Olten

Kinder gehen ab kommendem Sommer auch in Olten SüdWest zur Schule

Die Liegenschaft am Cementweg 48 (vorne im Bild) wird vorübergehend Schulstandort, bis das neue Schulhaus Kleinholz steht.

Die Liegenschaft am Cementweg 48 (vorne im Bild) wird vorübergehend Schulstandort, bis das neue Schulhaus Kleinholz steht.

Das Gemeindeparlament hat die Stadtrats-Vorlage abgesegnet, die Liegenschaft am Cementweg 48 vorübergehend als Schulstandort zu nutzen und dafür 820'000 Franken zu investieren. Umstritten war vor allem, wie das Gebäude beheizt werden soll.

Ein Teil der Kinder aus dem Kleinholz- und Bornfeldquartier wird in den nächsten Jahren am neuen Standort in Olten SüdWest die Volksschulzeit verbringen. Das Oltner Gemeindeparlament hat gestern Abend mit grossem Mehr und zwei Enthaltungen die Investitionskosten von 820'000 Franken für den Mieterausbau gutgeheissen. Gemäss Stadtrats-Vorschlag sollen damit ab diesem Sommer drei Klassen in der bis dann sanierten Liegenschaft am Cementweg 48 geführt werden. Auch die Schulinsel, eine Auffangklasse für verhaltensauffällige Schüler, soll aus dem Sälischulhaus dorthin verlegt werden. Dies, bis das neue Schulhaus Kleinholz frühestens ab Sommer 2024 bezugsbereit ist.

Die Fraktionssprecher lobten die Vorlage des Stadtrats und der Direktion Bildung und Sport. Man hätte damit gemäss Simone Sager von der FDP «das Fünfer und das Weggli» in der Hand – tiefere Miete, freiwilliger Beitrag des Eigentümers in Höhe von 150'000 Franken an den Sanierungskosten und einen langjährigen Untermieter in Form des Heilpädagogischen Schulzentrums. Thomas Kellerhals von der CVP/EVP/GLP-Fraktion sprach sogar von einer «dreifachen Win-win-Situation». Die Vorlage sei mit den Variantenüberlegungen «sehr gut vorbereitet» (Arnold Uebelhart, SP) und die Stadt hätte so «kein Zeitproblem mehr bei der Schulraumplanung» (Michael Neuenschwander, Grüne). Der Stadtrat wurde allerdings mehrfach angemahnt, der Schulwegsicherheit besondere Wichtigkeit beizumessen. Die Grünen forderten gar eine Tempo-30-Zone auf dem Rötzmattweg.

Grundsätzliche Kritik am Stadtrats-Vorschlag gabs nur von SP-Einzelsprecher Luc Nünlist . Er fand, dass das Naturmuseumsgebäude als Zwischenlösung ebenfalls hätte infrage kommen sollen – notabene das erste Schulhaus der Stadt Olten. «Dort hätten locker drei bis fünf Klassen Platz.» Zudem würden so Steuergelder in eine stadteigene Immobilie investiert. Der Stadtrat hatte es dagegen aus mehreren Gründen abgelehnt, diese Variante weiter zu verfolgen: zu hohe Umbaukosten, fehlender Pausenplatz, die Sanierung wäre nicht bis Sommer fertig und geografisch falscher Standort, weil die Kinder vorwiegend aus dem Kleinholzquartier stammen.

C02-neutrale Heizung von SP und Grüne gefordert

Am längsten zu diskutieren gab die Beheizung der Liegenschaft. Der Stadtrat schlug aus wirtschaftlichen Gründen eine Erneuerung der bestehenden Gasheizung vor. Dies passte SP und Grünen nicht, die zwei Zusatzanträge für eine CO2-neutrale Variante formulierten, die beide mit Mehrkosten verbunden waren, aber im Verlauf der Debatte zurückgezogen wurden. Nach einigem Hin und Her setzte sich schliesslich die Idee von Stadtrat Thomas Marbet durch: Der Baudirektor versprach sich dafür einzusetzen, dass ab dem ersten Betriebstag zu 40 Prozent mit klimaschonendem Biogas geheizt wird. Zudem soll das Parlament via höherem Betriebsbeitrag im Budget 2021 entscheiden können, ob dieser Anteil nächstes Jahr sogar auf 100 Prozent ausgebaut wird. Zu diesem Zeitpunkt sei dann auch bekannt, wie viel dies den Kanton als Untermieter mehr koste. Matthias Borner von der SVP scheiterte hingegen mit seinem Antrag, die Investitionskosten um 40'000 Franken zu erhöhen, damit das Geld unter anderem für eine klimaschonendere Heizung, etwa eine mit Holzpellets, eingesetzt werden kann.

Meistgesehen

Artboard 1