Die Naturfreunde Olten wurden als eine der ältesten Sektionen im Jahre 1907 gegründet. Wandergesellen auf der Walz brachten die Idee eines Touristenvereins in die Eisenbahnerstadt, wo sie auf fruchtbaren Boden fiel. Im längst verschwundenen Hotel Gotthard gründeten 18 junge Leute die Ortsgruppe Olten. Unter den Gründungsmitgliedern befand sich Hugo Felsberg, ein 21-jähriger Schriftsetzer aus Würzburg.

Nach einem Jahr verliess er Olten aber wieder in Richtung Kiel, wo er ebenfalls half, eine Sektion zu gründen. Doch bald kehrte er wieder zurück, denn eine bildhübsche Oltenerin war der Grund, die er wenig später heiratete.

Erster Weltkrieg – schwerer Schlag

Ein schwerer Schlag für die Arbeiterbewegung war der Ausbruch des 1. Weltkriegs. Die lebensfrohe Schar stob auseinander, um an der Grenze Wache zu halten oder aber als Ausländer in der Heimat Kriegsdienste zu leisten. Auch Hugo Felsberg musste 1915 im kaiserlichen Deutschland Frontdienst leisten und kehrte 1919 unversehrt wieder zu seiner jungen Gattin zurück.

Der Wunsch nach einem Naturfreundehaus war gross, damit auch Arbeiterfamilien mit ihren Kindern Ferien verbringen konnten. 1929,16 Jahre nach Eröffnung des ersten Hauses schweitweit, konnten beim Gasthaus Oberbölchen die Oltner Naturfreunde eine Militär-Kasematte aus dem 1. Weltkrieg mieten und ausbauen. Doch mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges musste die Unterkunft wieder zurück gegeben werden.

Bauplatzsuche

Im Sommer 1941 ging Hugo Felsberg mit Kollegen auf die Suche für einen Bauplatz für ein Naturfreundehaus. Zufällig wanderte man über den Höhenzug bei der Rumpelweide und alle waren überwältigt von der einmaligen Sicht ins Mittelland bis hin zum Alpenkranz. Da war allen klar: Hier, auf 775 Metern, auf dem Gemeindeboden von Trimbach, musste ihr Haus entstehen.

Weil man sich nicht als Teil der Arbeiterbewegung ausgeben wollte, kaufte erst ein Mitglied das Land unter dem Vorwand, ein Ferienhäuschen für sich selbst zu bauen. Im schnee- und nebelreichen Winter 1942 wurde in Fronarbeit, meist an Samstagen, am Vereinshaus gebaut; dies trotz der Rationierungsbeschränkungen zu jener Zeit. Umliegende Naturfreundegruppen halfen mit.

Endlich stand sie da, die erste Rumpelhütte, doch war sie noch recht einfach. Es gab keinen Strom, nur Gas- und Petrollampen erhellten die Räume und mangels Quellwasser sammelte man das Regenwasser im Keller. 1953 baute man ein 2. Reservoir und 1956 gab es endlich Strom. Mehrere An- und Umbauten folgten, 1995 kam die Zentralheizung, die Küche wurde vergrössert und WC und Waschräume auf neuesten Stand gebracht, später Isolierglasfenster eingesetzt.

Auch heute noch kann man im Rumpelhaus übernachten. Mit seinen 60 Schlafplätzen und mehreren Aufenthalts- und Essräumen, mit seiner grossen Umgebung und einem Grillplatz, kann es für Schullager, Vereinsanlässe und Familienfeiern gemietet werden, gratis inbegriffen die einmalige Aussicht auf das Lichtermeer von Olten und Zofingen. Am Sonntag ist das Haus von 10 bis 17 Uhr bewartet und den Wanderern werden Getränke und einfache Speisen preisgünstig angeboten.

Infos: www.naturfreunde.ch/rumpelweide. Tel. 062 797 57 27