Fulenbach

Gemeinde kommt mit weniger Aufwand zu Umwelt-Label

Weil die gemeindeeigene Elektra nur Strom aus Wasserkraft bezieht, hat Fulenbach gute Chancen, das neue Klimaschutz-Label SolarStadt zu erhalten.

Fulenbach ist Startgemeinde eines neuen Klimaschutz-Labels, das im Vergleich zur Marke Energiestadt ohne grosse Bürokratie auskommen soll.

Wenn sich Gemeinden als besonders umweltfreundlich auszeichnen wollen, stand bisher das Energiestadt-Label zur Verfügung. Im Kanton Solothurn gibt es acht Energiestädte, wobei die Region Thal als gesamtes das Label innehat. Schweizweit sind es mittlerweile
437 Energiestädte (Stand Ende 2018).

Fulenbach hat sich bisher nicht um das Energiestadt-Label bemüht. Gemeindepräsident Thomas Blum begründet dies mit dem grossen administrativen Aufwand und der eindimensionalen Ausrichtung. «Die Marke Energiestadt berücksichtigt nur die Bemühungen der offiziellen Gemeinde, etwa bei Liegenschaften.» Private Initiativen würden nicht in Betracht fallen. Die Firma Renewables-Now AG aus Pruntrut JU, die aktiv auf Gemeinden zugegangen ist, hat Blum daher mehr angesprochen, wie er sagt.

Neues Label soll noch 2019 lanciert werden

Noch in diesem Jahr will diese nämlich das neue Klimaschutz-Label SolarStadt lancieren, dass nur Gemeinden nützen dürfen, die sich «überdurchschnittlich» engagieren. So schreibt Inhaber Stephan Volkwein im Label-Beschrieb, dass die wichtigste Klimaschutzmassnahme «der schnelle und vollständige Ersatz aller fossiler Energie durch erneuerbare Energien» sei. Letztere brauche aber Raum und Fläche, etwa für Solaranlagen. Daher kommt hier zusätzlich die Raumplanung ins Spiel. Werden Ausbauten für solche Anlagen blockiert, sei dies «schädlich für den Klimaschutz». In einer Studie zum Kanton Basel-Stadt wies Volkwein etwa nach, dass das kantonale Gesetz den Neubau von Solarenergie behindere. Zum Label, das er demnächst lancieren will, schreibt Volkwein: «Der Charme des neuen SolarStadt-Labels liegt darin, dass es im Gegensatz zum Energiestadt-Label nur mit wenig kommunaler Umweltbürokratie verbunden ist und eine aussagekräftige Beurteilung über den Klimaschutz in der kommunalen Praxis enthält.»


Es gibt Machbarkeitsstudie zu Nahwärmeverbund


Gemäss der Renewables-Now AG hat Fulenbach vor allem wegen der eigenen Elektra, die ausschliesslich Strom aus Wasserkraft bezieht, gute Chancen, das Label zu erhalten. Zudem wird der Gemeinde die Stromproduktion privater Solaranlagen ebenfalls angerechnet. In nächster Zeit kommen laut Gemeindepräsident Blum neu zwei Grossanlagen dazu. Nicht zuletzt will die Gemeinde einen Nahwärmeverbund realisieren, um so weiter CO2 sparen zu können. Eine Machbarkeitsstudie dazu ist bereits in Arbeit, die zeigen soll, wie hoch die Kosten sind und bis wann für die Elektra als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Gemeinde das Projekt umsetzbar ist. Fulenbach könnte so das Holz aus dem eigenen Wald besser nutzen und die gemeindeeigenen Liegenschaften sowie eventuell auch private Mehrfamilienhäuser mit umweltfreundlicher Heizwärme beliefern.


Der Gemeinderat hat den Vertrag für das neue Label SolarStadt an seiner vergangenen Sitzung einstimmig verabschiedet. Die Kosten für das neue Label bewegen sich laut Blum im dreistelligen Bereich. Nun wird Volkwein mit seiner Firma noch definitiv klären, ob die Gemeinde die Kriterien erfüllt und in welche Kategorie – Gold, Silber oder Bronze – diese fällt.

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