Literatur
Das Buchfestival Olten ist lanciert: Häppchen-Kost für ein mageres Publikum

Das Buchfestival Olten startete am Donnerstagabend mit dem Müsterli-Abend – die Organisatoren erwarten wegen Corona weniger Besuchende.

Fabian Muster
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Rund 1200 verschiedene Büchertitel stehen im Kulturzentrum Schützi zur Auswahl.
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Die Buchhandlung Schreiber investiert einen mittleren fünfstelligen Betrag für die Bücherschau in der Schützi.
Um 21.30 Uhr traten alle Autorinnen und Autoren in der Schützi nochmals auf.
Simon Chen moderierte den Müsterli-Abend in der Schützi.
Stefanie Grob bei ihrem Auftritt in der Buchhandlung Schreiber.
Jan Rutishauser bei seiner Performance in der Buchhandlung Klosterplatz.
Rolf Hermann war beim Müsterli-Abend in der Schützi.
Daniela Dill trat dreimal in der Oltner Stadtbibliothek auf.
Gerhard Meister sprach im Café Grogg in der Oltner Altstadt.

Rund 1200 verschiedene Büchertitel stehen im Kulturzentrum Schützi zur Auswahl.

Patrick Lüthy

Stefanie Grob spricht über das Männerstimmrecht, das wegen der Unfähigkeit der Männer für die Politik dringend abgeschafft gehörte, Rolf Hermann über seinen Aufenthalt mit Schafen auf der Alp oder Jan Rutishauser über gute und schlechte Ideen: Die jeweils kleinen satirischen und erzählerischen Häppchen, welche die Autorinnen und Autoren an den fünf Standorten beim Müsterli-Abend je dreimal ab 18.30 Uhr präsentierten, kamen beim Publikum gut an. Und wer etwas verpasste, hatte zum Schluss um halb zehn in der Schützi nochmals die Möglichkeit, ein Mini-Häppchen aller Auftretenden zu hören.

Bei der offiziellen Eröffnung mit geladenen Gästen am späten Nachmittag im Kulturzentrum verwies Buchfestival-Vereinspräsident Georg Berger darauf, dass man wegen der Pandemie und der Zertifikatspflicht an den verschiedenen Veranstaltungsorten weniger Besuchende als üblich erwarte. Beim gestrigen Müsterli-Abend wurden knapp 100 Tickets im Vorverkauf abgesetzt – bis zu 30 Prozent weniger als in früheren Jahren. Trotzdem gab es auch eine positive Meldung: So wurden beim diesjährigen Schreibwettbewerb mit 139 Texten fast doppelt so viele eingereicht wie im Vorjahr. Die Gewinnenden in den einzelnen Kategorien werden am Samstagnachmittag in der Schützi aus ihren Werken vorlesen.

Nicht entmutigen von der Pandemie lässt sich auch Urs Bütler von der Buchhandlung Schreiber. Für die Bücherschau liess der Firmeninhaber rund 1200 verschiedene Titel – insgesamt rund 4000 Bücher – in die Schützi verfrachten, die er zum Teil nach Verlagen gruppiert hat. Diese lassen sich die schöne Präsentation etwas kosten, wie er verrät. Mit anderen Worten: Das Buchfestival hat in der Szene bereits einen gewissen Stellenwert erreicht: «Die Verlage würden das sonst nicht tun.» Bütler beziffert seinen finanziellen Aufwand für die Bücherschau auf einen «mittleren fünfstelligen Betrag». In diesem Jahr gibt es zudem erstmals den Laufsteg der Buchneuheiten, bei dem kleinere Schweizer Verlage ihre frisch herausgegebenen Werke auf Holzmöbeln präsentieren. Als neutraler Beobachter hätte man zwar eine etwas aufwendigere Inszenierung erwartet – im Raum neben dem Eingang sind nicht einmal die Namen der einzelnen Verlage angeschrieben; doch Bütler verweist darauf, dass es sich hier zum Teil um Ein- oder Zweipersonen-Firmen handelt, die kaum Kapazitäten für grössere Werbung haben. Heute ab 13.30 Uhr lesen Autorinnen und Autoren dieser Verlage auf der Schützi-Bühne im Turnus aus ihren Büchern vor.

Hinweis: Das Buchfestival Olten läuft bis Sonntag, 7. November, in verschiedenen Lokalitäten in Olten; Bücherschau in der Schützi. Detailliertes Programm und Tickets: www.buchfestival.ch

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