Derzeit wird beim Belchen der Sanierungstunnel erstellt, in dem ab 2021 der Autobahnverkehr rollen soll, damit die beiden bestehenden Röhren voraussichtlich ab 2022 saniert werden können. Das Aushubmaterial der Sanierung soll in einer neu zu erstellenden Inertstoffdeponie beim Südportal gleich neben dem Tunneleingang im Gebiet Schlatt eingebracht werden.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) unterstützt das Projekt der Bauunternehmung Tozzo mit Sitz in Bubendorf BL sowie der Java Rückbau-Recycling AG aus Riedholz. Astra-Sprecherin Esther Widmer der Filiale Zofingen schreibt auf Anfrage: «Es wäre für das Projekt Instandsetzung der bestehenden Tunnelröhren Belchen vorteilhaft, wenn die Deponie Schlatt für den Aushub zur Verfügung stehen würde.»

Bürgergemeinde stimmt Projekt zu

Die Deponie für Bauschutt würde auf einer Fläche von 12 Hektaren mit einem Volumen zwischen 2 bis 4 Millionen Kubikmeter – je nach Ausführungsvariante – auf dem Gemeindegebiet von Hägendorf entstehen.

Das Areal ist im Besitz der Bürgergemeinde, deren Souverän vergangenen August bereits die Zustimmung für das Projekt gegeben hat. Präsident Ruedi Studer sagt auf Anfrage, dass die Bürgergemeinde mit den beiden Betreiberfirmen bereits einen Dienstbarkeitsvertrag abgeschlossen hat, in dem Details wie die finanzielle Abgeltung geregelt sind. «Wir haben auch ein Eigeninteresse daran, dass dort eine Inertstoffdeponie entsteht», sagt Studer ohne Umschweife.

In seinen Augen bietet eine Deponie gleich neben dem Standort, wo das Aushubmaterial anfällt, aber vor allem den Vorteil der kurzen Transportwege. Und weil die Zufahrt über die Werkausfahrt der Autobahn geschehen könnte, gäbe es keinen Verkehr durchs Dorf.

CEO Mirko Tozzo von der gleichnamigen Bauunternehmung bezeichnet den Standort ebenfalls als «ideal». Auch die Einwohnergemeinde Hägendorf ist grundsätzlich «wohlwollend» gegenüber dem Projekt eingestellt, sagt Gemeindepräsident Andreas Heller auf Anfrage.

Wichtig sei für die Gemeinde, dass die Erschliessung via Autobahn erfolge. «Dies ist eine Bedingung und wurde uns so zugesichert», sagt Heller. In einer der nächsten Sitzungen will der Gemeinderat das Projekt behandeln.

Viele offene Fragen

Ob die neue Deponie allerdings in den Richtplan eingetragen wird, ist noch offen. Das kantonale Raumplanungsamt sieht die geplante Inertstoffdeponie weit skeptischer. «Es gibt noch relativ viele offene Fragen», sagt Rolf Glünkin, Leiter der Abteilung Grundlagen/Richtplan. Das Astra habe zwar Interesse an der Deponie signalisiert, doch der Bedarf dafür sei vom Bundesamt noch nicht genügend ausgewiesen.

Im Kanton Solothurn gibt es laut Glünkin noch genügend freies Volumen für Bauschutt: Nächstes Jahr soll die neue Deponie im Aebisholz bei Oensingen mit einem Volumen von 2,7 Millionen Kubikmetern in Betrieb gehen, zudem wird die bisherige Deponie Weid in Hauenstein-Ifenthal von 360'000 auf 780'000 m3 verdoppelt. Das würde für das Aushubmaterial des Belchentunnels von rund 200'000 m3 längst reichen.