Olten

Glockengeläut-Streit: Der Entscheid wird vertagt

Rolf Sommer (mit Kuhglocke) und Unterstützern.

Rolf Sommer (mit Kuhglocke) und Unterstützern.

Die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Olten erklärt den Vorstoss von Rolf Sommer für nicht dringlich.

SVP-Kantonsrat Rolf Sommer wartet bereits um 19 Uhr draussen vor dem Kirchgemeindehaus bei der evangelisch-reformierten Kirche in Hägendorf und lässt eine Kuhglocke schellen. Diese hat er eigens für eine kleine Demonstration mitgebracht, um die Leute auf das Kirchengeläut der Oltner Friedenskirche aufmerksam zu machen. Begleitet wird Kantonsrat Sommer von drei Unterstützern. Dass er hier zu viert ist, spielt für den 66-Jährigen aber keine Rolle, denn sein Anliegen muss an der Kirchgemeindeversammlung zwischen 19.30 und 21.30 Uhr sowieso behandelt werden. Trotzdem scheint die Freude bei ihm nicht allzu gross zu sein und er bezweifelt, dass er Erfolg haben wird.

Das Postulat wird für nicht dringlich befunden

Aber um was geht es überhaupt? Weil seine Petition am 22. Oktober von der Kirchenkommission des Pfarrkreises Olten abgelehnt wurde, reichte Rolf Sommer ein dringliches Postulat ein. «Mit dem Postulat möchte ich den stündlichen Glockenschlag nachts bei der Friedenskirche wieder einführen», gibt Sommer zur Erklärung. Es sei eine jahrhundertealte Schweizer Tradition. Kirchgemeindepräsident Peter Schweri liess die Gemeindemitglieder abstimmen, ob das Postulat dringlich sei oder nicht. Die Hände wurden oft gehoben, auch bei den Befürwortern des Postulats. Das Ergebnis: 41:23 Stimmen befanden das Postulat für nicht dringlich. Die Kirchenkommission entschied, das Postulat an der Gemeindeversammlung im Juni traktandieren zu lassen.

Ein neuer Kredit für die Kirchensanierung

An der Versammlung vom Mittwoch nahm der Kantonsrat ebenfalls teil und zeigte sich in vielen Punkten nicht mit der Kirchenkommission einverstanden. Für weiteren Gesprächsstoff sorgte die Sanierung der evangelisch-reformierten Kirche in Hägendorf. Vor einem Jahr beschloss die Kirchenkommission, einen Kredit von einer Million Franken für die Sanierung der Kirche aufzuwenden. Sommer beschwerte sich damals, dass der Kredit nicht traktandiert wurde. Somit habe dieser Schritt gegen das Budget und die gesetzlichen Vorgaben verstossen. Sommers Beschwerde wurde gutgeheissen. «Ich habe damals einen Verfahrensfehler gemacht», gibt Schweri zu und entschuldigt sich.

Deshalb wurde ein neuer Kredit vereinbart, welcher 450000 Franken beträgt plus 50000 Franken an Eigenleistungen. Saniert werden sollen das Dach und die undichten Fenster der Kirche. Dennoch zeigt sich Sommer überhaupt nicht zufrieden mit dem Vorhaben. «Die Kreditzurückstellung, also so etwas geht gar nicht in einem öffentlichen Gremium», beschwert sich der SVP-Kantonsrat. Die Investition müsse picobello aufgelistet sein. Der Ordnungsantrag von Sommer wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Investition von 500000 Franken für die Sanierung der Kirche wurde mit einem grossen Mehr beschlossen.

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