Ach, wie soll man es anders nennen als ein kleines Versäumnis, welches Wangen oder zumindest einen Teil seiner Bewohnerschaft in Aufregung versetzte. Da sendete doch am 11. September das SRF im Nachrichtenmagazin «10vor10» einen Beitrag zum hohen Leerwohnungsbestand im Mittelland und dokumentiert diese Tatsache an einem exemplarischen Fallbeispiel: genau, mit der Gemeinde Wangen bei Olten.

Aus gutem Grund übrigens: Das Bundesamt für Statistik (BFS) hatte den TV-Verantwortlichen den Leerwohnungsbestand in der Gallusgemeinde gemeldet: satte 10,44 Prozent. Woher das BFS dies wusste? Logisch: von der Gemeindeverwaltung in Wangen bei Olten.

Überraschte Wangner

Wie gesagt: Die Meldung am TV hinterliess ein überraschtes offizielles Wangen. Wie heisst es doch immer so schön: «Z’Wange blibt me hange». Und dann so was. Drei, vier Telefonate machten Bauverwalter Mirco Pittroff hellhörig. Was hatte er da ans BFS geschickt? Ein Leerwohnungsbestand von über 10 Prozent? Unmöglich! Da musste ein Fehler passiert sein.

Voilà. Pittroffs Analyse ergab: Erstmals wurde die Erhebung per Stichtag 1. Juni 2017 auf eine modifizierte Weise durchgeführt. Die Handreichung des BFS empfahl dabei in erster Linie die Nutzung der kombinierten Einwohner- und Gebäudedatei. So etwas hat Wangen nämlich.

Allerdings entsprechen die Daten daraus nicht uneingeschränkt den Definitionen der Leerwohnungszählung. Eine nicht ganz unwichtige Nebenbemerkung wurde dabei in Wangen übersehen. «Was bei der Befolgung dieser Vorgehensweise unterging, war der Hinweis darauf, dass situativ oder durch Umstände bedingte Leerwohnungsbestände keinen Eingang in die Statistik finden.

Dazu gehören Wohnungen, die zwar unbesetzt, aber bereits vermietet oder verkauft sind oder etwa Wohnungen, die weder zum Verkauf noch zur Vermietung vorgesehen sind aufgrund künftigen Eigenbedarfs oder etwa offener Fragen bei Nachlässen», klärt Pittroff auf.

Aus den so ermittelten Resultaten des Datenabgleichs müssen also spezielle Fälle von Hand herausgefiltert werden. Nach erledigter Arbeit sah das Resultat dann ganz anders aus. Wangens Leerwohnungsbestand schrumpfte und schrumpfte. Schliesslich blieb der imaginäre Zeiger beim Wert von 4,96 Prozent stehen. Beruhigend. Der Fehler ist natürlich unangenehm, zumal der TV-Beitrag Wangen bei Olten in einem schiefen Licht hätte erscheinen lassen können.

Der Bauverwalter jedenfalls hat die Zahlen umgehend korrigiert. Nun liegen die für die Eruierung des tatsächlichen Leerwohnungsbestandes relevanten Daten vor. Mit knapp fünf Prozent doch ein markanter Unterschied. Bei einem Gesamtwohnungsbestand von 2480 Einheiten hätten die 10,44 Prozent bedeutet, dass rund 250 Wohnungen leer stehen.

Mit den neuen Werten findet sich Wangen aber in guter Gesellschaft wieder. Einen ähnlichen Leerwohnungsbestand weisen gemäss Statistik nämlich Olten (4,45 Prozent), Dulliken (5,35 Prozent) oder etwa Fulenbach mit 4,67 Prozent auf.