Grundsatzentscheid
Fasnacht in Olten soll mit genereller 3G-Zertifikatspflicht stattfinden – Umzug steht aber auf der Kippe

In Olten soll die Fasnacht mit einer generellen 3G-Zertifikatspflicht stattfinden – für alle Fasnachtsangehörigen und auch für das Publikum.

Urs Huber
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Oltner Fasnachtsumzug 2020 in der Kirchgasse; ob die Ausgabe 2022 über die Bühne gehen kann, ist noch nicht sicher.

Oltner Fasnachtsumzug 2020 in der Kirchgasse; ob die Ausgabe 2022 über die Bühne gehen kann, ist noch nicht sicher.

Bruno Kissling

Das Positive vorweg: Es soll in Olten eine Fasnacht 2022 geben: Jedenfalls eine, welche im Namen des Fasnachtskomitees (Fuko) organisiert wird. «Wie ich vor ein paar Monaten schon sagte: Es gibt eine Fasnacht 2022 im Rahmen des Möglichen», meint Beat Loosli, Präsident des Fuko-Rates. Und Covid-19 bestimmt, was möglich sein wird. Denn alle Szenarien entwickeln sich diesbezüglich vor unsicherem Hintergrund.

Heute ist festzuhalten, dass sich die organisierten Oltner Fasnächtlerinnen und Fasnächtler auf eine Strategie geeinigt haben: Zum Schutz aller Fasnachtsteilnehmenden und der Zuschauerinnen und Zuschauer müssen sich sämtliche Aktiven bei den Fuko-Anlässen der 3G-Regel unterziehen. Für Veranstaltungen in Innenräumen gilt diese Pflicht auch für Zuschauerinnen und Zuschauer. «Der Entscheid fiel ohne grosse Opposition und einstimmig», wie Loosli sagt.

Entscheid über Umzug steht noch offen

Unsicher ist allerdings noch, ob ein Umzug stattfinden kann. «Wir sind uns bewusst, die definitive Entscheidung unsererseits fällt relativ spät», sagt Loosli. Aber vor einem Entscheid ins Blaue hüte man sich.

«Ob denn tatsächlich einer durchgeführt werden kann, wird frühestens im kommenden Monat bekannt sein»,

sagt der Fuko-Präsident im Bewusstsein, dass unter solchen terminlichen Vorgaben wohl weniger Wagen den Umzug bereichern würden. «Wenn’s denn überhaupt solche gibt», wie er bedauernd hinterher schiebt. Was das Fuko aber bereits heute ausschliesst: die Durchführung eines Umzugs mit Zertifikatspflicht für die Zaungäste am Strassenrand. Das Umzusetzen sei für das Komitee leider nicht möglich, wie seiner versandten Medienmitteilung zu entnehmen ist.

Es gibt noch weitere Planspiele, deren Realisierung unsicher ist. Das Fuko denkt etwa über ein Armband nach, welches nach Überprüfung des Zertifikats als Signatur für freien Zutritt genutzt werden könnte. Allenfalls könnte ein Entscheid dazu gefallen sein, wenn im Januar das «definitive» Programm bekannt gegeben wird. Die Plakette kommt wie üblich bereits im Dezember in Umlauf.

Auch die Gastronomen freuts, bei aller Skepsis

Leises Aufatmen bei der Fasnachtsfamilie, aufatmen aber auch bei den Restaurationsbetrieben. «Ja, klar ist die Fasnacht für die ‹Waadtländerhalle› wichtig», meint Wirtin Rita Ledermann. Die ‹Waadtländerhalle› gilt als eigentliches Epizen­trum der städtischen Fasnacht. Sie erwirtschafte in den närrischen Tagen erfahrungsgemäss jeweils den jährlich anfallenden Pachtzins, wie sie zu verstehen gibt.

«Ach, manchmal sind mehr als doppelt so viele Leute in der Wirtschaft als überhaupt Sitzplätze zur Verfügung stehen»,

reicht die Wirtin nach. «Ja, ja, ihrer 140 Personen werden’s zu Spitzenzeiten dann schon sein», meint die Frau, die gleichzeitig vor ihrem Ruhestand auch ihre letzte Fasnacht als Wirtin erleben wird. Obwohl sie noch nicht so recht an die Fasnacht 2022 glauben mag, wie sie einräumt. «Ich höre von steigenden Fallzahlen, verschärften Massnahmen in den Nachbarländern. Also, ich weiss nicht so recht», gesteht sie freimütig.

Weniger skeptisch sieht’s Thomas Rhiner vom «Aarhof», wo seit Jahren Schnitzelbankabende stattfinden. «Mit der 3G-Regel lässt sich doch einiges machen», findet er. Gäste müssten sowieso zertifiziert sein. Selbst für den Umzug ist er optimistisch. «Der findet ja draussen statt», sagt er. Fasnacht sei doch eine schöne Tradition, auch wenn die daraus erzielten Umsätze sich nicht mehr positiv absetzten. «Das war früher mal», gibt Rhiner zu verstehen.

Auch für Urs Ulrich, seit 12 Jahren Chefwagenbauer der Fröscheweid-Zunft, steht die Fasnacht noch auf wackligen Füssen. «Da weiss man nie», sagt er. Aber wenn es denn einen Umzug gäbe: Die Wagenbauer der Fröscheweid wären zur Stelle.

«Wir pflegen die Kameradschaft und dazu gehört auch der Wagenbau»,

erklärt Ulrich kurz und knapp. Und wenn’s doch nicht zum Umzug kommt, dann wäre der Wagen auch für die Fasnacht 2023 zu brauchen. «An ein möglichst freies Thema haben wir schon im Vorfeld gedacht», meint er.

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