Stadttheater Olten

«Es war nichts zu machen»: Lastwagen-Panne lässt ausverkaufte Vorstellung platzen

Die Aufführung zu Georges Gershwins «Ein Amerikaner in Paris" musste am Dienstag im Stadttheater Olten ausfallen.

Die Aufführung zu Georges Gershwins «Ein Amerikaner in Paris" musste am Dienstag im Stadttheater Olten ausfallen.

Die Produktion «Ein Amerikaner in Paris» wird im Stadttheater Olten kommenden Monat nachgeholt.

Es schwingt doch so etwas wie leise Ironie des Schicksals mit bei der kleinen Episode, die Herbert Schibler, als Intendant des Stadttheaters Olten eigentlich längst im Ruhestand, zum ersten und wohl allerletzten mal in seiner Karriere zu managen hatte. Die Geschichte des Hauses hatte ihm vor dem 31. Januar noch einmal einen Stolperstein in den Weg gelegt. «Nein, so etwas hatte ich noch nie», sagt er am Telefon. Was aber war passiert?

Ein Lastwagen mit Requisiten zur Dienstagsaufführung von George Gershwins Musical «Ein Amerikaner in Paris» erlitt auf seiner Fahrt nach Olten einen Defekt. Zwar konnte in aller Eile ein Ersatzfahrzeug aufgetrieben werden, doch stellte sich dann am Zoll heraus, dass dieses zu hoch war. Maximal vier Meter in der Höhe dürfen LKW‘s in der Schweiz aufweisen. Trotz dem ganzen Hin und Her: «Es war nichts zu machen am Zoll», gibt Herbert Schibler zu verstehen.

Um halb vier Uhr nachmittags eingeknickt

Am Aufführungstag knickte der Intendant dann um 15.30 Uhr ein. «Die Deadline war überschritten», resümiert Schibler. Und dann ging’s los. Nein, hektisch sei er deswegen nicht geworden. «Ich frage mich in solchen Situationen jeweils: Nützt mir Hektik was? Oder allenfalls Ärger? Und komme zum Schluss: Eher nicht.» Aber: Dem vermeintlich vollen Haus musste abgesagt werden; übers Telefon, die sozialen Medien. «Bis auf knapp 30 Personen erreichten wir alle, auch etwa Gäste aus Zürich», so Schibler am Tag danach. Und den letzten nichts ahnenden rund 30 Gästen begegnete er abends persönlich am Eingang und erklärte die Situation. «Ach, die allermeisten nahmen die Absage doch sehr gelassen hin», weiss der Intendant, der Ende Januar definitiv in den Ruhestand tritt. «Zwei, drei wussten dann noch, wie die Absagemaschinerie zu handhaben gewesen wäre, um alle zu erreichen», schiebt er hinterher. «Damit muss man einfach leben.»

Erst zweimal hat der scheidende Hausherr in seiner Wirkungszeit ähnlich Aufregendes erlebt. «Vor einigen Jahren blieb das im Auto anreisende Ensemble auf der Autobahn im Schneechaos stecken. Zwar war die ganze Infrastruktur für ein Schauspiel im Januar bereit, doch was willst du ohne Ensemble machen?», fragt er rhetorisch. Und vor zwei, drei Jahren, hiess es im Stadttheater «RockMe Amadeus». Allerdings nicht wie geplant in einer Musical-Biografie, sondern als «Falco The Show». Aus technischen Gründen konnten gewisse Teile nicht aufgebaut werden. Die Bühne des Hauses war zu klein.

Aufführung wird am 10. Februar nachgeholt

Aber zurück zum «Amerikaner in Paris», der am Dienstagabend eben nicht gegeben werden konnte. Die Aufführung wird am Montag, 10. Februar, 19.30 Uhr, nachgeholt. Die Terminplanung liess keine günstigere Option zu. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit und sind übertragbar. «Das Stück ist einfach zu gut, um es nicht doch noch zu zeigen in der Stadt», sagt Schibler überzeugt. Und: Natürlich sei der 10. Februar nicht ein optimales Datum; Skiferien, räumt er ein. Aber wer verhindert sei, könne sich beim Stadttheater melden und erhalte eine Rückvergütung in Form eines Gutscheins.

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