New York Film Academy

«Mein Ziel ist es, Regisseur von Spielfilmen zu werden»: Oltner schliesst Filmschule in Miami ab

Ramón Bürki machte den besten Abschluss in seiner Klasse an der New-York-Film-Academy in Miami Beach.

Der Oltner Ramón Bürki, der heute in Miami Beach lebt, will nach seinem Abschluss in den USA in der Filmbranche durchstarten.

Der in Olten aufgewachsene Ramón Bürki lebt in Miami Beach in den USA. «Mein Ziel ist es, Regisseur von Spielfilmen zu werden», erzählt er im Skype-Interview. Grosse Pläne also, denen er Mitte September etwas nähergekommen ist. Dann schloss der 24-Jährige mit dem Bachelor in Fine Arts mit der Fachrichtung Film-Making seine dreijährige Ausbildung an der New-York-Film-Academy in Miami Beach ab.

Nicht immer waren seine beruflichen Ziele so sicher. Nach seiner Matura an der Kantonsschule in Olten im Jahr 2015 wusste er nicht so recht, was er machen sollte. Während eines Sprachaufenthalts in Miami sah er ein Plakat der Filmschule und beschloss, sich dort zu bewerben. Zu diesem Zeitpunkt lebte seine Familie in den USA, da der Vater dort eine Stelle angenommen hatte. Nach seinem ersten Ausbildungsjahr zog die Familie zurück in die Schweiz, Ramón Bürki blieb und führte die Ausbildung weiter.

Die Zeit war streng: Bürki absolvierte drei Semester pro Jahr und hatte dazwischen jeweils maximal eine oder zwei Wochen Ferien. Wenn er Ferien hatte, besuchte er die Familie in der Schweiz. «Ich freute mich dann am Ende des Semesters jeweils sehr, nach Hause zu gehen, und habe es vielleicht durch den Abstand mehr geschätzt», sagt Bürki. In Olten war er gut verwurzelt und in der Pfadi engagiert. Während seiner Ausbildungszeit lebte er in der ersten Zeit mit einem anderen Schweizer zusammen. Mittlerweile wohnt er alleine in Laufdistanz zur Filmschule.

Seine breit gefächerte Ausbildung umfasste alle Aspekte, die zu einer Filmproduktion dazugehören. Die Fächer reichten von Kameraführung, Licht und Schnitt über aber auch Filmskripte schreiben bis hin zu Psychologie und Schauspielkursen. «Damit habe ich theoretisch viele Möglichkeiten, was ich später machen kann», erzählt Bürki. Gleich von Anfang an bei grossen Produktionen Regie zu führen, ist aber unrealistisch. Eine typische Anfangsposition ist Production Assistant, bei dem es darum geht, «mal einem Schauspieler ein Glas Wasser zu holen und vor allem Kontakte zu knüpfen», sagt er. Die Kontakte seien sehr wichtig, um in der Branche Fuss zu fassen.

Seine Abschlussarbeit will er an Filmfestivals zeigen

Bürki braucht auch einen Job, um weiterhin in den USA leben zu können. Noch für ein Jahr darf er sich mit seinem Ausbildungsvisum in den USA aufhalten, dann muss ein Arbeitgeber einen Antrag auf ein entsprechendes Arbeitsvisum stellen. In die Schweiz zurückzukehren, ist für ihn vorerst keine Option, lieber will er in den USA durchstarten. «Ich würde gerne an einem grossen Setting von eineinhalbstündigen Produktionen mitarbeiten», sagt er. Bürki schreibt auch selbst Geschichten und Ideen auf. Eine davon orientiert sich an seinem Lieblingsfilm, dem Science-Fiction-Streifen «Inception» des Regisseurs Christopher Nolan. «Am liebsten selber machen würde ich Filme im Bereich Drama oder Comedy», erzählt er. «Am besten mit einer Message dahinter, über die man nachdenken kann, anstatt nur den Film anzuschauen.» Insgesamt sei er aber sehr offen, was das Genre betrifft, einzig für Western und Science-Fiction im Weltall könnte er sich nicht begeistern.

Seine Familie unterstützt ihn bei seinen Plänen. «Ramón lebte in der Ausbildung total auf», stellt Vater Matthias Bürki fest. «Er machte den besten Abschluss seiner Klasse. Er war auch sehr motiviert.» Dass die Familie die Kosten der Ausbildung tragen musste, schmerzt den Vater nicht. «Ein Studienort im Ausland ist sicher gut in einer Branche, die sehr international ist», stellt er fest. Rund 36 000 Franken jährlich kostete allein das Schulgeld, hinzu kamen Wohn- und Lebenskosten. Im dicht gedrängten Ausbildungsprogramm blieb für den Sohn keine Zeit, um nebenher zu arbeiten.

Ohnehin wäre dies mit seinem Visum nicht erlaubt gewesen. «Ich möchte die Kosten zurückbezahlen, sobald ich selbst Geld verdiene», sagt Ramón Bürki. Vorerst will er aber seinen 16-minütigen Abschlussfilm an diverse Filmfestivals auf der ganzen Welt bringen. «Das hilft dabei, Kontakte zu knüpfen, weil die wichtigen Leute der Industrie an den Festivals vertreten sind», sagt er.

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