Schweizer Alpen-Club
Der oberste Schweizer Alpinist kommt aus Olten

Stefan Goerre, einstiger Präsident der SAC-Sektion Olten, wird Chef des Schweizer Alpen-Clubs. Er übernimmt das Amt von Françoise Jaquet.

Urs Huber
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Stefan Goerre mit seiner Vorgängerin Françoise Jaquet.

Stefan Goerre mit seiner Vorgängerin Françoise Jaquet.

Bild: zvg/Lukas Lehmann

Er gehört mit über 150'000 Mitgliedern zu den grössten Sportverbänden des Landes: der Schweizer Alpen-Club, umgangssprachlich SAC genannt. Der war 1863 im Bahnhofbuffet Olten SAC gegründet worden. Und jetzt steht diesem, nach einer 158-jährigen Geschichte, mit Stefan Goerre zum zweiten Mal nach Adolf Spring (1938–1940) ein Mitglied der SAC Sektion Olten vor. Der 62-jährige Kardiologe Goerre wurde am Samstag von der Abgeordnetenversammlung in Bern einstimmig zum Präsidenten gewählt. Er wird Nachfolger von Françoise Jaquet, die seit 2013, dem Jahr der Jubiläumsfeier zum 150. Geburtstag des SAC, als erste Frau dem Verband vorgestanden hatte.

Alle Viertausender der Schweiz hatten Goerre schon oben stehen

Gemäss Mitteilung des SAC hat der neue Präsident alle Viertausender der Schweiz bestiegen; 48 an der Zahl. Vom Allalinhorn (4027 m) bis hin zur Zumsteinspitze (4563 m), um es in alphabetischer Manier auszudrücken. «Das Dürrenhorn (4035 m) im Alter von 16 Jahren war mein erster Viertausender», erinnert sich Goerre, der bereits als 14-Jähriger dem SAC beigetreten war. Von 2012 bis 2021 war er Präsident der SAC-Sektion Olten. Der Bündner eröffnete 1998 in Olten eine kardiologische Praxis, welche er 2017 zur Gruppenpraxis erweitern konnte.

Goerre nennt als eines seiner wichtigsten Anliegen die Förderung des Nachwuchses. Nur: Wie soll der SAC jüngere Mitglieder werben? «Ein wichtiges Signal ist die soeben erfolgte Verjüngung des SAC-Zentralvorstands dank unserem neuen ZV-Mitglied Petra Klingler, der Olympiateilnehmerin im Sportklettern in Tokyo», meint er. Generell möchte man sich im SAC offen zeigen für neue «Action-Disziplinen» wie Eisklettern, Bouldern, Mountainbike, Slack-Line, Hallenklettern. «Hier können wir erfahrungsgemäss die heutige Jugend mehr abholen als etwa beim traditionellen Bergsteigen und Bergwandern», so der neue SAC-Präsident.

Es gab ein grosses und freudiges Hallo

Für Hugues Hagmann, Goerres Nachfolger als Präsident der SAC Sektion Olten, ist die Wahl seines Vorgängers an die Spitze des Verbandes Freude und Ehre. Es habe in Olten ein sehr freudiges Hallo gegeben, als bekannt wurde, dass Goerre kandidiere. Denn Goerre sei als Präsident der Ortssektion sehr gut bekannt gewesen. «Und er wurde auch grandios gewählt», sagt Hagmann anerkennend.

Der Trimbacher war bei der Wahl des Herzspezialisten in Bern persönlich dabei. Im Gegensatz zum neuen SAC-Präsidenten fehlen ihm jedoch noch ein Paar hiesige Viertausender im Palmarès. «Ich glaube, es sind noch etwa deren fünf», lacht er. Und sonst? «Ich glaube schon, dass seine Wahl stimulierend wirkt, speziell auf die Sektion Olten, die gut 1200 Mitglieder zählt», fährt Hagmann fort. Deren Zahl sei tatsächlich zunehmend, bestätigt er Goerres Einschätzung. Covid sei daran nicht unschuldig.

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