Die Einheitsgemeinde Rickenbach führte ihren Banntag für einmal nicht in ihrem Wald durch, sondern unter dem Thema «Unsere neue Fernheizung mit Schnitzel ohne Pommes» beim Schulhaus. Dies tatkräftig unterstützt vom Forstrevier Untergäu und der Amstutz Holzenergie AG aus Emmen. Und zwar mit der Möglichkeit einer Besichtigung der Holzschnitzel-Heizungsanlage im und dem Holzschnitzel-Silo ausserhalb des Schulhauses sowie einer eindrücklichen Demonstration der maschinellen Holz- schnitzelzubereitung. Gemeindepräsident Dieter Leu konnte eine grosse Zahl namhafter Gäste und Banntag-Teilnehmer willkommen heissen.

Gemäss Andreas Borner, Gemeinderat Ressort Forst, sei der Auslöser für das Thema dieses speziellen Banntags der von der Bürgergemeinde Hägendorf und der Gemeinde Rickenbach am 10. Dezember 2012 beschlossene und vom Regierungsrat später genehmigte «Zweckverband Holzenergie Untergäu» gewesen. Dessen Ziel und Zweck sei es, «Holzenergieanlagen unter zweckmässiger Verwendung der vorhandenen Mittel gemeinsam zu erstellen oder bestehende zu übernehmen und zu betreiben.

Der Verband beschafft die Mittel durch Kapitaleinlagen der Zweckverbandsgemeinden, 83 Prozent von der Bürgergemeinde Hägendorf, 17 Prozent von der Gemeinde Rickenbach. Wie Borner weiter orientierte, seien es die modernsten und umweltschonendsten Holzschnitzel-Heizungsanlagen, die es aktuell auf dem Markt gebe. «Mit der Gründung des Zweckverbandes Holzenergie Untergäu und den Holzschnitzel-Heizungsanlagen in den Gemeinden Hägendorf und Rickenbach haben wir versucht, dem Preiszerfall in unserem Wald entgegenzuwirken», sagte Borner als Vizepräsident des Zweckverbandes.

In Rickenbach ist der Betrieb der Holzschnitzel-Heizungsanlage im Schulhaus im Herbst 2015 voll aufgenommen worden. Der Holzschnitzel-Kessel mit einer Leistung von 550 Kilowatt verbraucht im Jahr 1700 Kubikmeter Holzschnitzel. Die Länge der Leitungen zu den angeschlossenen Wärmebezügern (Schulhaus Rickenbach, Rickenbacherhof, Bauernhaus Kissling, St. Laurenzius und Wendelin-Überbauung) betrage rund 700 Meter. Reserven würden entlang der neuen Wendelinstrasse bestehen. Bei Störungen oder Übergangszeiten würde die Anlage mit einer Ölheizung unterstützt. Die Nettoinvestitionen dafür hätten 1,6 Millionen Franken betragen.

Holzschnitzel-Heizungsanlage im Schulhaus mit Anlagewart Samuel Buess (l.) und Projektleiter Tobias Schneebeli von der Firma Amstutz Holzenergie AG aus Emmen.

Holzschnitzel-Heizungsanlage im Schulhaus mit Anlagewart Samuel Buess (l.) und Projektleiter Tobias Schneebeli von der Firma Amstutz Holzenergie AG aus Emmen.

Für die Bereitstellung des Holzes für Holzschnitzel in Depots im Wald der Bürgergemeinde Hägendorf, der Gemeinde Rickenbach und das im gepachteten Wald der Bürgergemeinde Wangen gelagerte Holz sei das Forstrevier Untergäu mit Förster Jürg von Büren zuständig. Für die Schnitzelaufbereitung sowie für die Betreuung der Holzschnitzel-Heizungsanlage im Schulhaus sei die Firma Amstutz Holzenergie AG aus Emmen mit Projektleiter und Anlageberater Tobias Schneebeli und dem Heizungsanlagewart Samuel Buess zuständig.

Am Banntag, dem sogenannten «Tag der offenen Tür», standen dann auch diese drei Verantwortlichen je in ihrem Zuständigkeitsbereich den vielen Banntag-Teilnehmern für die Beantwortung ihrer Fragen zur Verfügung.