Rickenbach

Kritische Infrastruktur wäre lohnenswertes Ziel für Cyber-Angriffe

Mit einer Prise Lokalbezug unterhielt André Blattmann die Besucher/-innen in Rickenbach gekonnt bei seinem Referat.

Mit einer Prise Lokalbezug unterhielt André Blattmann die Besucher/-innen in Rickenbach gekonnt bei seinem Referat.

Der Chef der Armee, André Blattmann, informierte in Rickenbach über die aktuellen Bedrohungen für die Schweiz und erklärte, weshalb besonders der Kanton Solothurn davon betroffen ist.

Es war ein Heimspiel für André Blattmann in der Mehrzweckhalle Rickenbach. Eingeladen von den FDP-Ortsparteien Boningen, Fulenbach, Gunzgen, Hägendorf, Kappel, Olten, Starrkirch/Wil, Wangen und Rickenbach referierte der Chef der Armee vor versammelter lokaler und kantonaler FDP-Prominenz sowie weiteren interessierten Zuhörern über Bedrohungen und Gefahren für die Schweiz. Souverän, rhetorisch gewandt und mit der nötigen Prise Lokalbezug unterhielt er die gut gefüllte Halle während rund 40 Minuten gekonnt.

Die einleitenden Worte von Pius Müller, Präsident der FDP Rickenbach und Gastgeber des Abends, dass «Sicherheit und Freiheit weder zum Nulltarif zu haben, noch gottgegeben sind», waren für den Korpskommandanten eine Steilvorlage. «Man kann für oder gegen die Armee sein, aber ich frage mich schon, in welcher Welt jemand lebt, der glaubt, die Sicherheit und Freiheit der Schweiz müsse nicht verteidigt werden», so Blattmann. In der Folge sprach der 59-Jährige über die derzeitigen Krisen und Konflikte in aller Welt: Isis, Boko Haram, die Ukraine und Nordafrika dienten dabei lediglich als Beispiele. Wem das noch zu abstrakt und geografisch zu weit weg war, für den hielt Blattmann auch einige lokale Beispiele bereit.

Gefahr aus dem Netz

«Wenn man in der heutigen Zeit der Schweiz schaden will, dann ist besonders unsere kritische Infrastruktur ein lohnenswertes Ziel. Und davon gibt es besonders in der Region Solothurn eine ganze Menge», so Blattmann. Beispielsweise die Logistik-Drehscheibe Härkingen/Oftringen, die vier Atomkraftwerke in der näheren Umgebung oder der Bahnhof Olten. «Wenn das Rechenzentrum im Bahnhof Olten nicht mehr funktioniert, müssen wir über die Funktion des Bahnnetzes im Rest der Schweiz gar nicht mehr sprechen.»

In diesem Zusammenhang spiele vor allem die Problematik der Cyber-Angriffe eine grosse Rolle, da diese permanent ablaufen und jeden treffen könnten – auch die kritische Infrastruktur. «Mehrere 1000 Cyber-Angriffe werden weltweit jede Sekunde gestartet. Dabei kämpfen alle gegen alle und auch wir sind täglich davon betroffen. Dies ist die grösste Gefahr, die uns droht», hält Blattmann fest. Der Chef der Schweizer Armee plädierte in der Folge dafür, dass die Armee weiter entwickelt und gut ausgerüstet werden muss. Denn diejenigen, die den Krieg gewinnen würden, hätten stets moderne Mittel zur Verfügung.

Die Armee wird gebraucht

André Blattmann liess es sich auch nicht nehmen, die Vorzüge der geplanten Weiterentwicklung der Armee (WEA) zu erläutern, im Rahmen derer die Mobilmachung wieder möglich sein soll, die Kaderausbildung verbessert wird, da alle künftigen Führungskräfte der Armee zuerst eine vollständige Rekrutenschule absolvieren müssen, die Einsatzverbände allesamt voll ausgerüstet werden und eine Regionalisierung stattfindet. Und mit den passenden Worten: «Wenn wir unsere Erfolgsstory von 160 Jahren ohne Krieg auch in Zukunft beibehalten wollen, brauchen wir die Armee», beendete Blattmann sein Referat.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1