Olten

Giroud Olma AG – vom Ingenieurbüro zum vermeintlichen Turmbauer

Turm von Olten

«Turm von Olten» war ebenfalls ein Projekt der Giroud Olma AG.

Turm von Olten

Die Geschichte der Giroud Olma AG ist breit. Deren markantestes Projekt: der Turm zu Olten. Der steht aktuell nicht mehr auf der Traktandenliste.

Giroud Olma AG: So nennt sich das Unternehmen heute, welches im Jahr 1866 von Louis Giroud als Ingenieurbüro in Olten gegründet wurde und das sich im Laufe der 1980er-Jahre zur Immobilienunternehmung entwickelte. 1899 von der Einzelfirma zur Aktiengesellschaft mutiert und 1939 von den von Rollschen Eisenwerken vollständig übernommen, endete die wechselvolle Firmengeschichte 1977 mit dem Verkauf des gesamten Aktienpakets Giroud Olma an die Foundry Design Corporation. Heute ist die Giroud Olma AG ein reines Immobilienunternehmen, dem Thomas W. Jung als Geschäftsführer vorsteht.

Zwischen 1980 und 2003 entstanden auf dem firmeneigenen Gelände in Olten mehrere Schul- und Geschäftsbauten: Migros Klubschule und der Baumarkt Migros Do it + Garden (1984); Turnhallen des Berufsbildungszentrums sowie Migros Supermarkt (1994) oder etwa Fachhochschule und Sälipark im Jahre 2003.

Der Turm von Olten

Immer wieder von sich reden machte die Unternehmung auch mit ausserordentlichen und ungewöhnlichen Projekten – Stichwort: Turm von Olten. Im Jahr 2007 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, sorgte das 110 Meter hohe Bauvorhaben damals für fast ebenso hohe Wellen. Auf 32 Stockwerken und rund 17 000 Quadratmetern sollte Platz für etwa 1000 Menschen geschaffen werden. Mit einem futuristischen Konzept und rund 100 Mio. investierter Franken sollten damals vor allem «urbane Menschen» nach Olten geholt werden.

Die Stadt dagegen konnte sich aus planerischer Sicht mit der Idee nicht anfreunden und verwarf das Projekt. Eine kooperative Planung wurde in Angriff genommen. Resultat: Selbenorts soll anstelle des Turms von Olten ein Entwicklungskonzept treten, das neun verschieden hohe Kuben vorsieht mit Schwerpunkt Wohnen, aber auch mit Laden-, Atelier- und Büroräumen inmitten qualitativ hochstehender Freiräume. Die Realisierung dieses Entwicklungsschrittes ist allerdings erst nach 2020 vorgesehen, denn im Lauf der Planungs- und Orientierungsphase «rund um den Turm» rückte das Projekt Sälipark 2020 auf der Zeitachse nach vorn. Was vom Turm übrig bleibt? Für Thomas W. Jung ist heute klar: «Im Vordergrund steht das Projekt Sälipark 2020.»

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urs huber

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