Anfang Oktober will das Ehepaar Martina und Christoph Landolt, welche die Kette 2011 mit Partnern gegründet haben, an der Baslerstrasse 37 loslegen. Ins ehemalige OVS- und Vögele-Mode-Lokal investiert Physiozentrum gut eine Million Franken. Im Erd- und ersten Obergeschoss entstehen ein Empfangsraum, elf Behandlungsräume und ein Trainingsraum. In der knapp 500 m2 grossen Filiale werden bis zu 20 Mitarbeiter beschäftigt. Damit wird die schweizweit 15. Filiale gleich zum grössten Physiotherapie-Anbieter auf dem Platz Olten.

«Die Stadt hat sehr grosses Potenzial», sagt Mitgründer Christoph Landolt auf Anfrage. Physiozentrum will mit der zentralen Lage, ausgedehnten Öffnungszeiten und einer raschen Terminvergabe punkten. So würde ein Kunde innert höchstens zwei Tagen einen Termin erhalten und müsse nicht mehrere Wochen warten, sagt Landolt. Zudem sei der 100 m2 grosse Trainingsraum das «Herzstück». Physiozentrum setzt auf aktive Therapie mit gezieltem Training zusammen mit dem Therapeuten statt nur auf passive Behandlungen auf der Liege.

Kritische Stimmen der Konkurrenz

Bei den bestehenden Physiotherapeuten in der Stadt hat sich die Ankunft des neuen Players bereits herumgesprochen. Positiv für die Kunden sieht dies Emiel van Dorrestein der Praxis Aare Physiotherapie, der mit seinen bald drei Mitarbeitern an der Frohburgstrasse 4 zuhause ist. «Wettbewerb ist nicht schlecht und wird die Qualität der Physiotherapie-Behandlungen auf dem Platz Olten erhöhen.» Man würde dadurch zum Beispiel in die Weiterbildungen der Mitarbeiter investieren. Er sieht dabei aber auch eine Schwierigkeit: Er glaubt nicht, dass die neue Kette genügend gut qualifizierte Mitarbeiter findet. Zudem bezweifelt er, ob die Firma wirklich alle Versprechen einlösen kann. «Wenn ein Kunde flexibel ist und keinen bestimmten Therapeuten verlangt, erhält er auch bei uns innerhalb einer oder zweier Tage einen Termin.»

Gelassen gibt sich Inhaber Karl Hodel vom Physiotraining im Hammer-Center 1. «Wir werden weiterarbeiten wie bisher.» Er vermutet zwar, dass einige Kunden abspringen könnten. Doch nach einem ersten Ausprobieren des Neuen würden viele wieder zurückkehren, ist er sich sicher. «Es gibt kaum etwas, das wir nicht im Angebot haben», sagt der ehemalige Physiotherapeut der Schweizer Skinationalmannschaft. Er bezweifelt auch, dass das Geschäftsmodell mit Filialen im Physio-Bereich langfristig rentabel ist. «Die Tarife sind bei uns nicht so hoch, dass eine Kette mit dahinterstehender Direktion damit gutes Geld verdienen kann.»

«Dem neuen Mitbewerber schauen wir mit Spannung entgegen», sagt hingegen Tamara Siegenthaler. Sie führt zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Laura Puglisi seit zweieinhalb Jahren die Praxis Physiotherapie Move mit sieben Angestellten an der Baslerstrasse 47/49. «Wir sind bestrebt, mit viel Einsatz und Fachwissen unsere Patienten so schnell wie möglich wieder zurück in ihren Alltag und ihren Sport zu führen.» Zudem hätten sie sich auf die Sportphysiotherapie spezialisiert und arbeiteten mit mehreren Vereinen aus der Region zusammen. Unter anderem werden in ihrem hauseigenen Trainingscenter auch Gruppenkurse in Yoga oder medizinischem Pilates angeboten, welche die Ziele der Physiotherapie zusätzlich unterstützen. Nicht zuletzt würden sie auf eine sehr gute Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter achten, sagt Siegenthaler. «Der Standard ist sehr hoch.»