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Talentförderung ist ein Muss

Martin Grütter
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Talentförderung ist für Kolumnist Martin Grütter ein Muss.

Talentförderung ist für Kolumnist Martin Grütter ein Muss.

NEUE LZ©BEAT BLAETTLER

Was war das für ein herrlicher Sommer! Nein, natürlich meine ich nicht das Wetter. Auf die Nummer 1 im Tor unserer Fussballnationalmannschaft trifft die Aussage schon eher zu. Eigentlich meine ich den Sportsommer als Ganzes beziehungsweise die beiden internationalen Grossereignisse: Fussballeuropameisterschaft und Olympische Spiele. Unsere Fussballnati erreichte erstmals seit 1954 wieder einen Viertelfinal an einem grossen Turnier. Zudem durften wir uns über 13 Olympiamedaillen freuen. Für eine kleine Nation wie die Schweiz beachtliche und keinesfalls selbstverständliche Erfolge.

Was braucht es, um sportlich erfolgreich zu sein? Grundvoraussetzungen sind Talent, Durchhaltewillen, Siegeshunger, Konzentration sowie Fokussierung auf den entscheidenden Moment. Und nicht zu vergessen: das nötige Wettkampfglück. Wichtig sind aber auch Rahmenbedingungen wie etwa Trainingsinfrastruktur, Trainerstab, persönliches Umfeld und Zeit. Ja, es braucht Zeit: Trainingszeit, Erholungszeit, Reisezeit, Wettkampfzeit, etc. Um ein Sporttalent aus- und weiterzubilden und an die Spitze zu bringen, muss sehr früh begonnen werden. Die Zeiten, als man sagte, mach zuerst eine Ausbildung, die Sportträume kannst du später immer noch verwirklichen, sind schon lange vorbei.

Selbstverständlich bin ich als Vater auch der Meinung, dass die Schul- und Berufsausbildung absolut wichtig sind. Es gilt jedoch, alles in Einklang zu bringen. Heute existieren diese Möglichkeiten. Unlängst wurde die Nachricht verbreitet, dass unser sehr erfolgreich in die Saison gestartete EHC Olten gar nicht von der Swiss League in die National League aufsteigen könne, weil die Nachwuchsabteilung nicht das geforderte Niveau habe. Auf einen Kommentar zu dieser Nachricht verzichte ich. Stattdessen widme ich mich der Nachwuchsförderung.

Es fehlen in Olten und der Region nicht die Talente – weder im Eishockey noch in andern Sportarten. Das Problem liegt bei den Rahmenbedingungen. Damit sind nicht die Sportanlagen gemeint, sondern die fehlende Möglichkeit, Schul- und Leistungssportausbildung zu kombinieren. Solange es dafür keine Lösung gibt, werden Nachwuchstalente unserer Sportvereine zu jenen Vereinen wechseln, wo diese Möglichkeiten geboten werden.

So wird es für unsere Sportclubs schwierig, im Leistungsbereich Nachwuchsausbildung weiterzukommen. In Solothurn werden seit einigen Jahren Talentförderklassen auf Sekundarstufe I geführt, welche aus schulischer und sportlicher Sicht erfolgreich unterwegs sind. Diese führen zu keinem finanziellen Mehraufwand für die Stadt Solothurn, weil die Kosten auf die Herkunftswohnorte und -kantone verteilt werden. Für die Schülerinnen und Schüler werden die Rahmenbedingungen so geschaffen, damit genügend Zeit für die zusätzlichen Trainingseinheiten zur Verfügung stehen. Dieses Angebot steht auch Talenten in anderen Gebieten wie Musik, Tanz etc. offen. So spricht man nicht von Sportklassen, sondern von Talentförderklassen.

Seit bald vier Jahren laufen in Olten Bestrebungen, einen zweiten Standort für je eine Talentförderklasse pro Schuljahr der Sek. I einzuführen. Ich würde mich für Olten und die Region riesig freuen, wenn endlich auch hier bald einmal diese Rahmenbedingungen gegeben sind.

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