Hägendorf

Ohrenschmaus mit Hits und Evergreens

Der Männerchor Kappel und der Sängerverein Thalwil konzertierten vor vollen Rängen in der Raiffeisenarena Hägendorf.

Der Männerchor Kappel und der Sängerverein Thalwil konzertierten vor vollen Rängen in der Raiffeisenarena Hägendorf.

Nicht nur der «Kriminal-Tango» bereitete den Konzertgästen des Männerchors Kappel und des Sängervereins Thalwil grossen Spass.

So bunt wie die Hemden der 60 Sänger präsentierte sich das Programm, das der Männerchor Kappel und der Sängerverein Thalwil unter der Leitung der vorzüglichen Dirigentin Jasmine Asatryan am Samstagabend in der Raiffeisen Arena Hägendorf dem Publikum präsentierten.
Mit bemerkenswerten Worten zur Bedeutung des Chorgesangs in unserer Zeit begrüsste Präsident Titus Marbet die vielen Freundinnen und Freunde der Schlagermusik, die den grossen Saal bis auf den letzten Platz gefüllt hatten; durch das Programm führte sympathisch, kompetent und sehr persönlich – immer mit wenig Worten die richtigen Bogen schlagend – Theres-Ursula Beiner.

Von André Desponds, dem ausgezeichneten Begleiter am Steinway-Flügel jeweils mit wenigen Takten initiiert, erklangen – leider in etwas monotoner Folge – all die wohlbekannten Ohrwürmer aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts; Evergreens, die für viele der Besucher wohl lebhafte Erinnerungen an vergangene Tag wecken mochten. Namen wie Maffay, Dylan, Alexander, Presley, Quinn, Belafonte, Piaf, ABBA, Celentano, Jürgens, Anka oder Cash standen ja alle während längerer Zeit an der Spitze der damaligen Hitparaden.

Zu Höhepunkten wurden Improvisationen, die der vielseitige André Desponds als kleine Auflockerungen einstreute: Phantasievolle Variationen – sei es über ein Lied von Brahms, über ein französisches Chanson oder über Jazz-Standards –, alle mit grosser Delikatesse, virtuos und unverkrampfter Natürlichkeit dargeboten. Eine besondere Überraschung bereitete seine «Seitenwenderin» Eliane Frey dem Publikum, die ganz spontan zur Sängerin wurde. Mit ihrer instrumental geführten Stimme wusste sie besonders im feinen Zusammenspiel mit dem Ausnahmepianisten zu überzeugen.

Nicht ganz wunschgemäss

Wohl nicht ganz nach Wunsch geriet hingegen «Amigos para siempre», das durch die Interpretation von Startenor José Carreras bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 bekannt wurde. Zu viele Wünsche blieben hier offen: Die Intonation war mangelhaft und es fehlte – trotz heftiger Bemühungen der engagiert wirkenden Dirigentin – an Präzision und Spannung.

Ganz anders die Stimmung im letzten Stück des offiziellen Programms: Mit dem unverwüstlichen «Kriminal-Tango» – einem der erfolgreichsten Stücke des unvergessenen Hazy-Osterwald-Sextetts – bereiteten die Sänger dem Publikum grosses Vergnügen. Aufmerksam, ohne Notenhilfe wurde die «schaurige» Handlung erzählt.

Und plötzlich waren sie da: Die Lockerheit, die reiche Dynamik, die Präzision und der Humor, all das, was man leider an diesem Abend oft etwas vermisst hatte. Schade, dass die Sänger nicht den Mut hatten, sich noch mehr von ihren Notenblättern zu befreien!

Auch die stürmisch verlangte Zugabe – «Ein Stern» von DJ Ötzi – gelang auf diese Weise überzeugend und musste sogar wiederholt werden.

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