Die Einwohnerinnen und Einwohner von Wangen waren im vergangenen März aufgerufen worden, an einer offenen Zukunftskonferenz im Hinblick auf ein zu erarbeitendes neues Räumliches Leitbild mitzuwirken. Dieses Leitbild schreibt fest, wie sich die Gemeinde weiterentwickeln und in zwanzig Jahren aussehen soll. Unter dem Motto «Netzwerk Zukunft Wangen» veranstalteten der Gewerbeverein und die Gemeinde Wangen am Mittwochabend im Café M des Mariaheims ein gemeinsames «produktives Brainstorming», wie Gewerbevereinspräsident Markus Husi das Ziel der Veranstaltung nannte.

Der Fokus sollte nun auf den Wünschen und Anliegen des Wangner Gewerbes liegen. Auch diese Inputs, sagte Gemeindepräsidentin Daria Hof zu, werden im Rahmen der Raumplanung in das Leitbild einfliessen. Die Aufgabe der Gemeinde sei, unterstützend zu wirken und mit den Möglichkeiten der Ortsplanung die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.
Wangen ist über Verkehrswege gut erschlossen. Segen und Fluch zugleich, stellte Daria Hof fest. Dadurch ist das Dorf ein attraktiver Wohnort.

Wangen soll wachsen

Hier soll Wangen durchaus wachsen. Andererseits lädt die Verkehrsinfrastruktur die Leute ein, wegzugehen, sei es zum Arbeiten oder Einkaufen. Die Ortsplanung wird darauf hinwirken, die Standortfaktoren für die Schaffung von Arbeitsplätzen anzupassen. Die familienergänzenden Tagesstrukturen werden helfen, damit Frauen berufstätig sein können, was nicht nur dem Fachkräftemangel entgegenwirkt.

Das Planungsbüro BSB+Partner hatte bereits die Zukunftskonferenz im März organisiert. Nun übernahm es die dort für die Ortsplanung von Wangen zuständige Projektleiterin Isabelle Röösli, die Inputs aus dem Gewerbekreis zu sammeln. Gefragt waren in vier Themenfeldern die Stärken und Schwächen sowie die Visionen für die Zukunft und die Wege, welche zu deren Verwirklichung führen.

Bei den Stärken wurde die Nähe zu Olten und erneut die gute Verkehrsanbindung genannt. Andererseits fehlt ein eigentliches Dorfzentrum, ein ungezwungener Treffpunkt für Jung und Alt. Der Schuh drückt auch bei der fehlenden Apotheke im Dorf, beim ungenügenden Angebot in Detailhandel und Kultur, bei den Brachen im Gewerbegebiet, bei den Parkplätzen und der öV-Erschliessung von Kleinwangen sowie bei der Strassenbeleuchtung an Bushaltestellen. Generell stand die Forderung im Raum, in Wangen die Gestaltung der Zukunft miteinander, statt gegeneinander anzupacken.

Der zweite Teil des Abends war der Wirtschaftsförderung (wf) gewidmet. Rolf Schmid, seit sechs Monaten Wirtschaftsförderer der Region Olten, nutzte den Anlass, um sich und seine Institution vorzustellen. Der Sprengel der wf erstreckt sich von Schönenwerd bis Oensingen. Sie wird von der öffentlichen Hand und dem Industrie- und Handelsverein gemeinsam getragen. Die Wirtschaftsförderung unterstützt sowohl bereits ansässige Firmen als auch die Ansiedlung oder Gründung von neuen Firmen. Dazu gehört auch das Standortmarketing für die Region allgemein. Die wf hat vor allem eine beratende und vermittelnde Funktion. «Wir sind Türöffner für Interessenten, die nach Wangen kommen wollen», erklärte Schmid. Der sieht sich als Brückenbauer, nicht als Firmenunternehmer. «Unseres Wirtschaftsregion ist so gut, wie die einzelnen Akteure, welche darin aktiv sind».