Olten

Nimmt der neue Sälipark der Innenstadt Kunden weg?

So präsentiert sich die Situation heute: Auf der Fläche des Freizeitlands mit dem Baumarkt Migros Do it + Garden und dem Aussenparkplatz davor soll der neue Säliparkentstehen (siehe Darstellung unten). Die Turnhallen Giroud Olma hinter dem Freizeitland bleiben bestehen.

So präsentiert sich die Situation heute: Auf der Fläche des Freizeitlands mit dem Baumarkt Migros Do it + Garden und dem Aussenparkplatz davor soll der neue Säliparkentstehen (siehe Darstellung unten). Die Turnhallen Giroud Olma hinter dem Freizeitland bleiben bestehen.

Investor Thomas W. Jung will 100 Millionen Franken in den neuen Sälipark investieren, der bis 2020 stehen soll. Wird die Oltner Innenstadt mit dem erneuerten Einkaufszentrum Kunden verlieren?

Investor Thomas W. Jung vom Familienunternehmen Giroud Olma hat mit dem neuen Sälipark einiges vor: Das erneuerte Shoppingcenter soll nicht nur zum Einkaufen verführen, sondern die Kunden zum Verweilen und Flanieren einladen auf dem Begegnungsplatz vor und dem öffentlichen Innenhof innerhalb des neuen Sälipark-Gebäudes. Auch die Baukunst spielt in seinem Projekt eine wichtige Rolle: «Die Zeiten von grossen Billiggebäuden sind vorbei, die Kunden erwarten eine schöne Architektur», sagte Jung am Donnerstag vor den Medien. Der Inhaber der Immobilienfirma Giroud Olma stellt sich den Sälipark also so vor wie eine Altstadt im Kleinen: Einkaufen und Flanieren in ansprechender Atmosphäre. Könnte der neue Sälipark der Innenstadt damit Kunden wegschnappen? 

Die Gewerbler auf der linken Aareseite halten solche Schwarzmalereien nicht für angebracht. Die Stadt werde mit dem erneuerten Sälipark attraktiver als Einkaufsort, heisst es unisono. Urs Bütler von der Buchhandlung Schreiber: «Ich sehe ihn nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung für Olten.» Es müsse ein Miteinander sein, das vergrösserte Einkaufszentrum könne auch die linke Stadtseite beleben. Ähnliche Töne schlägt Alain Bernheim an vom gleichnamigen Kleidergeschäft mit drei Filialen: «Die Chance besteht, dass mit dem neuen Sälipark der Kuchen für den Detailhandel in Olten insgesamt grösser wird.» Auch «Rathskeller»-Wirt Roger Lang will sich von den neuen Gastro-Betrieben, die Investor Jung plant, nicht den Hunger verderben lassen: «Ich sehe keine grosse Gefahr für uns auf der linken Stadtseite, weil diese Restaurants und Take-aways abends ja nicht geöffnet haben.» Die Ausgangsszene spiele sich aber vorwiegend in der Innenstadt ab.

Hoffnung auf mehr Kunden

Die Unternehmer auf der rechten Aareseite hingegen erhoffen sich durch den neuen Sälipark bessere Geschäfte: «Wenn das Einkaufszentrum auch zum Begegnungs- und Verweilort wird, könnten wir die Kunden vom Online-Shopping weg zurück in die Läden holen», sagt Roland Rudolf von Rohr, Inhaber der Sälipark-Apotheke. Das Ziel müsse sein, die Oltner zum Einkauf in Olten zu animieren und die Kunden aus der Umgebung zurückzugewinnen, die in den letzten Jahren verloren gegangen wären. «Je stärker das Angebot in Olten ist, desto geringer die Abwanderung», sagt Rudolf von Rohr. Solche Hoffnungen macht sich Arthur Spring vom Quartier-Verein rechtes Aareufer weniger: «Der Sälipark wird nie ein so grosses Angebot haben wie etwa der Gäupark.» Das Bifangquartier werde mit dem Projekt zwar ganz klar aufgewertet, ein Negativfaktor sei allerdings der Mehrverkehr. «Darauf werden wir ein Auge haben und uns als Verein allenfalls beim Mitwirkungsverfahren einbringen.»

Kinobesitzer Konrad Schibli, der in seinem Youcinema-Komplex auch ein Subway betreibt, sieht dem Bauvorhaben gelassen entgegen. «Ich habe keine Angst vor Konkurrenz. Wenn eine gewisse Unterschiedlichkeit bei den Gastro-Angeboten da ist, könnte das auch mehr Leute anziehen im bisher stiefmütterlich behandelten Bifangquartier.»

Nicht für eine Stellungnahme zu erreichen waren Gewerbe-Olten-Präsident Fabian Aebi und Wirtschaftsförderer Urs Blaser. Noch nicht äussern wollte sich Coop-City-Geschäftsführer Hans Ruedi Kern.

Oltens Stadtpräsident Martin Wey zum Projekt Sälipark 2020

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