Eine riesige Kapla-Stadt mitten in einer Kirche mit bis zu vier Meter hohen Türmen, Häusern und Fantasiegebäuden? Geht das? Das geht! Die «HolzBauWelten» war dieses Jahr zu Besuch in der reformierten Kirche in Wangen bei Olten. Eine Woche lang zogen über 70 Kinder von sechs bis zwölf Jahren ihre Hauskreationen in die Höhe. Platz nach oben war reichlich, nur seitwärts gab es ab und zu ein paar frustrierende Momente.

«Wir bauen unsern Turm neu», erklärte eine der jungen Bauherrinnen altklug, «Mit genau den gleichen Hölzchen hier. Andere wollen wir nicht.» Schwindelerregend schräg ragten einige der Holzgebilde in die Höhe. Andere dehnten sich behäbig als Burgen, Brücken oder Sportarenen in die Breite.

«Gebaut wurde auch in der Bibel», berichtete Oberbaumeister Andi Grossmann den Kindern. «Zum Beispiel in der Geschichte von Nehemia und dem kaputten Jerusalem.» Er war es auch gewesen, der den Anhänger des Bibellesebundes mit den 80'000 Hölzchen nach Wangen geschleppt hatte.

Stärkung und Wiederherstellung war das übergeordnete Thema der von Pfarrfrau Bea Waldvogel organisierten Kinderwoche. Einen gesunden Selbstwert entwickeln, sich auch mal abgrenzen und zu gewissen Dingen Nein sagen können – diese und andere wichtige Themen kamen in den Kleingruppen zur Sprache.

Schwierigkeiten, Widerstände

Pfarrer Bruno Waldvogel erklärt das Konzept: «Der im Bibelbuch Nehemia beschriebene Aufbau der zerstörten Stadt Jerusalem ist ein schönes symbolhaftes Bild, wie Trümmerhaufen oder Baustellen in unserem Leben beseitigt und mit Gottes Hilfe wieder aufgebaut werden können, sodass wir Stärke und Hoffnung entfalten können.»

Wenn man so am Bauen sei, gebe es natürlich viele Schwierigkeiten und Widerstände, die den Prozess verhindern wollen. «Eigene Gedanken oder andere Menschen, die uns sagen: Du kannst das nicht!, du bist nichts!, du bist ein Opfer! Das kennen wir ja alle.»

Damit die verschiedenen Elemente wie Bauen, Plenum, Kleingruppen und Spielzeiten fröhlich und sicher über die Runden gingen, waren 25 ehrenamtliche Erwachsene und Jugendliche im Einsatz. An der gutbesuchten Vernissage präsentierten die Kinder mit Stolz ihre Holzstadt.

Nach dem gemütlichen Apéro gabs lauten Applaus und auch ein paar Tränen, als die HolzbauWelt von ihren kleinen Erbauern zum Einsturz gebracht wurde und in Einzelteile zerlegt wieder in ihre Kisten zurückkehrte. Spass hats auf jeden Fall gemacht. So ist zu hoffen, dass die Kinder motiviert und in ihrem Selbstwert gestärkt aus der Holzbauwoche HolzBauWelten in ihren Alltag hinausgehen. (imw/bww)