Statt sich in Badekleidung draussen zu sonnen, sind die Menschen wieder vermehrt in Schale und Jacken eingepackt. Die Glace zur Abkühlung weicht mittlerweile schon einer wärmenden Tasse Tee. Die Zeit des Sommers ist vorbei.

Deshalb schliessen nun auch nach und nach die Tore der Badeanstalten in der Region. Deren Saisonbilanz hängt stets von mehreren Faktoren ab, die jeweils auch die Besucherzahlen beeinflussen.

Viel Sonne bei Saisonstart

Der Start in die Badi-Saison war geprägt von heissen und sonnigen Tagen. Kaum ein Juni war jemals so heiss wie der Juni 2017, gar «Rekordjuni» wurde er schweizweit betitelt. Die etwas atypische Hitzewelle brachte den Badis zahlreiche Gäste, die auf der Suche nach Abkühlung den Weg in die Schwimmbecken suchten.

Obwohl jedoch die Gesamttemperaturen im Juni sehr hoch waren, gab es keine extrem heissen Tagen. Das bestätigt auch der Oltner Badmeister Thomas Müller: «Wegen den hohen Temperaturen hatten wir oft gut 2000 Besucher pro Tag. Aber die Spitzentage mit rund 5000 Besuchern hatten wir nie.»

Auch sei es für die Badi nicht förderlich gewesen, dass das Wetter am Sommeranfang kontinuierlich gut war. «Die Leute gingen deshalb oft an die Seen. Sogar die Aare war teilweise 22 Grad warm», sagt Müller und fügt lachend an: «Da braucht man ja keine Badi mehr.»

Der schöne Frühling hatte auch für die Badi Mühlematt in Egerkingen einen positiven Einfluss. «2017 war definitiv eines unserer besseren Jahre», zieht Leiter André Strub Bilanz. «Wir haben am Anfang viele Abos verkauft.» Trotz, oder eben wegen, den hohen Temperaturen gab es zu dieser Zeit jedoch auch viele Gewitter. Vor allem abends und an den Wochenenden.

Dies merkte auch Phithak Schmassmann, Badmeister der Badi Schönenwerd: «Die wichtigsten Tage, Samstag und Sonntag, waren nicht diejenigen, die am besten besucht waren.»
Zudem sei das Wetter kurz vor den Sommerferien immer schlechter geworden. Deshalb hätten da auch die Besucherzahlen wieder abgenommen. Für die Badis ist das jedoch keine Besonderheit, denn die Ferien gehören nicht zu den besten Badi-Zeiten.

«Viele Besucher fahren dann in den Süden,» vermutet Ursula Nufer, Leiterin der Badi Balsthal. «Nach den Sommerferien ist das Bedürfnis nach Abkühlung gesättigt.» Für die Saison ist deshalb hauptsächlich der Start im Mai und im Juni ausschlaggebend. Und da dieser gut war, sind sich die Badis einig: Grundsätzlich war es ein gutes, aber auch durchschnittliches Jahr.

Neuerungen dieses Jahr

Für einige Badis auch deshalb, weil sie in diesem Jahr etwas Neues vorwiesen. Die Oltner Badi bot ihren Gästen gar zwei Neuheiten: Eine neue Rutsche und die sogenannten Enzo-Möbel, die ihren Platz im Badi-Areal gefunden haben. «Die neue Rutsche wurde sehr gut angenommen, da hatte es immer eine lange Schlange», sagt Badmeister Müller. Auch die Enzo-Möbel seien beliebte Plätze zum Verweilen.

Zudem fanden in diesem Jahr viele Veranstaltungen in der Nähe des Bades statt, von welchem das Team um Müller profitieren konnten: «Die Pontoniere feierten ja erst ihr 130-jähriges Jubiläum. Bei solchen Anlässen ist die Badi auch immer ein wenig involviert.» Diese Veränderungen haben sich laut Müller positiv auf die Besucherzahlen ausgewirkt.

In Balsthal hat es in diesem Jahr keine Veränderungen gegeben. Seit der Sanierung im Jahr 2011 sind die Besucherzahlen stark angestiegen und die Verantwortlichen der Badi deshalb zufrieden. Auch in den Badis Schönenwerd und Egerkingen hat sich in diesem Jahr nichts verändert.

Sanierungen sind geplant

Die Badibesucher können sich aber auf Neuheiten in der kommenden Saison freuen. In Schönenwerd gäbe es einen neuen Aaresteg. «Am untersten Steg konnte man weder ein- noch aussteigen. Der wird jetzt neu gemacht», sagt Badmeister Schmassmann.

Auch Egerkingen nimmt einige Veränderungen vor. Gerade erst wurde das Budget von 3 Mio. Franken für die Sanierungen im nächsten Jahr deutlich bewilligt. Leiter Strub freut sich auf neu drei, statt nur einem Bassin. Ausserdem wird es einen Sprungturm mit einem Ein- und einem Drei-Meter-Brett und eine Familienrutsche geben. Mit diesen Neuerungen hofft die Badi, nun nicht nur Gäste aus dem Dorf, sondern auch vermehrt von Ausserhalb anziehen zu können.

Die Sanierungen werden ab August 2018 in Angriff genommen und die Badi laut Strub trotzdem normal geöffnet bleiben. «Im nächsten Jahr wird das noch gut aneinander vorbeigehen», versichert der Leiter. Ganz fertig wird die neue Badi jedoch erst im Jahr 2019 sein. Auch die Badi Olten hat Sanierungen geplant (siehe Infobox).

Erfolg in Zahlen gemessen

In den letzten fünf Jahren zeigte sich vor allem bei den beiden grösseren Badis in Olten und Balsthal ein Muster ab. Während das Jahr 2014 für beide ein schlechtes Jahr markierte, lief dafür das nächste Jahr 2015 umso besser.

Mit 140 000, respektive 51 000 Badigästen verlief das Jahr 2017 folglich weder speziell gut, noch besonders schlecht. Auch Schönenwerd bestätigt, dass die diesjährige Saison etwa dem Durchschnitt entsprach, obwohl Badmeister Schmassmann keine genauen Zahlen der vorherigen Jahre nennen kann. Für Egerkingen war das Jahr 2017 hingegen eines der besten bisher: Rund 14 000 Besucher fanden heuer den Weg in die kleine Badi.