«Natürlich trifft es mich.» Der Satz kommt Thomas Knapp, Vater der Buchmesse und Mitinhaber des gleichnamigen Verlages in Olten, nicht leicht über die Lippen. Dennoch sagt er: «Für mich ist das Kapitel Buchmesse erledigt.» Gedanken wie jenen, sich das «kostspielige Kulturengagement nicht mehr leisten zu wollen und zu können», wie in der Medienmitteilung zu lesen ist, seien schon während der letzten, der zehnten Auflage, hochgekommen.

Mit dem jetzigen Entschluss könne man immerhin auf dem Höhepunkt einen Schlussstrich ziehen. Dies nach einem kleinen Jubiläum und einem absolut positiven Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte. Das heisst: Die 10. Auflage der Buchmesse war die letzte.


Besucherzahlen: Kein Grund

Zuletzt hatte die Buchmesse stagnierende Besucherzahlen zu verzeichnen. Als das beste Jahr geht jenes von 2012 in die Annalen ein. Rund 9000 Gäste wurden damals gezählt. Zuletzt pendelten sie zwischen 7500 und 8000. Aber nach Knapp war dies kein Grund gewesen, die Idee Buchmesse aufzugeben. «Nein, die Besucherzahlen haben mit dem Entscheid gar nichts zu tun», meint er.

Er habe sich gar überlegt, den Anlass in Personalunion weiterhin am Leben zu erhalten. Aber dafür wäre das Engagement eines weiteren Partners notwendig gewesen. Dieses hätte sich im fünfstelligen Bereich bewegen und auf Mehrjährigkeit basieren müssen, um den Messebetrieb in gewohntem Rahmen sichern zu können. «In dieser Branche muss man sich etwas längerfristig orientieren», gibt Knapp zu verstehen.

Fazit: Es liess sich kein neuer Partner für die Idee gewinnen. Und ein noch grösseres persönliches Engagement konnte sich Knapp auch nicht vorstellen. Eher von der sprichwörtlichen Bündelung der Kräfte ist die Rede, denkt er doch über ausgedehntere spezifische Verlagsaktivitäten in naher Zukunft nach.

Die Buchmesse habe stets mit grosszügigen und fairen Partnern zusammenarbeiten können, hebt der Vater der Buchmesse hervor. Diese hätten eine Veranstaltung auf hohem Niveau ermöglicht; mit kulturellen Glanzlichtern während des Messebetriebs und auch abends. «Ich habe die Partner im Vorfeld über den Entscheid informiert; sie bedauern den Entschluss, zeigten aber auch Verständnis dafür.» Der Verleger ist aber überzeugt: Literatur wird auch weiterhin fester Bestandteil im Oltner Kulturleben bleiben. «Lesungen finden doch vielerorts statt; Begegnungen mit Literatur werden weiterhin möglich sein.»


Knapp aber ist bibliophil genug, um in Sachen Buchmesse nicht alle Hoffnung fahren zu lassen. «Vielleicht findet sich wer, der die Veranstaltung neu lanciert», meint er. Einer wie er vielleicht, der die Idee, die 1946 in Olten ihren Anfang nahm, zwischenzeitlich aber erlahmte, im Jahr 2006 wieder aufnahm und über zehn weitere Jahre fortsetzte.