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Gut aussehen oder nur tiefsinnig? Wie die Fasnachtskomitees auf die Mottos kommen

Schilder machen Mottos: Wie hier in Egerkingen künden die Narren von der Fasnacht.

Schilder machen Mottos: Wie hier in Egerkingen künden die Narren von der Fasnacht.

Die Fasnachtskomitees sind längst am Feiern. Wir bringen die Geschichten hinter den aktuellen Mottos in den Bezirken Thal-Gäu, Olten und Niederamt.

Mal sind sie lustig, mal regen sie zum Denken an und mal sind sie provokative Satire; Fasnachtsmottos. Aber ganz gleich ob sie nun das eine oder das andere sind, sie gehören nun einmal zur Fasnacht hinzu. Aber wie kommen die Fasnachtskomitees alle Jahre wieder auf solche Slogans?

Mitte August wurde in Balsthal das Fasnachtsmotto «Ab i Dschungu» verkündet. «Bei uns gibt es ein Auswahlverfahren, bei dem Cliquen je zwei Vorschläge für das Motto einreichen dürfen», sagt der Fako-Präsident Sascha Spring auf Anfrage. Anschliessend kommt das Auswahlverfahren, wobei jede Clique ihre Stimme für ein Motto einreichen kann. «Das Motto an sich hat keine spezielle Bedeutung, es sollte einfach ein Motto sein, damit man weiss, was man anziehen sollte», sagt Spring.

In exotischere Gefilde begibt sich auch die Gäuer Gemeinde Egerkingen mit dem Motto «Fiesta Mexicana». Das Motto hierzu wurde nach der Generalversammlung im letzten Sommer bekanntgegeben, das Oberhaupt hingegen erst im November. «Wir haben nach einem kurzen und bündigen Motto Ausschau gehalten, es musste aber nicht unbedingt länderspezifisch sein», sagt die Fako-Präsidentin Stefanie Vogel auf Anfrage. Gemäss ihr hätte es auch nicht unbedingt Mexiko sein müssen. «Es hätte auch China oder Nordeuropa sein können.»

Das Thema Klima und Umweltschutz ist spätestens seit Greta Thunberg in den politischen Mainstream gekommen. Mit dem Thema Umweltschutz möchte sich auch das Fasnachtskomitee von Kestenholz stark machen. Sie wählten einen anderen Ansatz als etwa Balsthal oder Egerkingen. «Wir haben nach etwas Aktuellem gesucht beim Brainstorming, und da kam das Thema Umweltschutz rund um Greta Thunberg uns gerade sehr entgegen», sagt die Fako-Präsidentin Regula Hoffmann auf Anfrage. Das Motto «D’ Naare haue ufe Putz – uf dr Strecki blibt dr Umwäutschutz» gab das Kommitee im November bekannt. Kritik für das Motto habe das Fasnachtskomitee – trotz polemischem Thema –nicht erhalten.

Toleranz in der buten Welt, Holiwood bei den Speuzern

Bunt soll an der Fasnacht in Wangen bei Olten nicht nur der Konfettiregen sein, sondern auch gleich die ganze Welt. Eine moralische Botschaft steckt im Motto drin. «Mit ‹e bunti Wäut› wollen wir zeigen, dass wir in einer toleranten Gesellschaft leben und dass Zusammenhalt wichtig ist», sagt der Obernarr Pascal Erlachner «Erli» auf Anfrage. Die Idee für das Motto «E bunti Wäut» stammte gleich vom Obernarr selbst, in Zusammenarbeit mit dem Fasnachtskomitee.

Die Speuzer Fasnacht in Erlinsbach gehört zu den bekannteren im Niederamt. In diesem Jahr soll sich die Fasnacht vor allem um eines drehen; Filme. «Mit dem Motto Filmriff wollten wir ein möglichst breites Gebiet abdecken, damit sich nicht alle Fasnächtler gleich verkleiden», sagt die Fako-Präsidentin Stephanie Bernet auf Anfrage. Neben «Filmriif» haben die Speuzer zwei Untermottos: «Party like Gatsby» und «Movie Night». Das Untermotto «Party like Gatsby» bildete den Auftakt zur Fasnacht und erinnerte sich mit dem Film «Der grosse Gatsby» an die berühmt-berüchtigten 1920er-Jahre. An der «Movie Night» von heute werden sich die Speuzer in ihre Lieblingsfilmfiguren versetzen.

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