Hunderte von Buchhandlungen werden täglich mit den typischen grauen Boxen des Buchzentrums beliefert. Wer glaubt, Roboter oder sonstige High-Tech-Geräte seien beim Füllen der Boxen am Werk, der irrt sich. «Bei uns sind noch viel menschliche Arbeit und menschliches Herzblut dabei», sagt Nicole Gisi, Verantwortliche Kommunikation und Marketing.

Manuelle Arbeit findet sowohl beim Wareneingang wie auch beim Kommissionieren statt und wird technisch unterstützt durch das Logistiksystem. «Jedes Buch erhält seinen Lagerplatz aufgrund seines Volumens zugewiesen und wird von Hand in die Regale eingeräumt. Die Mitarbeitenden suchen die bestellten Titel mithilfe des Rüstscheins aus. Sie befüllen die Kisten schnell, aber sorgfältig.»

Handarbeit hinter den Türen

Wareneingänge und Kommissionsaufträge werden über die lange Förderanlage durch das Lager transportiert. Die gesamte Bahn misst fast zwei Kilometer und durchläuft drei Stockwerke. Zu Beginn wird jede graue Box mit einem Rüstschein und einem Steuerbeleg bestückt, welcher von der Systemsteuerung eingelesen wird und die Boxen auf die richtige Reise schickt. Die verschieden grossen Boxen halten jeweils an diversen Handlagerrayons und werden von Hand aufgefüllt, bis die Aufträge vollständig sind. 

Insgesamt gibt es 24 verschiedene Rayons, an welchen unterschiedlich viele Leute arbeiten. «Je nach Jahreszeit und Wochentag schwankt unsere Auslastung stark. Am Montag beispielsweise ist am meisten los. Daher sind nicht jeden Tag gleich viele Mitarbeitende im Einsatz. Wir teilen unsere Arbeitskräfte aufgrund unserer Erfahrung ein», sagt Peter Kaufmann, Leiter Logistik. Insgesamt arbeiten mehr Frauen als Männer in der Kommissionierung.

Das Buchzentrum bietet seinen Kunden verschiedene Servicestufen an. So können diese zum Beispiel entscheiden, ob sie die Etiketten selbst aufkleben oder die Bücher bereits etikettiert erhalten wollen.

Die Bücher werden stets in Mehrweggebinden kommissioniert und auch ausgeliefert – meist per Lastwagen. Von den grauen Boxen gibt es zwei verschiedene Grössen. Kaufmann erklärt: «Das System kennt das Volumen jedes Buches. Damit wird berechnet, wie viele Bücher, in welche Kiste passen und wie viele Kisten für einen Auftrag benötigt werden. Jede Kiste darf maximal 28 Kilogramm schwer sein, damit sie tragbar bleibt.»

Renner des Jahres

Die Genossenschaft kümmert sich vor allem um die Deutschschweiz, füllt aber auch deutschsprachige Bücherregale in der Romandie und dem Tessin.

Zu Weihnachten bestellen die Kunden vermehrt Spielwaren, so zum Beispiel die plüschigen Sorgenfresser für Kinder.

Drei absolute Bücherrenner in diesem Jahr waren: das im Frühling erschienene Belletristik-Werk «Montechristo» von Martin Suter, das im Herbst erschienene autobiografische Werk «Leiden im Licht» der Kunstturnerin Ariella Kaeslin und der «Schellenursli» von Alois Carigiet, der wegen des Kinofilms erneut für Aufmerksamkeit sorgte.

Je nach Nachfrage eines Titels kann sein Lagerbestand zwischen 1 und 20 000 Stücke zählen. Den Lesestoff bezieht das Buchzentrum vor allem von Verlagen im deutschsprachigen Raum, aber auch aus der ganzen Welt.