Buchmesse Olten
Messeleiterin: «Wir wollen unser Publikum überraschen»

Morgen Mittwochabend wird die 9. Buchmesse Olten eröffnet, Leiterin Sandra Näf freut sich. «In Olten trifft sich ein interessiertes Publikum, das gern in die Welt der Bücher eintauchen will.»

Marco Hess
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Sandra Näf, Messeleiterin: «Ich bin viel am «Umeseckle», werde also kaum Zeit zum Geniessen finden.»

Sandra Näf, Messeleiterin: «Ich bin viel am «Umeseckle», werde also kaum Zeit zum Geniessen finden.»

Zur Verfügung gestellt

Sie ist Buchhändlerin, im Zentralvorstand von insieme Schweiz und ein Organisationstalent. Sandra Näf, in Winterthur aufgewachsen und in Olten seit Jahren heimisch, kann diese Fähigkeit als Leiterin der Buchmesse Olten gut gebrauchen. Denn die Veranstaltung im Stadttheater hat sich zu einer «grossen Kiste» entwickelt.

Erinnern Sie sich noch an die erste Buchmesse Olten im Jahr 2006?

Sandra Näf: Natürlich! Wir haben damals nicht gewusst, auf was wir uns überhaupt einlassen. Wir wussten auch nicht, ob eine Buchmesse in Olten eine Chance hat. Im letzten Moment ist ein wichtiger Partner abgesprungen. Wir mussten viel improvisieren, teilweise war es gar chaotisch. Da die Buchmesse gleichzeitig mit der Frankfurter Buchmesse stattgefunden hatte, war wenigstens die Medienpräsenz vorhanden.

Und das Publikum kam schon bei der Premiere in Scharen. Wichtig war auch, dass unsere Partner und Sponsoren der Buchmesse viel Kredit gaben. Es ist wirklich nicht selbstverständlich, dass wir noch immer die gleiche Hauptsponsorin haben.

Buchmesse Olten: Das Programm

Die Buchmesse Olten dauert von Donnerstag, 30. Oktober, bis Sonntag, 2. November, im Stadttheater, wird aber bereits am Mittwochabend, 29. Oktober, gestartet mit den Autoren Thomas C. Breuer, Simon Libsig, Tanja Kummer und Reto Stampfli sowie dem Eröffnungsakt mit Landammann Peter Gomm. Von Donnerstag bis Sonntag kann das Publikum in 10 000 Büchern schmökern, abends gibt es jeweils ein Programm. Die Kult-Show Nachtfieber mit Rhaban Straumann und Matthias Kunz ist am Donnerstag mit der Spars(ch)au zu Gast. Am Freitag gibts das Krimi-Dinner. Für Spannung sorgen die Schauspielerin Charlotte Schwab , die Autoren Peter Hänni und Michael Theurillat sowie die Filmemacherin und Autorin Mitra Devi. Am Sonntag liest Charles Lewinsky aus
seinem neuesten Roman
«Kastelau».

www.buchmesse-olten.ch

Jetzt steht schon die 9. Buchmesse vor der Tür. Wie hat sich die Messe in den Jahren entwickelt?

Die Organisation ist zwar einfacher geworden, weil die Abläufe klar sind. Aber weniger aufwendig ist die Organisation deswegen nicht. Wir setzen nämlich immer neue Ideen um. Etwa die Verbindung von Literatur und Essen an einem Abend. Nach Solothurner-, Oltner- oder Mundart-Abend gibt es heuer ein Krimi-Dinner.

Verändert hat sich die Wahrnehmung der Buchmesse. Auch in Zürich, Chur, Bern, St. Gallen oder Basel weiss man, dass es in Olten eine Buchmesse gibt.

Sie hat sich zur grössten ihrer Art in der deutschsprachigen Schweiz entwickelt. In Olten trifft sich ein interessiertes Publikum, das gern in die Welt der Bücher eintauchen will.

Die Buchmesse geniesst also weit über Olten hinaus einen guten Ruf. Aber was ist das Spezielle, das Einzigartige dieser Messe?

Die Buchmesse Olten erfindet sich quasi jedes Jahr wieder von Neuem. Wir wollen unser Publikum überraschen. Speziell ist auch das Ambiente im Stadttheater und Konzertsaal, welches geradezu zum Verweilen einlädt. Da kann man sich einen Überblick über die Neuheiten aus allen Bereichen der Literatur verschaffen. Das Solothurner Buchhaus Lüthy, mit zwölf Filialen das grösste familiengeführte Buchhandelsunternehmen der Schweiz, präsentiert rund 10 000 Titel.

Seit der Premiere setzen wir uns stark für die Leseförderung ein. So führen wir drei bis vier Literaturclubs für Jugendliche und Schüler durch. Da kommen inzwischen ganze Schulklassen nach Olten. Wir erreichen also auch ein jüngeres Publikum.

Es fällt auf, dass es seit der Premiere immer Veranstaltungen mit namhaften Autorinnen und Autoren gegeben hat.

Wir sind kein Literaturfestival im eigentlichen Sinn, sondern eine Messe, wo auch Bücher gekauft werden können.

Aber klar, wir laden bekannte Autorinnen und Autoren ein. Das liest sich dann wie ein Who is who der Schweizer Literatur: Peter Bichsel, Alex Capus, Franz Hohler, Ulrich Knellwolf, Rolf Lappert, Pedro Lenz, Klaus Merz, Ruth Schweikert, Franco Supino oder der leider verstorbene Urs Widmer.

Was darf das Publikum heuer erwarten?

Sehr viel. Wir haben tolle Veranstaltungen, spannende Talk-Gäste wie Sportreporter-Legende Waldemar Hartmann, Wetterfee Daniela Schmuki oder Schreiber & Schneider. Wir führen einen Perlen-Abend unter anderen mit Thomas C. Breuer und Simon Libsig durch. Wir haben ein Krimi-Dinner mit einer Kommissarin, mit Krimi-Autoren und Krimi-Musik.

Bei Lesungen kann das Publikum die Bestseller-Autoren Charles Lewinsky oder Blanca Imboden geniessen. Auch Kinder können bei uns lustvoll verweilen. Es gibt für alle Altersgruppen Spannendes zu entdecken.

Und worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Ich bin viel am «Umeseckle», werde also kaum Zeit zum Geniessen finden. Ich freue mich vor allem auf die Spars(ch)au in Zusammenarbeit mit der Kult-Show Nachtfieber. Da präsentieren wir ein beliebtes Format in einem neuen Format. Ich bin selber gespannt, wie das ankommen wird.

Im nächsten Jahr gibt es das 10-Jahr-Jubiläum. Kann man da schon etwas verraten?

Die Planung für 2015 läuft, erste Verträge sind bereits unterschrieben. Aber ich werde noch keine Namen nennen. Zuerst soll die 9. Buchmesse reibungslos über die Bühne.