolie genutzt, mit Techniken wie der Langzeitbelichtung aufgenommen und nachträglich bearbeitet. Was die Leute für Motive in den Bildern sehen, sei unterschiedlich: «Sie schauen das Foto an und sagen etwa: Das ist jetzt aber eine schöne Blume!» Auf den zweiten Blick werde den Leuten dann aber klar, dass dem nicht so sei. «So beginnt vielleicht das Nachdenken.»

Die Fotoserie Strukturen ist während der Coronazeit entstanden, die auch für sie als Fotografin eine schwierige Zeit ist. «Plötzlich war alles Geplante abgesagt.» Zum Teil seien heute noch Jobs offen, die noch nicht nachgeholt wurden. Für Schaub war Corona aber auch eine gute Lehre: Sie musste als Selbstständige überlegen, wie es weitergeht. «Es ging irgendwie weiter», weiss sie. Mittlerweile ist die Auftragslage wieder gut, und sie arbeitet an diversen Projekten etwa an einer Plakatkampagne. Nächste Woche erhält sie zudem nach 2013 einen weiteren Preis des Kantons Solothurn: Sie wird mit dem Fachpreis Fotografie ausgezeichnet, der mit 10'000 Franken dotiert ist.

Hinweis: Ausstellung «Strukturen», Vernissage am Freitag, 12. November, um 18 Uhr; Ausstellung läuft bis Januar 2022 und ist zugänglich zu den Öffnungszeiten des Lokals, siehe www.mokka-rubin.ch

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