Seit knapp zwei Jahrzehnten ist der Bifangplatz auf der rechten Stadtseite in Olten, der eigentlich gar kein Platz ist, Objekt politischer Vorstösse, Begehren oder Ansprüche. Davon zeugt auch eine vom Grünen Cyrill Jeger eingereichte Motion aus dem Jahre 1999, die derzeit noch unter den unerledigten Vorstössen figuriert. Es ging damals schon um die Gestaltung des Platzes, der in diesen Tagen im Zusammenhang mit dem Projekt Sälipark 2020 wieder in den Fokus rückt.

Vergangenen August haben Christine von Arx von der SP und Mitunterzeichnende eine zwölf Fragen umfassende Interpellation eingereicht. Auslöser des Vorstosses ist der Umstand, dass die Zufahrt zum neu gestalteten Einkaufszentrum Sälipark 2020 für den motorisierten Individualverkehr nach wie vor über den Bifangplatz vorgesehen ist.

Interpellantin Christine von Arx ist im Grundsatz von den Antworten des Stadtrates zwar befriedigt, macht auf Anfrage aber dennoch geltend: «Die Exekutive wirkt eher konzeptlos und lässt sich treiben von anstehenden Bauvorhaben.» Die Parlamentarierin macht dies auch am Umstand fest, dass gerade der Sanierungsbedarf des Bifangplatzes eigentlich ausgewiesen wäre, aber von der Exekutive vor sich hergeschoben werde. «Mir fehlt diesbezüglich vor allem die Eigeninitiative», bemerkt Christine von Arx.

Bei der Frage nämlich, ob der Bifangplatz auch bei einem Ausbleiben des Projekts Sälipark 2020 saniert werde, lässt sich der Stadtrat nicht in die Karten schauen. Zwar hält er fest, eine Sanierung sei «seit langem erforderlich». Das Projekt Sälipark 2020 könne hier für eine Dynamisierung sorgen. Mehr lässt sich die Exekutive dazu aber nicht entlocken. Einer Verlegung der Buslinie 502 und eine Verdichtung des öV-Taktes auf eine Viertelstunde macht der Stadtrat hingegen mehr oder minder offenkundig von der Erweiterung des Säliparks abhängig. Ohne diese wären Verdichtung und Verlegung nochmals zu überprüfen, so dessen Antwort.

Da mag es ein schwacher Trost sein, dass die Frage der Interpellantin, ob nach der allfälligen Umgestaltung des Bifangplatzes und der Riggenbachstrasse die Durchführung des Radrennens GP Sälipark noch immer möglich sei, mit einem unmissverständlichen und klaren Ja beantwortet wird.

Realisierungszeitpunkt ungewiss

Aus den Antworten des Stadtrates geht weiter hervor, dass der aktuelle Zeitplan die Eröffnung des Parks nach wie vor im Jahr 2020 vorsieht. Allerdings verschweigt der Stadtrat auch nicht, dass im Zuge der öffentlichen Planauflage Einsprachen eingegangen sind, die «im Dialog» mit den Einsprechern zu bereinigen sind. Es darf davon ausgegangen werden, dass sich die Realisierung des Projekts nach hinten verlagert. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass lediglich die ersten beiden Ziffern der Projektbezeichnung Sälipark 2020 dem Realisierungshorizont entsprechen.

Bezüglich der Erschliessungsabsichten via Bifangplatz wollen die Interpellanten wissen, inwiefern diese mit dem Mobilitätsplan vereinbar sind. Der Stadtrat erklärt das Projekt Sälipark 2020 zum eigentlichen Pilotprojekt des Mobilitätsplans Olten. Dies mit den Kernanliegen einer verbesserten und verdichteten Erschliessung mit öV, einem Parkierungsreglement sowie Konzepten für den Langsam- und motorisierten Individualverkehr. Die Beschlussfassung, so der Stadtrat, sei derzeit in Vorbereitung.

Fragen nach ausreichender Verkehrskapazität im Bereich Kreuzung Bifangplatz beantwortet der Stadtrat positiv. Deren Machbarkeit sei überprüft und bestätigt worden. Dagegen sei der Aspekt Links abbiegen für Busse aus Richtung Dulliken vertieft anzugehen, da der Aufstellbereich für Autos und Busse kurz sei und Platz für einen Ausbau fehle.