Christian Schenker

«Ferie i dr Schwiiz»: Der Oltner Song macht Lust auf Ausflüge in der Heimat

Der Kappeler Christian Schenker und der Kestenholzer Paul Bühler spannten für den Song «Ferie i dr Schwiiz» zusammen.

Der Kappeler Christian Schenker und der Kestenholzer Paul Bühler spannten für den Song «Ferie i dr Schwiiz» zusammen.

Der Kinderliederkomponist aus Kappel, Christian Schenker, hat im Angesicht der Coronapandemie einen neuen Song geschrieben. Er soll Jung und Alt dazu animieren, die Ferien in der Schweiz zu verbringen.

Da die Ferien daheim in den vergangenen Wochen das Thema schlechthin waren, liess sich Komponist Christian Schenker aus Kappel inspirieren und kreierte das Lied «Ferie i dr Schwiiz», welches er mit seiner Band Grüüveli Tüüfeli aufnahm. Mit einer fröhlichen Melodie soll das Lied Alt und Jung dazu motivieren, für die Ferien in der Schweiz zu bleiben, statt sich ins Ausland zu begeben.

Mit seinen Songs will der Liedermacher stets die positive Seite des Lebens beleuchten, was auch für die Coronakrise gilt: «Ich würde gerne aufzeigen, was man hat», erläutert Schenker. Schliesslich müsste für ausgewogene Ferien nicht das Ausland bereist werden: «Mach d Ouge uf und lueg umenand, aus wod bruchsch findsch im eigete Land», lautet der Songtext. So könnten Schweizerinnen und Schweizer dieses Jahr die Sehenswürdigkeiten in der Schweiz besuchen oder beim Wandern einfach die Natur geniessen, anstatt weit weg zu reisen. Oder wie es im Lied heisst: «Hey beweg di es isch gued für d Figur, und fürs Hirni und fürs Härz gits Kultur.»

Seit der Coronakrise arbeitet Christian Schenker viel schneller. Normalerweise feilt der Künstler ein bis zwei Jahre an einer CD-Produktion, für dieses Lied benötigte er jedoch nur drei bis vier Tage. «Wenn ich aber in zwei Jahren ein Lied über Corona veröffentlichen würde, interessiert das hoffentlich niemanden mehr», erklärt der 49-jährige Künstler. 

Facebook sei Dank

Der Videoclip zu «Ferie i dr Schwiiz» zeigt Bilder und Videos von schönen Orten in der Schweiz, die von dem Kestenholzer Fotografen Paul Bühler aufgenommen wurden. Die Zusammenarbeit kam dank Facebook zu Stande: Kurz Nachdem Christian Schenker sein Lied fertiggestellt hatte, postete Bühler auf Facebook ein Foto mit demselben Titel, welcher dem neuen Lied gehörte: «Ferien in der Schweiz». Da war für den Liedmacher klar, wer das Bild- und Videomaterial für seinen neuen Song liefern sollte.

Paul Bühlers Familie macht das Beste aus der Coronasituation und verbringt die Ferien im Garten.

Paul Bühlers Familie macht das Beste aus der Coronasituation und verbringt die Ferien im Garten.

17.45 Uhr ist die goldene Stunde

Auch den Komponisten trifft die Krise hart, fast alle Konzerte seiner Band «Grüüveli Tüüfeli» fielen dem Coronavirus zum Opfer. Etwas Hoffnung besteht nur noch für ein auf einem Bielersee-Schiff stattfindenden Konzert, da dort nicht mehr als 70 Personen zugelassen sind. Auch dasjenige am Aarauer Maienzug ist noch nicht ins Wasser gefallen. Der Umzug sei zwar abgesagt, die Konzerte sollten aber stattfinden, erläutert der Liedermacher.

Das Konzertgeben liess sich der Kappeler aber nicht vollständig nehmen. Seit dem Lockdown wird jeden Abend um 17.45 Uhr der Verstärker auf den Balkon gerollt und ein Quartierkonzert gegeben. «Danach schauen wir, ob alle noch da sind und ob es allen gut geht und stossen zusammen darauf an, dass wir noch gesund sind», berichtet der Liedermacher. Angefangen habe diese Tradition kurz nach dem Lockdown, als eine Nachbarin ihren runden Geburtstag feierte und ihr die Quartierbewohner vom Balkon aus zuprosteten. Zur Unterstützung schloss Christian Schenker seinen Verstärker an und holte seine Gitarre heraus, um dem Geburtstagskind ein Ständchen zu singen. «Das kam so gut an, dass ich fand, ich wolle das jeden Abend machen.»

Ein neuer Alltag generiert andere Texte

Der Liedermacher findet seine Inspiration im Alltag der Menschen, dem aktuellen Geschehen und darin, was Kinder und Familien beschäftigt. Seit dem Ausbruch des Virus in der Schweiz hat Schenker mehr Zeit und Inspiration zum Komponieren, da ein «anderer Alltag auch andere Texte gibt.» Im Zuge dieses neuen Alltags entstand beispielsweise auch sein Song «Putz di furt, Corona», welcher die Klassen nach der Wiedereröffnung der Schulen zum regelmässigen Händewaschen animieren sollte. Mit 3'000 Klicks innerhalb weniger Tage kam das Lied gut an, besonders bei den Lehrerinnen und Lehrern, wie der Kinderliederkomponist erläutert. «Jede Lehrperson, die ich letzte Woche gesehen habe, hat sich für den Song bedankt.» Zudem verlange die Klasse seiner Frau nun jedesmal nach dem Lied, sollte dieses beim Händewaschen nicht laufen.

Ursprünglicher Kindergärtner und Musiklehrer

Geplant hatte Christian Schenker nie, Kinderliederkomponist zu werden. Während seiner Ausbildung zum Kindergärtner und Musiklehrer komponierte er während der Praktika die Lieder für die Klassen immer selbst. Als er zum Abschluss seiner Ausbildung eine eigene Kassette aufnahm, auf welcher der heute an keinem Konzert fehlende Hit «Malo» entstand, waren die nur mit der Gitarre begleiteten Lieder von den anderern Lehrern gefragt – und so fing die Karriere des heutigen Komponisten an. Seit 18 Jahren unterrichtet der Familienvater nun keinen Kindergarten mehr, die Position als Musikschullehrer gab er vor 10 Jahren auf. «Jetzt komponiere ich nur noch und gebe Konzerte», berichtet der Komponist.

Übrigens: Der Bandname «Grüüveli Tüüfeli» ist eine Mundartübersetzung aus dem Englischen «groovy devils», also Teufel, die einen tollen Groove beim Spielen haben.

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