Das Kunstmuseum soll am jetzigen Standort an der Kirchgasse 8 bleiben und nicht ins frei werdende Hübelischulhaus zügeln. Dies hat der Stadtrat im Rahmen eines Workshops entschieden. Zugleich will die Oltner Regierung das benachbarte und bereits frei stehende ehemalige Naturmuseum-Gebäude nicht für öffentliche Zwecke nutzen und entweder verkaufen oder im Baurecht abgeben.

Diese Idee kommt vor allem bei den linken Parteien nicht gut an. «Einen Verkauf werden wir in jeder Form bekämpfen», sagt Grüne-Gemeindeparlamentarierin Myriam Frey Schär. Und einen Baurechts-Vertrag nur «mit strengsten Auflagen» billigen. Auch die SP kritisiert die Absichten des Stadtrats: «Gegen einen Verkauf würden wir uns mit allen Mitteln wehren», sagt Parlamentsmitglied Ruedi Moor. Die Partei setze sich dafür ein, dass man Gebäude grundsätzlich in Stadteigentum behalte. Auch die dritte linke Kraft im Parlament, Olten jetzt!, zeigt sich gegenüber einem Verkauf «skeptisch», wie Daniel Kissling sagt.

Im März hat die Fraktion SP/Junge SP in einem Postulat sogar noch einen Vorschlag für ein Haus der Kultur an der Kirchgasse gemacht. Neben dem Kunstmuseum sollen dort auch die Stadtbibliothek «in einer zeitgemässen Form», wie es im Vorstoss heisst, sowie ein Kulturcafé Platz finden. An dieser Idee findet Moor nach wie vor gefallen: «Wieso die Stadt- und Jugendbibliothek nicht im ehemaligen Naturmuseum unterbringen?» Büroräume daraus zu machen, sei nicht im Sinne der Stadt und würde zu keiner Belebung der Kirchgasse beitragen. «Wir sind für eine öffentliche Nutzung», macht Moor klar. Der Stadtrat hat den Vorstoss bisher nicht beantwortet.

Der Entscheid des Stadtrats zum Verbleib des Kunstmuseums kommt bei den linken Parteien schon viel besser an. Hier äussern vor allem bürgerliche Vertreter Kritik. SVP-Fraktionschef Matthias Borner bezweifelt, ob das Kunstmuseum viel Laufkundschaft in die Innenstadt bringt, wenn man alle Schulklassen abzieht, welche das Museum besuchen. Zudem mache der Stadtrat den Eindruck, dass er einmal «Hü und einmal hott» sage bezüglich Standort Kunstmuseum. FDP-Fraktionschef Urs Knapp hingegen hätte es begrüsst, wenn der Stadtrat zuerst die Strategie zum Kunstmuseum bestimmt hätte und erst dann den Standort. «Wieso kann ein Teil der städtischen Kulturaktivität nicht auch auf der rechten Stadtseite beheimatet sein?», fragt er sich. In seinen Augen hat der Stadtrat zuwenig Alternativ-Standorte angeschaut. «Ich vermisse ein bewusstes Querdenken.»