Oensingen

Hier sollen Hunde jede Hürde nehmen

Martin Brunner im Gewerbehallentrakt, der künftig eine Hundesportanlage beherbergen soll

Martin Brunner im Gewerbehallentrakt, der künftig eine Hundesportanlage beherbergen soll

In einer Gewerbehalle der Brunner Transporte in Oensingen soll eine Hundesportanlage gebaut werden. Dort werden Hundehalter mit ihren Hunden «Agility», eine beliebte Hundesportart, trainieren können. Auch ein zweiter Trakt mit einer Wettkampfanlage ist schon geplant.

In der Szene hat es sich bereits herumgesprochen: In Oensingen wird eine Hundesportanlage entstehen. Dies in einer Gewerbehalle des Unternehmens Brunner Transporte an der Hirsackerstrasse 26, wo in einem von drei Trakten das Trainingsgelände für Hunde und deren Führer gebaut werden soll. Der Bauherr: Martin Brunner. Dessen Vater Thomas Brunner ist Geschäftsführer von Brunner Transporte und vermietet dem 36-Jährigen den nicht ausgelasteten Trakt mit einer Grösse von rund 13 auf 35 Metern.

Die Eingabe zur Umnutzung von der Gewerbe- zur Hundesporthalle machte Thomas Brunner vor rund vier Wochen. Nach Ablauf der Einsprachefrist hat er nun von der Gemeinde die Bewilligung für das Bauvorhaben erhalten. Er kläre mit der Gemeinde noch diverse Punkte, danach soll umgebaut werden, sagt Martin Brunner. Er rechnet mit einem Baubeginn in den nächsten zwei bis drei Wochen. Das Ziel sei es, die Halle im Mai oder Juni zu eröffnen. Kosten des Umbaus: «Nicht gerade günstig – im mittleren fünfstelligen Bereich.»

Hindernisparcours für Hunde

Nun gut, aber was muss man sich unter besagtem Hundesport vorstellen? «Die Sportart nennt sich Agility und ist die am weitesten verbreitete Hundesportart», erklärt Brunner. Dabei absolvierten die Hunde auf einer Laufstrecke zwischen 150 und 200 Metern einen Hindernisparcours. Dies natürlich innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens. Brunner selbst, der hauptberuflich bei der Kantonspolizei Solothurn tätig ist, betreibt den Sport seit sechs Jahren. «Meine Frau begann mit Agility vor elf Jahren, und irgendwann zog es auch mir den Ärmel rein», erzählt er. Zweimal die Woche trainiere er mit seinem Hund Avory, am Wochenende nähmen sie jeweils an einem Turnier teil. Und an der WM 2016 in Spanien seien sie für die Schweiz angetreten und hätten «gut abgeschnitten».

Für die Indoor-Agility-Halle sieht Brunner grossen Bedarf. Er selbst trainiere im aargauischen Seon, allerdings sei die Anlage dort nur für Mitglieder nutzbar. Im Mittelland bestehe einzig in Aarwangen im Oberaargau ein vergleichbares Angebot, wie er es bald zur Verfügung stellen möchte: Nämlich Trainingsmöglichkeiten für ein breites Publikum, an 365 Tagen im Jahr, zu Bedingungen, wie sie auch an den Wettkämpfen gelten. «Jeder kann kommen», betont er. Zwar gebe es viele Outdoor-Anlagen, deren Nutzung sei aber wetterabhängig.

Seit der Publikation des Bauvorhabens erhalte er Anfragen «von Grenzgebiet zu Grenzgebiet», also von Solothurn bis in die Kantone Aargau und Bern. Brunner glaubt, dass es im Mittelland sehr viele lizenzierte Agility-Sportler gebe. Die gelöste Lizenz berechtige zur Teilnahme an Wettkämpfen. Zudem gebe es auch ganz viele Leute, die keine Wettkämpfe absolvierten und mit den Hunden privat trainierten. Er erwarte daher Publikum aus dem gesamten Mittelland.

Brunner zufolge müsse die Halle nicht rentieren, sie sollte aber selbsttragend sein. «Unser Ziel ist es, die Nutzungskosten tief zu halten, um den Sport erschwinglich zu machen», sagt er. Angedacht sei eine Gebühr von 30 Franken die Stunde, sicher sei aber, dass er günstig fahren wolle. Er wolle den Hunde-Sportlern in erster Linie eine Dienstleistung bieten.

Zweite Phase: Wettkampfort?

«Es wäre wünschenswert, dass wir die Halle während der Hälfte der Woche auslasten können», sagt Brunner. Die künftigen Öffnungszeiten sieht er von montags bis samstags von zirka acht Uhr morgens bis mittags sowie von ein Uhr nachmittags bis etwa neun Uhr abends. «Wir wollen die Nachtruhe um zehn Uhr abends auf keinen Fall überschreiten», betont er.

Denn obschon die Halle in der Gewerbezone von Oensingen steht, befänden sich in der Umgebung auch Wohnhäuser. «Die Halle ist isoliert, man sollte die Hunde also kaum hören», so Brunner. Ausserdem liege das Gebäude an einer Eisenbahnlinie, diese verursache ihm zufolge sicherlich mehr Lärm.

In einer ersten Phase sei der Hallentrakt als Trainingsmöglichkeit gedacht, sagt Brunner. Anschliessend bestehe in einer zweiten Phase die Option, die Fläche auf einen zweiten Trakt auszuweiten. Dann wäre vor Ort auch die Austragung von Wettkämpfen möglich. Bisher existieren ihm zufolge schweizweit vier Standorte, wo jeweils am Wochenende Turniere stattfinden: Fräschels im Kanton Fribourg, Lengnau und Kaiseraugst im Aargau, sowie St. Gallen. Ein solcher Ausbau würde eine zusätzliche Baubewilligung seitens der Gemeinde erfordern. Zum jetzigen Zeitpunkt sei dieser Schritt jedoch nicht geplant, sagt Brunner. Es handle sich lediglich um eine Möglichkeit.

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