Olten

Leiter Baudirektion: «Öfters am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen»

Baudirektionsleiter Kurt Schneider warb am Gewerbe-Zmorge im Restaurant Bahnhofbuffet für einen stärkeren Austausch mit der Stadt.

Baudirektionsleiter Kurt Schneider warb am Gewerbe-Zmorge im Restaurant Bahnhofbuffet für einen stärkeren Austausch mit der Stadt.

Der Baudirektionsleiter Kurt Schneider gab beim lokalen Gewerbeverein einen Einblick in die Arbeit der Verwaltung und rief die Anwesenden zur Mitwirkung bei der Ortsplanungsrevision auf.

Für die Stadtverwaltung, insbesondere die Direktion Bau, gab es in jüngster Vergangenheit kein Zuckerschlecken: Neben dem Volks-Nein zum Budget 2019 wurde Ende März auch die neue Stelle im Ressort Hochbau nicht genehmigt, welcher der Direktion mehr Luft verschafft hätte. Dazu kamen Vorwürfe von Bauherren, die Stadt trage zur Verzögerung von Projekten bei. Namentlich Inhaber Thomas W. Jung von der Giroud Olma, welcher das Einkaufszentrum Sälipark für 130 Millionen Franken erneuern will, machte der Stadt schwere Vorwürfe.

Unter diesem Stern hatte Kurt Schneider, der seit Mai 2018 der Baudirektion mit ihren rund 70 Mitarbeitern vorsteht, eigentlich keinen einfachen Stand. Er meisterte seine Aufgabe am Mittwochmorgen beim wiederkehrenden Anlass des Oltner Gewerbevereins, dem Gewerbe-Zmorge, aber souverän. Er hätte die Informationen «knackig und kompakt» vermittelt, hiess es danach etwa von einem Anwesenden.

Aufträge fürs Gewerbe fallen weg

Schneider zeigte sich umgänglich und streckte den Gewerblern die Hand aus für einen stärkeren Austausch mit der Stadt, forderte die rund 30 Anwesenden aber auch auf, sich etwa bei der anstehenden Ortsplanungsrevision in der Mitwirkung zu engagieren. «Der Zonenplan und das räumliche Leitbild sind zentrale Reglemente der Stadt und legen die Spielregeln für die nächsten Jahre fest.» Zudem erklärte er, dass dem hiesigen Gewerbe Aufträge verloren gegangen waren. Dies, weil die Stadt wegen des budgetlosen Zustands Investitionen von 9 Millionen Franken im 2019 nicht auslösen konnte. Nicht zuletzt warb er für Verständnis, dass die Baudirektion darauf poche, rechtliche Spielregeln bei der Vergabe von Aufträgen oder im Baugesuchsverfahren einzuhalten. «Wenn ein vollständiges Dossier eingereicht wird, dann sollte die Baubewilligung innert 60 Tagen ausgestellt werden», sagte Schneider. Die Einhaltung der Frist hänge allerdings nicht nur von der Stadt ab. Oft seien auch Dritte wie der Kanton involviert. Bei den rund 200 Baubewilligungen pro Jahr, welche die Direktion ausstellt, sind rund 30 Verfahrensschritte einzuhalten. Er würde sich wünschen, dass man «öfters am gleichen Strick in die gleiche Richtung zieht». So könnte in Olten «Grossartiges» erreicht werden, das weithin ausstrahle. Die Stadt hätte nämlich wegen der zentralen Lage «unheimliches Potenzial».

Ein Potenzial, das sich auch zeigte, als Schneider einen kurzen Überblick über die anstehenden grösseren Bauprojekte gab: Bei der «Wundertüte Olten SüdWest» beispielsweise bringe es nichts, über die Fehler der Vergangenheit zu lamentieren. «Das neue Quartier ist das wichtigste Entwicklungsgebiet für Wohnraum in Olten.» Dieses brauche eine «geschickte Anbindung an die Innenstadt», warb er für die Stadtteilverbindung Hammer, ohne allerdings den Begriff selbst zu nennen. Davon profitiere auch das Gewerbe. Am Beispiel des Wohn- und Gebäudehauses auf dem ehemaligen Turuvani-Areal würde sich die Hauptfrage der Ortsplanung stellen: Wie hoch soll die Verdichtung an einzelnen Lagen sein? «Persönlich bin ich davon überzeugt», sagte Schneider, «dass wir als Stadt an solch zentralen Lagen gleich neben dem Bahnhof stärker verdichten müssen.» Dies führe zu weniger Landverschleiss an den Rändern der Siedlungen. Auch bei der Mobilität ergäben sich Vorteile: Weil vieles in Fussdistanz erreichbar sei, sei so autoarmes Wohnen möglich. Und die beiden geplanten Hochhäuser auf dem Areal Bahnhof Nord würden die «Aufbruchstimmung» zeigen, die in der Stadt herrsche.

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