Olten

Fotos statt Regenschirme: So sieht die Kirchgasse während des International Photo Festival aus

Von links: Remo Buess, Festivaldirektor, Marco Grob, künstlerischer Direktor, und Christoph Zehnder, stv. Festivaldirektor.

Von links: Remo Buess, Festivaldirektor, Marco Grob, künstlerischer Direktor, und Christoph Zehnder, stv. Festivaldirektor.

Die Planung beim International Photo Festival Olten für nächstes Jahr kommt voran. Im Naturmuseum soll ein Haus der Fotografie eingerichtet werden und die Abendveranstaltungen sollen auf dem Platz der Begegnung stattfinden - bei freiem Eintritt.

Die ersten Vorboten des International Photo Festival Olten sind bereits sichtbar: Am Naturmuseum hängen drei Fahnen und die seitlichen Fenster verweisen auf das Festival, das vom 25. bis. 29. August 2021 geplant ist. Der Oltner Porträtfotograf Marco Grob weilt derzeit in der Heimat, um die wichtigsten Marksteine für das IPFO einzuschlagen. Er nennt es «Beschäftigungstherapie». Denn Corona-bedingt hat er derzeit in seinem Wohnort New York nicht viel zu tun.

Bei der dritten Ausgabe des IPFO gibt es Änderungen. Statt vier sind fünf Tage geplant; im leerstehenden Naturmuseum wird es schon vor dem Festival Ausstellungen geben und überhaupt soll das Festival noch stärker in der Innenstadt präsent sein: So planen die Verantwortlichen beim Ildefonsplatz die Outdoor-Ausstellung «Hollywood Calling» des US-Magazins «Vanity Fair». Weitere Höhepunkte des Festivals, die laut Konzept bereits bekannt sind: Der bekannte Kriegsberichterstatter und Fotojournalist James Nachtwey, der 2019 kurzfristig abgesagt hatte, soll eine Ausstellung im Kunstmuseum erhalten. Über der Kirchgasse sollen grossformatige Erinnerungsfotos diverser Leute, auch aus der Region, von Juni bis September aufgehängt werden. Dies anstelle der derzeit aufgemachten Regenschirme. Neben dem Festivalzelt mit -büro gibt es in der Kirchgasse erstmals in Europa auch den vom «Time Magazine» für die internationale Raumstation ISS produzierte Weltraumrundgang («Space Walk Experience») zu erleben. Zudem ist erneut eine Ausstellung der Agentur World Press Photo in der Stadtkirche geplant.

Grob will mit dem Programm «ein höheres Level erreichen und das Festival zur Institution werden lassen». Olten soll «ein Zentrum der Fotografie werden» und den «Kleinstadt-Spirit» noch stärker betonen. Das wirkt sich auch aufs Budget aus: Statt 250'000 Franken wie 2019 soll es für 2021 «massiv höher sein», wie Grob sagt. Derzeit werden Sponsoren gesucht, die unter anderem einen Event bei den Abendveranstaltungen bewerben, die neu für die Besucher kostenlos sein sollen und draussen auf dem Platz der Begegnung stattfinden – bei schlechtem Wetter wie bisher im Oltner Stadttheater. Um dem Festival zudem ein stärkeres internationales Renommee zu geben, sollen am letzten Festivalabend auch zwei Awards für einen herausragenden respektive einen aufstrebenden Fotografen vergeben werden. Die Jury soll aus Vertretern des «Time Magazine», «World Press Photo» oder bekannten Fotografen bestehen.

Losgehen wird es bereits im Vorfeld des Festivals nächsten Frühling, wenn das Haus der Fotografie im ehemaligen Naturmuseum mit einer Ausstellung zum US-amerikanischen Fotojournalisten Steve McCurry startet. Die Stadt Olten stellt den Organisatoren das Haus zur Verfügung. Die Finanzierung des Umbaus geht zulasten des IPFO. Weitere Ausstellungen geplant sind von David Lynch, dem Regisseur aus den USA, der unter anderem auch als Fotograf arbeitet, und vom bekannten Akt- und Modefotografen Herb Ritts.

Am Herzen liegt dem 55-jährigen Grob auch die Vermittlung seines Könnens. An den beiden ersten Festivalausgaben nahmen rund 6000 Leute an den Workshops und Seminaren teil. Daraus entstand die Idee, die Ausbildungen unter dem Namen IPFO Campus auch in den Jahren zwischen dem Festival anzubieten. Während der Coronakrise gab er mit renommierten nationalen und internationalen Fotografen Kurse, in denen unter anderem Sänger Seven und der Oltner Stadtpräsident Martin Wey als Motiv abgelichtet wurden. Weitere Workshops für Jugendliche und Senioren sind in Planung.

Hinweis:

Für die Kurse kann man sich anmelden via Anmeldeformular auf www.ipfocampus.ch

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