Olten

Nach vier Jahren ist Schluss: Cultibo-Leiter wechselt den Job

Christoph Wüthrich (Bildmitte) bei der Vergabe des Sozialpreises 2018.

Christoph Wüthrich (Bildmitte) bei der Vergabe des Sozialpreises 2018.

Zentrumsleiter Christoph Wüthrich verlässt Cultibo nach vier Jahren – ein Rückblick auf Oltner Zeiten.

Im September heisst es Abschiednehmen für die Cultibo-Gemeinde, wenn Zentrumsleiter Christoph Wüthrich nach vier Jahren seine Segel setzt und zu neuen Ufern aufbricht. Wer das Ruder übernimmt, steht offen. Die 65 Prozent-Stelle als Zentrumsleiter ist ausgeschrieben. Was hat sich in diesen vier Jahren getan und wie hat Wüthrich die Zeit als Zentrumsleiter miterlebt?

«Der Grund für das Aufhören ist einfach. Ich komme aus Basel und wechsle jetzt wieder dorthin zurück in ein Quartierzentrum», sagt Wüthrich auf Anfrage. Für den Wechsel gebe es viele Gründe, aber keine wirklich triftigen oder problembeladenen. Auch wenn der Basler in seine Heimatstadt zurückkehrt, nimmt er viele Eindrücke aus diesen vier Jahren in Olten mit. «Das Cultibo ist ein sehr lebendiger Ort mit verschiedenen Leuten aus der Stadt, Kulturen oder Lebensentwürfen», so der Zentrumsleiter.

Das Cultibo sei ein Ansprechort. So würden Wünsche geäussert, Diskussionen abgehalten und Kompromisse ausgehandelt. Gerade dafür sei es wichtig, eine passende Plattform zu haben, vor allem auch für die Leute, die etwas machen möchten, aber keinen Zugang haben. Grössere oder interkulturelle Konflikte gab es laut Wüthrich keine. «Als ich hier 2016 angefangen habe, waren wir immer noch in einer Etablierungsphase, wie es sich bei der finanziellen Unterstützung durch die Stadt zeigte», weiss der Basler. Doch mittlerweile zeichnet Wüthrich ein ganz anderes Bild, denn in den vier Jahren gab es mehr Besucherzahlen und das Cultibo ist in der Stadt akzeptiert worden, heisst es weiter. «Wir konnten weiterwachsen und sind auch bekannter geworden. 2018 hat das Cultibo den Sozialpreis des Kantons Solothurn erhalten», sagt Wüthrich. Gerade den Anstieg der Freiwilligen und Besucher führt der Zentrumsleiter auf einen erhöhten Bekanntheitsgrad zurück, insbesondere durch den Sozialpreis.

Oftmals meldeten sich Interessierte aber auch von allein via E-Mail. Auch bei den Angeboten und Veranstaltungen konnte das Cultibo, dank einer Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Integration Olten, eine Zunahme registrieren, was zirka 100 Veranstaltungen mehr pro Jahr als 2016 sind. Stellt sich die Frage, ob eine 65-Prozent Stelle für die Zentrumsleitung genügt. «Im Januar konnten wir die Mitarbeiterstelle von 15 auf 30 Prozent aufstocken, was angesichts der Zunahme an Freiwilligen und Kursen entlastend war», sagt der Basler. Als ideal wertet Wüthrich das Stellenpensum von 65 Prozent nicht. Wie hoch der Wert sein müsste, konnte er aber nicht konkretisieren.

Trotz der Erfolge, welche das Cultibo in den vier Jahren verzeichnen konnte, gab es auch einen Rückschlag durch das Coronavirus. «Es war einschneidend. Mit den Massnahmen Mitte März mussten wir schliessen», erinnert sich der Zentrumsleiter. Dem Begegnungszentrum fehlte in dieser Zeit auch der Kontakt zu den Quartierbewohnern. «Seit Mitte Juni haben wir wieder geöffnet, doch es braucht Zeit, um die Leute wieder anzusprechen», sagt Wüthrich. Während dieser Zeit spannte das Cultibo mit der «Nachbarschaftshilfe Olteneinfach» zusammen.

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